Verein für Konsumenteninformation: Marke vers...
 
Verein für Konsumenteninformation

Marke versus Eigenmarke

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Bei den Lebensmitteltests des VKI gaben Kunden als Hauptargument für den Griff zu Handelsmarken den Preisvorteil an.
Bei den Lebensmitteltests des VKI gaben Kunden als Hauptargument für den Griff zu Handelsmarken den Preisvorteil an.

Sind Markenartikel wirklich qualitativ hochwertiger als die Eigenmarken der Handelsketten? Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) zieht Bilanz aus über 15 Jahren Lebensmitteltests.

Der Eigenmarkenanteil im LEH wächst seit der Jahrtausendwende kontinuierlich an. Waren laut VKI im Jahr 2000 nur sechs von 25 Produkten (24 Prozent) Eigenmarken, so betrug der Anteil im Jahr 2011 bereits 47 Prozent. Wie qualitativ hochwertig Markenprodukte im Vergleich zu Eigenmarken tatsächlich sind, hat sich der VKI genauer angeschaut. Eines vornweg: Vergleicht man konventionell erzeugte Handelsmarkenprodukte mit konventionell erzeugten Markenprodukten, gibt es kaum Unterschiede. In der Bilanz der VKI liegt der Mittelwert der Testurteile bei 63 Punkten (gerade noch ein "gut"). Erst der genau Blick auf die Eigenmarken der verschiedenen Anbieter wird spannend.

Handelsketten im Vergleich

Die Eigenmarken des Diskonters Hofer hängen Markenprodukte mit 69 Punkten deutlich ab. Besonders die Hofer-Eigenmarke Milfina sticht mit 81 Punkten heraus (entspricht knapp einem "sehr gut"). Die untersuchten Markenartikel erreichen im Mittel 64 Punkte und teilen sich mit den Eigenmarken von Lidl den zweiten Platz. Dahinter liegen Rewe und Spar auf Platz drei.

Lidl vorn bei Bio und Fleisch

Bei den Bioprodukten fällt auf, dass die Eigenmarken im Durschnitt besser abschneiden, als die Bio-Markenprodukte. Vor allem Lidl hat in diesem Bereich die Nase vorn. Auch bei den Eigenmarken der Bio-Fleischprodukten erreicht Lidl mit 65 Punkten Platz eins. "Das Ergebnis zeigt uns, dass wir mit unserer Philosophie auf dem richtigen Weg sind. Gute Qualität muss nicht immer teuer sein. Bestes Beispiel: unsere österreichische Bio-Marke ‚Ein gutes Stück Heimat‘. Sie steht für regionale Produkte in bester Qualität. Hinter unseren Eigenmarken stehen viele namhafte österreichische Produzenten“, verrät Karsten Kremer, Geschäftsleitung Einkauf von Lidl Österreich. Dafür muss sich Lidl aber bei den Bio-Milchprodukten mit dem letzten Platz zufriedengeben. Hier führt wieder Hofer die Statistik an.

Test durch Konsumenten

Im Rahmen des Lebensmitteltests des VKI kommt es auch zu Verkostungen durch Laien. Das Ergebnis: Der Vergleich zwischen den Handelsmarken und den Markenprodukten die konventionell erzeugt wurden, lässt nur geringe Unterschiede erkennen. Bei den Bio-Produkten schneiden die Handelsmarken mit 74 Prozent sehr guten bzw. guten Bewertungen deutlich besser ab, als Markenartikel (55 Prozent).
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