McKinsey & Company: Österreicher zeigen zuneh...
 
McKinsey & Company

Österreicher zeigen zunehmende Online-Affinität

janeb13 - pixabay

Die Unternehmensberatung McKinsey & Company hat sich im Rahmen einer online-gestützten, repräsentativen Umfrage im Frühjahr 2022 das digitale Konsum- und Nutzungsverhalten der Europäer angesehen, darunter auch jenes von 1.500 Österreichern zwischen 18 und 85 Jahren.

Die Österreicher sind einer neuen Studie im Auftrag von McKinsey zufolge digital-affiner als je zuvor. Vor allem zwei Branchen verzeichnen dabei Zuwächse, wenngleich auf unterschiedlichem Niveau: Der Lebensmittelhandel und der Bankensektor.

Beim Onlineeinkauf von Lebensmitteln nutzt bereits ein Viertel der Befragten mehrheitlich die Möglichkeiten der digitalen Interaktion. Gleichzeitig ist der Lebensmittelhandel wenig überraschend auch jener Ort mit den meisten physischen Nutzern (74 %). Der Onlinehandel mit Bekleidung und sonstiger Einzelhandel kommen vergleichsweise auf 53 Prozent vollständig digitale Nutzer (etwa via Website oder mobile App). Rund 31 Prozent der Befragten gaben außerdem an, ihr digitales Nutzerverhalten im Lebensmitteleinzelhandel innerhalb der letzten sechs Monate stark intensiviert zu haben, was im Branchenvergleich den größten Zuwachs darstellt. Im absoluten Vergleich gewinnt aber der Bankensektor: Knapp 95 Prozent jener, die Dienstleistungen von Banken in Anspruch nehmen, nutzen bereits Online-Banking. Das sind rund 30 Prozentpunkte mehr als noch 2021.  

Österreich verzeichnet Zuwachs an digitalen Nutzern

Im Rahmen der repräsentativen Umfrage wurde auch untersucht, wie sich das digitale Nutzungsverhalten der Verbraucher in den vergangenen sechs Monaten verändert hat und welche Prognosen sich daraus für die nahe Zukunft ableiten lassen. Besonders auffallend ist, dass im Durchschnitt 60 Prozent der Interaktionen mit den erfragten Branchen komplett digital abgewickelt werden, im Vorjahr waren es noch 43 Prozent. Hinsichtlich der Anzahl an digitalen Nutzern verzeichnet Österreich mit plus sieben Prozentpunkten im EU-Vergleich den größten Zuwachs. 

Ein Trend, den die Verfasser daraus ableiten, ist kein neuer: "Alles wird digitaler und immer mehr Menschen in Österreich nutzen Smartphones oder Computer im Alltag", lautet das Resümee. Im Detail gehen aber einige klare digitale Gewinner hervor, das sind u.a. das Gesundheitswesen (20 Prozentpunkte Zuwachs an digitalen Nutzern) und der Bankenbereich (29 Prozentpunkte Zuwachs an digitalen Nutzern). "Digitalisierung ist kein Selbstzweck oder Kosmetik. Stark digitalisierte Branchen sind oft die widerstandsfähigsten. Zudem planen die wenigsten Kundinnen und Kunden, ihre digitale Nutzung einzuschränken. Das hilft sie langfristig zu binden", sagt Florian Bauer, Partner aus dem Wiener Büro von McKinsey.

LEH hat online noch Wachstumspotenzial

Die Studie liefert zudem Erkenntnisse darüber, wie einzelne Branchen die digitale Nutzung weiter steigern können. "Die wenigsten digitalen Interaktionen schaffen Umsätze. Hier liegt für Unternehmen noch großes Potenzial", glaubt Bauer. Im Lebensmitteleinzelhandel glaubt Bauer an so manche klar ersichtlichen Umsatzpotenziale. So würden etwa niedrigere Lieferkosten sowie eine kürzere Lieferzeit mehr Konsumenten zum Online-Einkauf von Lebensmittel bewegen. 81 Prozent der Befragten präferieren die Lieferung nach Hause, die restlichen 19 Prozent präferieren die Abholung in der Filiale oder einem Schließfach. 

Allerdings zeigen sich die österreichischen Verbraucher unzufrieden mit den angebotenen digitalen Kanälen der Lebensmittelhändler: Keine Branche hat schlechtere Zufriedenheitswerte. Hier erreichte die Kundenzufriedenheit 3,6 von 5 Punkten. "Die Ansprüche der Verbraucher an digitale Kanäle und deren Nutzerfreundlichkeit steigen kontinuierlich, nicht nur bei den Jungen. Ein gutes Nutzererlebnis muss bei der Weiterentwicklung digitaler Angebote stets im Zentrum der Anstrengungen stehen." Je digitaler die Verbraucher werden, desto sensibler scheinen sie gegenüber digitalen Diensten zu werden. Das zeigt ein Blick auf die Vertrauenswerte. Jene in digitale Kanäle sind in fast allen Branchen im aktuellen Erhebungszeitraum gegenüber dem Vorjahr gesunken. Fast jeder dritte Nutzer misstraut demnach digitalen Angeboten aus Angst – direkt oder indirekt – Opfer eines Cyberangriffs zu werden oder hat Sorge, um den Umgang mit personenbezogenen Daten. 

Über die Studie

Die "Digital Sentiment Survey 2022" ist die dritte Auflage der erstmalig 2020 durchgeführten Verbraucherumfrage. Berücksichtigt wurden digitale Interaktionen mit den Branchen Banken, Lebensmitteleinzelhandel, Bekleidung und sonstiger Einzelhandel, Unterhaltung, Reisen, Telekommunikation, Versorgung, Bildung, Gesundheitswesen und staatlicher Sektor. Als digitale Interaktion gelten je nach Branche das einfache Abrufen von Informationen auf Webseiten, Überweisungen per Onlinebanking oder mobiles Einkaufen. Insgesamt wurden für die "Digital Sentiment Survey" zwischen 15. bis 31. März über 25.000 europäische Verbraucherinnen und Verbraucher (18-85 Jahre) aus 19 Ländern befragt.

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