RegioPlan: Weniger fürs Christkind?
 
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Weniger fürs Christkind?

Chad Madden/unsplash.com

Die Weihnachtsumsätze werden heuer gegenüber den Vorjahren stark sinken: Minus 17 Prozent prognostiziert Regio Plan in der Analyse zu den "Weihnachtsumsätzen 2020".

Wie die Bundesregierung gestern, 3. Dezember, verkündete, werden die Ausgangsbeschränkungen gelockert und das Weihnachtsfest darf im Kreise der Familie gefeiert werden. Die Geschenke und Aufmerksamkeiten unter dem Weihnachtsbaum dürften dieses Jahr aber etwas schlanker ausfallen, als in den Jahren zuvor. Denn "steigende Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit sowie die beiden Lockdowns haben am Ende des Jahres die Kaufkraft der Österreicher um durchschnittlich knapp 7 Prozent reduziert", schreibt RegioPlan in der Analyse zu den Weihnachtsumsätzen 2020. Masken und Ansteckungsbedenken mindern zudem die Lust, einkaufen zu gehen. Für den Handel bedeutet das, auch aufgrund der geschlossenen Geschäfte und fehlenden Touristen, nach jetzigem Status ein Umsatzminus von minus 17 Prozent für das Weihnachtsgeschäft im Vergleich zum Vorjahr.

Von Stationär zu Online

Betroffen sind vor allem Branchen, "die Waren anbieten, die man vorwiegend nicht 'braucht', sondern 'will', also Mode, Elektronik, Spiele, Schmuck, etc. Gerade hier ist die – heuer leider fehlende – Weihnachtsatmosphäre oft der wichtige Impuls zum Kauf", so RegioPlan. Das Consultingunternehmen geht zwar davon aus, dass die Geschäfte nach der Öffnung versuchen, die Umsätze durch Aktionen zu steigern, die Summe der Weihnachtsausgaben würde aber dennoch reduziert bleiben. Ausnahme ist der Lebensmittelhandel. Dieser profitiere nicht nur durch den Ausfall der Gastronomie, wodurch die Menschen vermehrt zu Hause essen, sondern auch von den etwa 300.000 Österreichern, die heuer zu Weihnachten nicht in ferne Länder fliegen,  sondern ebenfalls zu Hause essen. So kann der LEH dieses Jahr mit einem Weihnachtsgeschäftsplus von 8-10 Prozent gegenüber dem Vorjahr rechnen.

Weihnachtliche Umsatzentwicklung in Österreich.
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Weihnachtliche Umsatzentwicklung in Österreich.

Vom geschwächten stationären Handel wird vor allem der Onlinehandel profitieren, auch wenn er nicht alles auffangen wird. "Im Seuchenjahr 2020 ist der Onlinehandel mit 32 Prozent an den Weihnachtsumsätzen mit Abstand der einzige Gewinner", so RegioPlan.

Manchmal kommt es anders, als man denkt

Die hier angeführten Werte beruhen auf Rechenmodellen, die die aktuellsten verfügbaren Daten und Informationen von Unternehmen und diversen Befragungen berücksichtigen, stellt RegioPlan klar. Dennoch gibt es, wie auch schon das ganze Jahr über, zahlreiche Unbekannte und eventuell unerwartete Wendungen, die diese vorläufige Analyse noch einmal relativieren können.
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