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"Sie werden sich auf jeden Fall damit auseinandersetzen müssen"

Am 24. September 2014 luden der Dialog Marketing Verband Österreich (DMVÖ) und der Handelsverband zum Event „Indoor & Instore Navigation – Die Fläche wird digital“. Im Zuge der Veranstaltung besprachen Experten die Chancen und Möglichkeiten von Beacons und Co. etailment.at war für Sie vor Ort.

V.l.n.r: Carsten Szameitat (Vorstandsvorsitzender Location Based Marketing Association DACH), Dunja
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V.l.n.r: Carsten Szameitat (Vorstandsvorsitzender Location Based Marketing Association DACH), Dunja
Die Veranstaltung wurde mit der Opening Keynote von Carsten Szameitat eröffnet, Vorstandsvorsitzender Location Based Marketing Association DACH. Dieser versuchte in seinem Vortrag die Frage zu beantworten, ob Beacons und Location Based Information die Zukunft des Handels darstellen. „Sie werden sich auf jeden Fall damit auseinandersetzen müssen. Egal ob beim Parkscheinautomaten, der Waschstraße oder anderen Orten werden Sie mit Beacons in Kontakt kommen“, so Szameitat.

Was bedeutet nun Location Based-Marketing? Mit modernen Übertragungstechnologien wie GPS, Blue Tooth, Cell Tower oder Wifi kann der Standort eines Objektes bestimmt werden. Bei Beacons werden etwa standortbezogene Informationen ausgesendet. Früher mussten Apps im Hintergrund aktiviert sein. „Ein Beacon kann die App auf dem Smartphone aus dem Hintergrund hervorholen“, so Szameitat. Für ihn geht es heute vor allem darum, die Möglichkeiten von Beacons weiterzuentwickeln: „Wir befinden uns noch am Anfang. Zwar ist nicht alles gut, was entwickelt wurde. Aber allein die technischen Möglichkeiten öffnen neue Tore.“

Beacons kreativ nutzen

Szameitat sprach ebenfalls die Einführung von Apple Pay an. Laut Szameitat möchte sich Apple damit „in die Wertschöpfungskette einschleußen“ und im Zuge dessen noch weitere Services anbieten. Apple Pay ist praktisch ein Schritt in die Welt zur Verbindung zwischen On- und Offline. Jedoch schätzt Szameitat, dass die Entwicklung von Apple Pay noch einige Zeit dauern wird und „in den nächsten zwei Jahren nicht relevant sein wird“. Für Szameitat ist es wichtig, Beacons auch auf kreative Art zu nutzen. Abschließend rät er: „Gehen sie mit den Leuten als Menschen um und nicht als Stückgut.“

Praktisches Beispiel: Flughafen Wien Schwechat

Im Anschluss sprach Clemens Kirner, Founder Insider Navigation und Geschäftsführer von Card eMotion Österreich. Anhand eines Beispiels zeigte Kirner, wie Indoor-Navigation und Augmented Reality am Flughafen in Wien Schwechat aussehen könnte. Card eMotion arbeitet in seiner Entwicklung ebenso mit der Technischen Universität Wien zusammen. Diese forscht schon seit 15 Jahren im Bereich Augmented Reality.

Das Projekt sollte zeigen, wie man in der Realität On- und Offline effizient miteinander verweben kann. Die Frage „Wie schaffe ich es, dem Kunden einen Mehrwert zu bieten?“ sollte dabei im Vordergrund stehen. Beim gezeigten Beispiel wurde der Weg vom Eingang des Flughafens bis zum Flugzeug nachgestellt. Mithilfe der Indoor Navigation werden Fragen beantwortet, die auch für Personen interessant sind, die viel fliegen. Wo ist mein Gate? Wie lange dauert die Wartezeit? Wie viel Zeit bleibt noch bis zum Boarding? Bei permanenter Benutzung hielt der Akku am iPhone laut Kirner zwei Stunden. Bei horizontaler Lage des Smartphones wird dabei dem User der Weg am Handy angezeigt, wird dieses bei senkrechter Lage auf Dinge gerichtet, bekommt der Nutzer Informationen zu den einzelnen Standorten. Somit konnte gezeigt werden, wie die digitale mit der realen Welt verschmelzen kann. Wichtig ist für Kirner, dass „der Kunde nicht ständig mit Nachrichten zugepusht wird“.

