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Jochen Felsberger, SmartInfoBroker: „Es ist wichtig, auch die Player ins Boot zu holen“

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Wolfgang Bonness, CMO & Produktmanagement von SmartInfoBroker. (Foto: Bernhard Bergmann/Werbeplanung.at Verlag)
Wolfgang Bonness, CMO & Produktmanagement von SmartInfoBroker. (Foto: Bernhard Bergmann/Werbeplanung.at Verlag)

Beim Panel „Beacons in der Praxis“ sprachen Jochen Felsberger und Wolfgang Bonness von SmartInfoBroker am Praxis Tag der etailment WIEN (22. bis 24. Februar 2016) über die unterschiedlichen Anwendungsbereiche der kleinen Sender und erklärten die Vorteile und Herausforderungen gegenüber ähnlichen Technologien.

Jochen Felsberger und Wolfgang Bonness von SmartInfoBroker sprachen und diskutierten mit den Besuchern der etailment WIEN 2016 am Praxis Tag zum Thema Beacons. Gemeinsam mit SmartInfoBroker wurde die etailment WIEN App entwickelt und die Konferenz mit zahlreichen Beacons ausgestattet.



Wolfgang Bonness: „Jedes Unternehmen hat unterschiedliche Anforderungen, wie Beacons sinnstiftend eingesetzt werden können.“ Wir erhalten heute eine Masse an Informationen. Wie können Kunden nun die richtigen Informationen finden? Erstens hilft es laut Bonness, Informationen aktuell zu halten, „es gibt eine Menge an Datenleichen“. Der nächste Ansatz ist, die Information auf die Person zuzuschneiden, also Profiling. „Google und Amazon machen dies. Jedoch funktioniert dies meiner Meinung nach nicht sehr gut. Noch heute liefert mir Amazon nicht passende Informationen“, gibt Bonness zu verstehen. Informationen müssen darüber hinaus auf den Ort des Users abgestimmt werden, „durch das Smartphone bekommt die Position des Kunden auf einmal Relevanz. Hier wird eine Brückentechnologie geschaffen“.



Vorteile und Herausforderungen



Die Vorteile von Beacons sind laut Bonness die universelle Einsetzbarkeit, „unter Wasser funktionieren diese zwar nicht, jedoch sind sie Outdoor-geschützt“. Darüber hinaus sind Beacons energieschonend und können permanent eingeschaltet bleiben, präzise Messungen sind möglich. Letztendlich garantieren Beacons die Privatsphäre, der User hat die volle Entscheidungshoheit.



Bonness sieht jedoch auch Fallen und Stolpersteine bei Beacons: „Bei den Beacons ist man ein passiver Konsument. Bei QR-Codes kann ich als Konsument aktiv handeln.“ Weiters herrscht die Gefahr vor, als Spam wahrgenommen zu werden. Um den User nicht zu verärgern, sollten Overrides und Mutes in die App eingebaut werden. So soll eine hohe Nutzerfreundlichkeit erreicht werden. „Eine Herausforderung kann ebenfalls die Montage von Beacons werden.“ Neben Genehmigungen, vor allem im öffentlichen Raum, müssen erst einmal geeignete Positionen für die Beacons gefunden werden.



Anwendungsbereiche in der Praxis



Danach ergriff Felsberger das Mikrofon und zeigte unterschiedliche Anwendungsbereiche für Beacons. Im Tourismus wären Beacons am Flughafen oder Bahnhof sinnvoll, um den Weg zum Hotel zu finden. Im Hotel gibt es verschiedene Angebote. „Diese Infos bekommt man derzeit über Broschüren etc. Mir persönlich gefällt das nicht. Dies kann man besser machen“, so Felsberger. Der CEO von SmartInfoBroker brachte ein Beispiel aus der Praxis: Kommt man in Klagenfurt an, bekommt man eine Begrüßung aufs Handy. Im Hotel angekommen, erhalten Urlauber Informationen zu den Services. Auch in der Stadtführung machen Beacons Sinn: Diese können den User durch die Stadt leiten und den Reisenden führen. Felsberger weiter: „Beacons kann man natürlich auch in den Handel integrieren. Diese können dem User Angebote auf das Smartphone spielen.“ Auch Guided Tours in Form einer Schnitzeljagd wären ein Anwendungsgebiet für Beacons.



