E-Special Vegan/Vegetarisch: Vom "Öko-Freak" ...
 
E-Special Vegan/Vegetarisch

Vom "Öko-Freak" zum Trendsetter

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In Österreich ernähren sich acht Prozent der Bevölkerung ausschließlich vegan oder vegetarisch, der Großteil davon ist weiblich und Mitte 20. CASH hat einige Fakten und Zahlen zum Thema für Sie zusammengestellt.

Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich das Bild des Vegetariers/Veganers vom belächelten Öko in Birkenstock Sandalen zum modernen Trendsetter gewandelt. Heute gilt: Die (zumindest teilweise) fleischlose Ernährung ist gesünder, umweltfreundlicher und kurz gesagt einfach "in". Trotzdem ist noch ein relativ geringer Anteil der österreichischen Bevölkerung Teil dieses Trends: Nur acht Prozent ernähren sich laut Statista vegan oder vegetarisch.
17 Prozent sind sogenannte Flexitarier und versuchen ihren Fleischkonsum auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Wobei der Anteil der (Teilzeit-)Vegetarier in Österreich aber stetig wächst. Am meisten verzichten dabei Frauen (rund
77 Prozent) auf Fleisch. Ein Großteil der Vegetarier/Veganer ist laut Marketagent zwischen 20 und 29 Jahre alt (rund 29 Prozent).

Die wichtigsten Auslöser für die Entscheidung zur alternativen Ernährungsweise sind Berichte über Massentierhaltung (47 Prozent), gefolgt von Abneigung gegenüber Fleisch (32 Prozent) und gesundheitliche Gründe (27 Prozent). Dabei betreiben Herr und Frau Österreicher beim fleischlosen Einkauf einen besonders hohen Aufwand, indem sie sich vorher umfassend über die Warenangebote informieren. Trotzdem fällt den meisten ihre Ernährungsweise nicht schwer, wie eine Befragung von Statista bestätigt.

Was kommt auf die Teller?

Laut Marketagent greifen 70 Prozent der befragten Veganer/Vegetarier vorwiegend zu Obst, gefolgt von Brot und Gebäck (ebenfalls rund 70 Prozent). Natürlich darf Gemüse auch nicht fehlen, sowohl gekocht (63 Prozent), also auch roh (51 Prozent). Weiter hinten auf dem Einkaufszettel befinden sich Nudeln und Teigwaren (17 Prozent). Die Statistik zeigt ebenfalls das Ergebnis einer unter Vegetariern und Veganern in Österreich durchgeführten Umfrage zu Problemen mit Nährstoffmangel. Rund 17 Prozent der befragten Vegetarier und Veganer gaben an, schon einmal Probleme mit einem Nährstoffmangel gehabt zu haben.

Eine weitere Statistik vom Marktforschungsunternehmen Mintel zeigt die wichtigsten Ländermärkte für vegane Lebensmittel nach Anteil an den gesamten weltweiten Markteinführungen im Jahr 2018. Dabei ist unser deutscher Nachbar auf Platz eins. Rund 15 Prozent der weltweit neu eingeführten Lebensmittel feierten ihre Premiere auf dem deutschen Markt. Im Jahr 2020 erwirtschaftete Deutschland mit vegetarischen und veganen Lebensmitteln rund 1,2 Milliarden Euro. Immerhin lag dort die Anzahl der Menschen, die sich selbst als Vegetarier einorden laut der Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse bei 6 Millionen. 14 Prozent der neu eingeführten veganen Lebensmittel gehen nach Großbritannien und
12 Prozent in die USA. Zum Vergleich: Nach Österreich kommen nur
drei Prozent der Neuprodukte.

China goes vegan

Interessantes Detail am Rande: Der Monat April 2020 war laut ProVeg International ein Quantensprung für den pflanzlichen Nahrungsmittelsektor in China. Starbucks kündigte die Einführung pflanzlicher Alternativen an, die größte Fast-Food-Kette Chinas, KFC, startete einen großangelegten Testlauf mit fleischlosen Chicken-Nuggets und das chinesische Start-up Starfield, das Hackfleisch aus Meeresalgenprotein herstellt, hat sich mit sechs großen Gastronomieketten des Landes zusammengeschlossen, um sein Produkt in Hunderte von Restaurants zu bringen. Außerdem soll eine neue Verbrauchermarke namens PlantEver für Online- und Offline-Einzelhändler vorgestellt werden. Doch das scheint erst der Anfang einer rasanten Entwicklung zu sein: Für US-Marken wie Impossible Foods und Just Egg hat China oberste Priorität bei ihrer künftigen Expansion. Es ist absehbar, dass immer mehr Unternehmen auf den schnell wachsenden pflanzlichen Trend in China und ganz Asien aufspringen werden.

Wie sich die umfangreiche Kategorie Vegan/Vegetarisch im österreichischen Handel entwickelt lesen Sie hier:

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