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Jochen Felsberger, SmartInfoBroker: „Beacons sind die Brücke zwischen Online und Offline Welt“

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Jochen Felsberger, Mitbegründer und Geschäftsführer von SmartInfoBroker (Foto: Bernhard Bergmann/Werbeplanung.at Verlag)
Jochen Felsberger, Mitbegründer und Geschäftsführer von SmartInfoBroker (Foto: Bernhard Bergmann/Werbeplanung.at Verlag)

Eines der Panels der etailment WIEN trug den Titel „Beaconize it“ und beschäftigte sich mit dem Thema Location Based Marketing. Jochen Felsberger (SmartInfoBroker) sowie Florian Freitag (indoo.rs) und Max Arends (Nous Wissensmanagement) lieferten die Keynotes, Thomas Hinterleitner (LOC-Place.com) führte dabei durch das Panel. 

Die Eröffnung des Panels „Beaconize it“ erfolgte durch Moderator Thomas Hinterleitner, der auch zugleich die Vortragenden, inklusive einer kurzen Vorstellung, ankündigte.



Als erstes betrat Jochen Felsberger, Leiter von SmartInfoBroker, die Bühne. Sein Unternehmen hat sich auf Location Based Services spezialisiert und produziert aktiv Beacons. Nach einem kurzen Einblick in den Werdegang des Unternehmens konzentrierte sich Felsberger auf die Beacon Technologie.



iBeacons und Eddystone



2013 hat Apple den auf Bluetooth Low Energy basierenden iBeacon Standard eingeführt. Dabei wird aufgrund von geringem Energieverbrauch ein effizienter Einsatz ermöglicht. „Hier kommt dazu, dass die iBeacon Standards auf autonome Netze abzielen, sprich, man hat nicht die Notwendigkeit eine Infrastruktur aufzubauen.“ Google entwickelte 2015 die Eddystone Technologie, iBeacons sehr ähnlich, setzt dabei jedoch auf Open Sources und verfügt eigentlich über keine Restriktionen.



Im nächsten Punkt erklärte Felsberger, dass Beacons im Allgemeinen kleine autonome Bluetooth-Sender sind, die sowohl indoor als auch outdoor universell einsetzbar sind. Sie benötigen keine Infrastruktur und sind sehr lange haltbar und robust. Jeder Beacon sendet eine weltweit eindeutige Kennung aus, die vom Smartphone empfangen wird. Passende Apps können aufgrund der Bluetooth-Signale die aktuelle Position bestimmen und passende Inhalte für die aktuelle Position empfangen. Der Kern der ganzen Technologie sind Backend Content und Campaign Management Systemen für den Business User.



Die Vorteile von Beacons sieht Felsberger in der einfachen Installation und den damit verbundenen geringen Investitionskosten sowie den, durch Bluetooth Low Energy ermöglichten, geringen Energieverbrauch. Einen wichtigen Aspekt sieht er auch in der Möglichkeit für den Enduser die App jederzeit zu deaktivieren. „Aufgrund der App Lösung ist die Adressierbarkeit der Enduser interaktiv. Das spielt beim Thema Spam eine wichtige Rolle. Jetzt kann man ein klassisches Dialog Marketing durchführen.“ Die Verwendung offener Netze sieht er als Vor- und Nachteil zugleich, da verschiedene Unternehmen auf die gleiche Infrastruktur zugreifen können und diese Daten nutzen. Nach einigen weiteren Pros und Cons ging Felsberger auf Anwendungsfelder für Beacons ein wie Tourismus, „der digitale Reiseführer kommt auf“, Bildung, Kunst und Kultur als nächsten multimedialen Schritt, und Fertigung und Logistik sowie Transport, speziell auf Flughäfen. „Das Wesentliche ist die Brücke zwischen zwei Welten, Offline und Online. Mit der Verfügbarkeit von Smartphones kann diese Schnittstelle gebildet werden und Beacons können das Erlebnis des Live-Einkaufs attraktiver machen.“



Anschließend übernahm Florian Freitag von indoo.rs das Wort. Er konzentrierte sich auf zwei Use Cases aus dem Handelsbereich und stellte dabei zwei Seiten vor. Und zwar einerseits Services, die dem Kunden, also dem App User, bereitgestellt werden und auf der anderen Seite was der Betreiber der App von den iBeacons innerhalb seines Systems hat. „Wir sammeln Daten durch zwei Kanäle: Über klassische indoor Positionierung und iBeacon Proximity, das ganze ist etwas ungenauer und wird dazu verwendet, Content an den User auszuspielen.“



Use Cases Shopping Mall und Supermarkt



Als erstes Praxisbeispiel führte Freitag eine Shopping Mall in Polen an. Auf eineinhalb Parking-Etagen und zweieinhalb Einkaufsfloors setzte Freitag mit indoo.rs iBeacons um. Dadurch wird es Besuchern möglich festzustellen, wo sie sich gerade befinden, wo ihr Auto steht oder wie sie von A nach B kommen. Des weiteren wird die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Kunden aufgezeichnet um diese Daten anschließend mit der Klickrate zu korrelieren. Sein nächstes Fallbeispiel bezieht sich auf die Ausspielung von Location Based Nachrichten in einer großen österreichischen Supermarktkette. Der Kunde bekommt dadurch im Idealfall Informationen, die für ihn relevant sind und weitere Vorteile vor Ort. Im Gegenzug erhält das Unternehmen selbst Daten darüber, wo sich gerade wie viele Besucher zu welchem Zeitpunkt aufhalten.



Abschließend betonte Freitag die Bedeutung einer sinnvollen Verbindung von Daten: „Das ganze steht und fällt mit der Auswertung der Daten.“



Als dritter und letzter Speaker trat Max Arends von Nous Wissensmanagement ans Mikrofon. Er konzentrierte sich in seinem Vortrag auf den Anwendungsfall im Museum für Moderne Kunst Stiftung Ludwig Mumok. Dafür entwickelte er mit dem Unternehmen Nous eine App, die die Technologie von indoo.rs aufgreift. Die vorgestellte Auswertung bezog sich auf die Ausstellung „Always, always others – unklassische Streifzüge durch die Moderne“. Auf sechs Ebenen wurden etwa hundert iBeacons verteilt. „Die App funktioniert wie ein Multimedia Guide für Smartphones und Tablets wobei die iBeacons verwendet werden, um Kunstwerke zu zeigen, die in der Nähe sind und bietet weitere Informationen darüber.“



iBeacon Technologie zeichnet Besucher-Bewegungsströme auf



Für das Museum sowie Kuratoren ist es interessant zu sehen, wo und wie lange sich die Besucher in der Ausstellung aufhalten und wie sie sich zwischen den Kunstwerken bewegen. Die iBeacon Technologie zeichnet demnach nicht nur aktuelle Standorte der User auf, sondern auch ihre Bewegungsströme. Weiters führte Arends einige relevante Fragestellungen auf, die mit Hilfe von iBeacons beantwortet werden können: Vergleichen Besucher verschiedene Kunstwerke? Was macht der typische Besucher einer Altersgruppe in einer Ausstellung? Gibt es Übereinstimmungen in den Daten zu vorherigen Ausstellungen oder hängt es von der konkreten Ausstellung selbst ab oder spielt es für den Besucher keine Rolle was gezeigt wird?



Abschließend eröffnete Moderator Thomas Hinterleitner eine kleine Fragerunde bevor das Panel beendet wurde.



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