Beacons finden sich auch im Bereich Kunst und Kultur wieder. „Museen erhalten durch Beacons eine Reihe an Vorteilen“, so Felsberger. Museen arbeiten heute oftmals mit QR-Codes oder Tablets. „Gamification ist ebenfalls ein Thema. Wir reden gerade mit einem Museum in London.“ Und Felsberger weiter: „Hier kann man gerade mit vielen Schulklassen arbeiten und diese spielerisch abholen.“ Gleichzeitig können mit Beacons in Museen Werbung und Promotion ausgespielt werden und durch die Ausspielung von Angeboten die Kundenbindung gestärkt werden. Museen müssen ihren Besuchern laut Felsberger mehr bieten als nur Werke: „Bei Museen geht es nicht nur mehr um die Ausstellungsstücke, sondern auch um das Erlebnis.“



„Flughäfen haben einen großen Vorteil: Sie sind autonom und haben in den meisten Fällen eine starke IT. Man kann sich auf Flughäfen viel bewegen“, so Felsberger, „hier gibt es sehr viele Anwendungsbereiche.“ Oftmals kommt es etwa vor, dass man nach zwei Wochen aus dem Urlaub zurückkommt und nicht mehr weiß, wo das eigene Auto steht. In der Business Lounge wäre es mit Beacons angenehmer, wenn etwa schon die Zugangskontrolle über die App funktioniert. Angekommen, erhalten User dann zusätzliche Services. Beim Gate wird man dann durchnavigiert. Hat der Flug Verspätung, kann der Fluggast Informationen über die App erhalten und man kann diesem Angebote ausspielen, mit denen der Kunde die freie Zeit überbrücken kann. „Am Hauptbahnhof bin ich verloren. Beacons wären hier auch eine gute Lösung, um sich zurechtzufinden“, wie Felsberger erklärte.



Smart Parking für die Smart City



Smart Parking eignet sich ebenfalls für den Einsatz von Beacons. Die Frage lautet: Wie kann man mobile Technologien nutzen, um den Parkraum im öffentlichen Raum effizienter zu machen? Beacons werden in den Boden verankert und zeigen an, wenn ein Parkraum besetzt ist. Induktionslösungen sind oftmals sehr teuer, so Bonness, und können selbst in Kleinstädten oftmals Millionen kosten. „Eine Smart City auf Basis von Beacons zu bauen wäre hier naheliegend“, gibt Bonness zu verstehen.



Beacons als Brückentechnologie



Im klassischen Einkaufszentrum sind Beacons auch sinnvoll, so Felsberger. In großen Shopping Malls eignen sich Beacons vor allem für die Koordination, die Ortung und den idealsten Weg. Flussanalysen im Einkaufszentrum sind ebenfalls möglich.



Wie werden Beacons sinnvoll im Einzelhandel eingesetzt, fragte Felsberger. Einen Beacon in einer kleinen Boutique zu installieren, macht nicht viel Sinn. Bonness hatte dazu eine klare Position: „Wenn wir es schaffen, den stationären Handel mit der virtuellen Welt zu verbinden, dann machen Beacons Sinn. So kann sich der Einzelhandel wieder mehr behaupten.“



Für Felsberger müssen auf jeden Fall auch die großen Unternehmen das Thema Beacons aufgreifen, um diese massentauglich zu machen: „Es ist wichtig, hier die Player einmal ins Boot zu holen. Dies ist auf jeden Fall eine Herausforderung.“





Jochen Felsberger, CEO von SmartInfoBroker. (Foto: Bernhard Bergmann/Werbeplanung.at Verlag)
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Jochen Felsberger, CEO von SmartInfoBroker. (Foto: Bernhard Bergmann/Werbeplanung.at Verlag)
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