Heidi Chocolat: Gerald Neumair & Gerhard Scha...
 
Heidi Chocolat

Gerald Neumair & Gerhard Schaller: "Wir kämpfen mit massivem Kostendruck"

Das sagen Mag. Gerald Neumair, Verwaltungsratsvorsitzender von Heidi Chocolat und Mag. Gerhard Schaller, Geschäftsführer Heidi Chocolat Niemetz Schwedenbomben Niederlassung Österreich, im Gespräch mit CASH. Neben den finanziellen Herausforderungen thematisieren die beiden Manager auch das Thema Sichtbarkeit im Regal und was sie sich vom Handel in puncto Schwedenbomben, Heidi & Co wünschen.

Heidi Chocolat/Niemetz: Gerald Neumair und Gerhard Schaller im CASH-Interview

CASH: Herr Neumair, Herr Schaller, seit Niemetz nach einer finanziell turbulenten Phase im Juni 2013 von der Julius Meinl-Tochter Heidi Chocolat übernommen wurde, ist das Unternehmen wieder auf Erfolgskurs. Wenn Sie jetzt zurückblicken, wie würden Sie die vergangenen sechs beziehungsweise sieben Jahre beschreiben?
Gerald Neumair: Wir sind sehr stolz, dass wir das Unternehmen und seine beliebten Marken retten konnten und das Erbe von Walter Niemetz bewahren und weiterführen dürfen. Wir sind davon überzeugt: Wäre Heidi nicht gewesen, dann würde es die Schwedenbomben heute nicht mehr geben. Viele unserer damaligen an Niemetz interessierten Mitstreiter haben spätestens bei der Besichtigung des veralteten Maschinenparks von einer Übernahme Abstand genommen.
Gerhard Schaller: Wir wollten dieses historische Kulturgut, das bei den Österreichern unglaublich beliebt ist und im Sympathie- und Vertrauensranking unter den Top-3-Marken liegt, aber unbedingt am Leben erhalten. Dazu gehörte auch das Bekenntnis, die ursprüngliche Konditormethode und die aufwendigen Originalrezepturen mit viel Handarbeit beizubehalten. Da sind wir damals schon ins Risiko gegangen. Und wir haben diesen Schritt nie bereut. Aber es waren definitiv sehr herausfordernde Jahre verbunden mit hohen Investments.

Welchen Betrag haben Sie denn in Summe investiert?
Schaller: In Summe war das ein zweistelliger Millionenbetrag. Neben dem Kaufpreis kamen noch die Investments in Höhe von über 700.000 Euro in den alten Standort sowie ein zweistelliger Euro-Millionen-Betrag für den neuen Standort in Wiener Neudorf dazu. Und die Investitionen enden ja nach einer Übernahme nicht. Heute beschäftigen wir 180 Mitarbeiter und haben deren Anzahl somit vervierfacht. Zur Optimierung der Lieferfähigkeit wird jetzt im Zwei-Schicht-Betrieb produziert, was sich naturgemäß in erhöhten Personalkosten niederschlägt, die im Übrigen einen Anteil von 50 Prozent an den Produktionskosten haben. Außerdem sind wir seit 2015 IFS-zertifiziert und verwenden seit 2014 Fairtrade-Kakao. Des Weiteren haben wir hohe Marketing- und Vertriebsinvestitionen getätigt und einen Zubau inklusive neuer Innovationslinie realisiert, um den steigenden Anforderungen von Handel und Konsumenten gerecht zu werden.

Das gesamte Interview zum Nachlesen gibt's im E-Paper:
Februar 2020
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