T-Factory: Spontane Lust statt Vernunft und S...
 
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Spontane Lust statt Vernunft und Selbstkontrolle

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Angst vor Arbeitslosigkeit und Arbeitsplatzverlust führt zur Renaissance hedonistischer Werte.
Angst vor Arbeitslosigkeit und Arbeitsplatzverlust führt zur Renaissance hedonistischer Werte.

In der Jugendwertestudie 2020 untersucht die Trendagentur die Ängste junger Österreicher in Zeiten der Coronapandemie. Trends und Tendenzen

In der Altersgruppe der unter-30-jährigen ist die Angst vor den Folgen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus größer, als vor dem Coronavirus selbst. 80 Prozent der jungen Österreicher fürchten sich vor einer Weltwirtschaftskrise als Folge des Shutdowns der Wirtschaft, weitere zwei Drittel haben Angst vor einer kommenden Massenarbeitslosigkeit. Die Angst davor, sich mit dem Virus anzustecken und gravierenden gesundheitlichen Schaden zu nehmen, ist im Vergleich dazu relativ gering.Die Daten des "Corona-Reports" lassen folgende Trends und Tendenzen für die Zeit nach Corona in den Altersgruppen der unter 30-jährigen erkennen: 

  • Zunehmende Singularisierung und Verstärkung des Konkurrenzkampfes vor allem um Arbeitsplätze
  • Verstärkte Generationenkonflikte in den Familien aufgrund der Zusammendrängung im Zuge der Corona-Isolation; Generationenkonflikte aber auch im Kampf um Arbeitsplätze
  • Vorübergehende Krisen des jugendlichen Gemeinschaftslebens aufgrund der durch die Corona-Isolation erfolgte „Stilllegung“ der Gleichaltrigengruppen, aller Freundschaftsbeziehungen und der Eventkultur
  • Zukunftsverdüsterung nicht zuletzt aufgrund der durch Regierung und Boulevard-Medien inszenierten Angstkampagnen
  • Renaissance hedonistischer Werte und hedonistischer Alltagspraktiken: 20er-Jahre-Feeling. Mehr Emotion und spontane Lust statt Vernunft und Selbstkontrolle. „Party, Party, Party“.
  • Zunahme der Ästhetisierung des Lebens und der Lust am eigenen Körper mit stark ansteigendem Interesse an Kosmetik- und Modeartikeln, Körperkult mit Fitness-Boom/Bodystyling, unbändige Reiselust, vitale Selbstinszenierung und Selbstdarstellung in der jugendkulturellen Öffentlichkeit, Bedürfnis nach Ausbruch ins Abenteuer und unbändige Lust am Spontanen zur Kompensation der erfahrenen Langeweile im Zuge der Stilllegung von Gleichaltrigengruppen, Freundeskreisen und Eventkultur.    
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