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CASH+/Hagleitner Hygiene

Stefanie Hagleitner: „Hygiene soll Spaß machen“

Hagleitner Hygiene
Stefanie Hagleitner über die neue Konsumentenmarke hagi.
Stefanie Hagleitner über die neue Konsumentenmarke hagi.

Hygiene herzeigbar machen, das ist der Anspruch der neuen Konsumentenlinie hagi aus dem Hause Hagleitner. Verantwortlich dafür ist Stefanie Hagleitner. Mit CASH spricht sie über den Launch kurz vor dem Lockdown, den Eintritt in den Handel und die Hygiene der Österreicher.

CASH: Seit März gibt es mit hagi eine Konsumentenmarke bei Hagleitner. Warum hat man sich entschlossen, das Geschäft auf Privatkunden auszuweiten?
Stefanie Hagleitner: Bei Hagleitner haben lange Zeit immer wieder Privatpersonen angeklopft, sie wollten unsere Produkte auch für zu Hause kaufen – Hagleitner begegnet man ja in vielen öffentlichen Bereichen: im Krankenhaus, im Supermarkt, im Restaurant. Dabei hat sich herausgestellt: Für zu Hause waren die Erzeugnisse und Verkaufseinheiten meistens zu groß. So ist ursprünglich die Idee entstanden, eine Linie speziell für Konsumentinnen und Konsumenten zu entwickeln.

Die Verantwortung für hagi liegt ja bei Ihnen. War das für Sie auch ein bisschen die Chance, im Rahmen des Familienunternehmens etwas Eigenes zu machen?
Bevor ich zu Hagleitner gekommen bin, hatte ich einige Jahre international Berufserfahrung gesammelt. Ich war in ganz unterschiedlichen Firmen tätig – entsprechend vielfältig waren die Produkte, mit denen ich mich auseinandersetzte. Dann beschloss ich, in den familiären Betrieb einzusteigen. Meine Großeltern haben viel geschaffen, meine Eltern schaffen viel. Für mich ist das jetzt zugleich Basis und Herausforderung, um eigenen Ideen Raum zu geben. Es hat sich also gut gefügt: auf der einen Seite die Nachfrage, auf der anderen Seite das unternehmerische Potenzial. Zusammengenommen war das eine tolle Möglichkeit, die Erfahrung von Hagleitner mit etwas Neuem zu verbinden. Als Familienunternehmen haben wir ja außerdem das Glück, spontan und verrückt sein zu dürfen. Unsere Entscheidungen können wir nach eigenen Überzeugungen treffen. Wir haben also gesehen: Das Privatkundengeschäft wird vielversprechend. Darum haben wir gehandelt. Drei Jahre dauerte der Entwicklungsprozess, im März waren die fertigen Produkte da.

Was macht hagi aus?
Hagleitner ist Hygiene vom Profi. Die Produkte wirken zuverlässig, das erwarten sich unsere Kunden auch. Für hagi haben wir genau diese Qualität übernommen und sie Privatpersonen zugänglich gemacht. Vorher aber mussten wir ihre Bedürfnisse verstehen, hierzu hat die Marktforschung maßgeblich beigetragen. In hagi ist also viel Herzblut geflossen, auch das Produktdesign war uns von Anfang an wichtig. Früher hatte Desinfektion ja irgendwie etwas Monkhaftes, nur die wenigsten praktizierten sie öffentlich. hagi will anders auftreten. Hygiene gehört in die Mitte der Gesellschaft, Hygiene soll Spaß machen, herzeigbar sein – und gut in die Handtasche passen.

Mit dem Launch von hagi Anfang März hätte man wohl kaum einen besseren Zeitpunkt treffen können. Sowas kann man nicht timen, oder?
Nein, so was kann man nicht timen. Wir haben den Zeitpunkt einfach getroffen – die Räumlichkeiten für die Pressekonferenz waren lange gebucht.

„Der Hygienestandard wird weiter steigen, das Bewusstsein weiter zunehmen“
Stefanie Hagleitner

War das überhaupt ein Segen oder doch eher ein Fluch, gleich von Beginn an gefordert zu werden?
Einerseits hatten wir sofort eine Menge Bestellungen, andererseits waren wir natürlich gefordert. Wir mussten die Produktionskapazitäten hochfahren, alle im Unternehmen haben dafür ihren Beitrag geleistet. Mit der Corona-Pandemie sind hier ja viele Dinge zusammengefallen. Sie haben nur funktioniert, weil wir auch entsprechend zueinandergehalten haben. Beschäftigte aus dem Bürobetrieb halfen zum Beispiel in der Produktion mit.

