Institute of Brand Logic: Trends, Herausforde...
 
Institute of Brand Logic

Trends, Herausforderungen und Anpassungen

Institute of Brand Logic
Markus Webhofer, Gründer und CEO vom Markforschungsinstitut "Institute of Brand Logic" sowie Studienautor
Markus Webhofer, Gründer und CEO vom Markforschungsinstitut "Institute of Brand Logic" sowie Studienautor

Wie sich die Coronakrise langfristig auf den LEH auswirken könnte, hat das Münchner Institute of Brand Logic im deutschen Sprachraum nachgefragt.

200 Entscheider des Lebensmittelhandels in der DACH-Region wurden gefragt, wie sich die Epidemie ihrer Meinung nach auf die Branche auswirken könnte. Markus Webhofer, Gründer und CEO vom Markforschungsinstitut "Institute of Brand Logic" sowie Studienautor, spricht von einem "insgesamt homogenen Meinungsbild unter den Befragten in Bezug auf die durch die Krise bedingten Herausforderungen. Das Szenario mit der absolut größten Wahrscheinlichkeit ist jenes mit einer zeitlich kurzen Dauer, aber intensiver Wirkung. Die Händler erleben für absehbare Zeit deutlich spürbare Veränderungen, halten sie laut Umfrage jedoch mehrheitlich für bewältigbar."

Im Schnitt rechnen die Befragten damit, dass die Krise 7,3 Monate lang dauern wird, ein Viertel geht davon aus, dass man mindestens mit 9 Monaten rechnen muss, bevor die Lage sich wieder normalisiert. Unabhängig von dieser Einschätzung rechnen alle Unternehmen innerhalb dieser Zeit mit strengen Hygienevorschriften, was spürbar höhere Kosten verursacht aber für die Gesundheit der Kunden sowie der Mitarbeiter absolut essenziell ist. Das hat eine positive Nebenwirkung: Die Anzahl der Krankenstände ist aktuell sehr niedrig.

Verändertes Konsumverhalten

Nicht weniger als 80 Prozent der befragten LEH-Vertreter gaben an, dass die Nachfrage im Onlineshop seit Beginn der Krise gestiegen ist. Für so manche Logistik wurde dies zur Belastungsprobe. Zwei Drittel der Befragten gehen davon aus, dass der wöchentliche Einkauf weiterhin an Bedeutung gewinnt, 55 Prozent sehen kurze Anfahrtswege als Trend. Ein erhöhtes Bewusstsein für regionale Produkte sehen 65 Prozent und 59 Prozent bemerken einen neuen Fokus auf gesunde Ernährung.

Sorge bereitet den Händlern das verstärkte Sparverhalten der Kunden. "Das wird preisaggressiven Anbietern in die Hände spielen", sagt Webhofer. "Unternehmen müssen sich auf einen verstärkten Wettbewerb einstellen und mit neuen Strategien reagieren." Als Lösung dafür wird von 74 Prozent der Unternehmen ein Ausbau der Omnichanenel-Strategie gesehen, 69 Prozent wollen zudem das Online-Marketing verstärken. Um Kosten zu sparen werden 78 Prozent die Lager- und Logistikprozesse automatisieren und 67 Prozent wollen bei der Lieferkette Kooperationen eingehen.

Langfristige Entwicklung

Die Coronakrise hat vielen Unternehmen die eigenen Schwachstellen in der Organisation gezeigt, wie aus der Befragung hervorgeht. Drei Viertel der Unternehmen wollen diesbezüglich aktiv werden und ein Krisenmanagement etablieren. Auch die Flexibilisierung der Arbeitsstrukturen durch digitale Lösungen - Sichwort "Homeoffice" - wird als wichtige Vorkehrung zu ähnlichen Situationen gesehen. Der Studienautor zieht diesbezüglich sogar ein durchaus positives Fazit: "Die Krise hat in den Unternehmen Veränderungen angestoßen oder beschleunigt, die weit über die aktuelle Phase hinaus wirken werden. Wer den Wandel nutzt und die richtigen Schlüsse für seine Strukturen und Prozesse zieht, wird langfristig davon profitieren."
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