Ziel für die Zukunft sollte es sein, dem Kunden Informationen abgespeckt zu liefern und diese an jenen Orten zu liefern, an denen die Informationen benötigt werden. „Spannend wird auch das Verschmelzen von Technologien sein“, wie Kirner abschließend betont.

Sinnvolle Use Cases

An der folgenden Podiumsdiskussion beteiligten sich Dunja Bacinger Tomaschitz (Managing Director Marketing & MCR Leder & Schuh), Michael Labschütz (Account Manager Sevenval), Thomas Hinterleithner (Founder und Managing Director LOC-Place.com & DMVÖ Vorstandsmitglied) sowie Carsten Szameitat von der Location Based Marketing Association DACH.

Für Hinterleithner benötigt es vor allem sinnvolle Use Cases, in Hinsicht auf einen effektiven Einsatz von Beacons. Es gilt, vorsichtig mit dem Thema umzugehen. „Viele Händler fragen sich, ob er Kunde nicht mit zu vielen Informationen beliefert wird“, so Hinterleithner. Dementsprechend muss der Handel versuchen, das Verhalten des Kunden besser kennenzulernen und zu verstehen. Anschließend müssen dann passende Serviceangebote geschaffen werden.

“Ready to Go”

Technisch gesehen stellt der Einsatz von Beacons für Michael Labschütz von Sevenval kein Problem dar. „Wir sind Ready to Go“, so Labschütz. Was seiner Meinung nach noch ein großes Problem darstellt ist die Infrastruktur in den Geschäften. Hier gilt eine forcierte Zusammenarbeit mit dem Handel, um Use Cases zu erarbeiten und zu sehen, wo Bedarf besteht.

Als Beispiel aus der Praxis nannte Bacinger Tomaschitz die im letzten Jahr gestartete Aktion des Humanic Avatar: Bei diesem Projekt wurden in 20 Filialen Österreichweit den Kunden beim Betreten des Geschäfts die Füße gescannt. Somit erhielt der Kunde Informationen, welche Schuhe auf seinen Fuß passten beziehungsweise im Geschäft lagernd sind. Vor allem zeigte sich diese Aktion bei Kindern von Vorteil, da diese ihre richtige Größe beim Anprobieren nicht richtig einschätzen konnten. „Dieses Projekt direkt am Point of Sale war spannend – von der Entwicklung bis zum Prozess“, zeigte sich Bacinger Tomaschitz begeistert. Hinsichtlich Beacons läuft gerade ein Pilotprojekt bei Humanic. Bei diesem wird der Kunde am Eingang mittels Beacon begrüßt. Der Kunde geht zu dem Schuh, der ihm gefällt und scannt den Code – sind die Schuhe vor Ort, können sie gleich gekauft werden. Ansonsten ist eine sofortige Bestellung mit den richtigen Maßen möglich.

Aufklärung bezüglich Datenschutz

Hinsichtlich des Themas Datenschutz muss man laut Szameitat Aufklärung betreiben und darf die Angst der Konsumenten nicht beschwichtigen. Weiters, so Szameitat, werden „Beacons in Zukunft etwas sein, dem wir uns nicht verschließen können. Darum sollten wir uns schon jetzt darauf einstellen, damit der Handel rechtzeitig darauf reagieren kann“. Und Labschütz von Sevenval fand die passenden Worte dazu: „Der Kunde muss das Angebot annehmen – wenn das Service gut ist, wird er dies auch tun.“
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