Gab es Engpässe?
Zum Launch haben wir natürlich einen gewissen Produktvorrat im Lager bereitgestellt. Aber ich kann Ihnen sagen: Dieser Vorrat war binnen weniger Tage aufgebraucht. Wir waren sogar kurz out of stock. Gleichzeitig haben wir nachproduziert und nachproduziert.

Und jetzt? Hat sich der Ansturm wieder gelegt?
Die Nachfrage ist immer noch groß, doch es kommen jetzt nicht mehr alle Bestellungen auf einmal herein. Die Nachfrage ist konstant auf einem hohen Niveau.

Achten die Österreicher nun mehr auf Hygiene und Desinfektion?
Jedenfalls. Vor Corona haben sich nur wenige täglich die Hände desinfiziert. Mit Corona ist das Bewusstsein anders geworden. So eine Krise macht achtsam, natürlich geht es Menschen dabei aber unterschiedlich. Jeder desinfiziert sich auch jetzt nicht die Hände, das ist klar.

Das heißt, hier gab es für die Österreicher Nachholbedarf?
Nicht nur für uns. Ich glaube: Desinfektion hat in Europa generell lange gebraucht, um gesellschaftlich anerkannt zu sein. Auf anderen Kontinenten ist Desinfektion schon länger State of the Art. Gleichzeitig bin ich überzeugt: Der Hygienestandard wird weiter steigen, das Bewusstsein weiter zunehmen. Heute ist es Corona, morgen vielleicht etwas anderes. Deshalb müssen wir uns einfach vor Augen halten, wie wichtig Hygiene ist – und dass man Produkte verwenden sollte, die allumfänglich wirken; also nicht nur gegen einen bestimmten Erreger. Die Geschichte zeigt: Hygiene hat immer mit Gesundheit zu tun.

Seit Ende Juli sind hagi-Produkte nun auch in einigen Handelsketten erhältlich, davor nur über die eigene Website und Amazon. Wie wichtig war der Schritt in den österreichischen Handel.
Die Menschen erwarten sich wirksame Produkte, die toll aussehen. hagi ist außerdem made in Austria. All diese Vorteile sollen für den täglichen Bedarf verfügbar sein. Hierzu trägt der stationäre Handel wesentlich bei.

Wird es demnächst weitere Listungen im Handel geben?
Ich arbeite daran (lacht).

Eine neue Linie, Erweiterungen am Standort in Zell am See – Hagleitner hat sich 2020 viel vorgenommen und umgesetzt, trotz Krise. Das lässt gespannt in die Zukunft blicken. Was darf man sich von Hagleitner in nächster Zeit noch erwarten?
Einiges! Was ich schon verraten kann: Bei hagi kommt noch dieses Jahr ein neues Produkt hinzu. Bleiben Sie also gespannt.

Frau Hagleitner, vielen Dank für das Gespräch.

Hygiene-Tipps von Stefanie Hagleitner
  1. Achten Sie generell auf Hände- und Oberflächenhygiene – wir greifen mit den Händen ständig Gegenstände an.
  2. Bitte berühren Sie vor allem unterwegs Ihr Gesicht nicht mit den Händen. Ich weiß, es fällt manchmal schwer. Ich selbst musste mir das in den letzten Monaten auch erst abgewöhnen.
  3. Machen Sie sich Krankheitserreger vor Ihrem inneren Auge sichtbar. Es geht schlicht ums Bewusstsein: Praktisch überall können Krankheitserreger lauern, die Hände übertragen sie.
  4. Waschen Sie sich Ihre Hände systematisch – also dann, wenn Sie aus einem unreinen Raum (wie von draußen) kommen und einen reinen Raum (wie Ihre Wohnung) betreten.
  5. Achten Sie auf Produktqualität – besonders bei der Desinfektion: Die Erzeugnisse sollen ausgewiesen wirksam, dermatologisch geprüft und rückfettend für die Haut sein. Die Haut ist Ihr größtes Organ, passen Sie darauf auf.

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