Käserebellen: Andreas Geisler: Rebellen in Fe...
 
Käserebellen

Andreas Geisler: Rebellen in Feierlaune

Michael Rathmayr
Andreas Geisler, Geschäftsführer Käserebellen
Andreas Geisler, Geschäftsführer Käserebellen

Vor 160 Jahren starteten couragierte Milchbauern ihre Käseherstellung in Bregenzerwälder Kellern. Zum Jubiläum spricht der Geschäftsführer der Käserebellen, Andreas Geisler, über die Geschichte und innovative Note des Unternehmens.

CASH: Herr Geisler, die Käserebellen feiern heuer das 160-Jahr-Jubiläum. Doch was steckt eigentlich historisch hinter dem Namen Käserebellen?
Andreas Geisler: Im 19. Jahrhundert gab es im Bregenzerwald die sogenannten Käsegrafen, die damals mit viel Gier über den heimischen Milchmarkt herrschten. Durch ihre Marktmacht knebelten sie ihre Bauern mit Schuldscheinen. Im Jahr 1860 wurde es den vier Urvätern der Käserebellen aus Sulzberg jedoch zu viel und sie begannen, ihre Milch im Keller des ehemaligen ortsansässigen Gasthauses Bären selbst zu verkäsen. Mit diesem Vorhaben hatten die vier Bauern so viel Erfolg, dass sich ihnen von Jahr zu Jahr immer mehr Bauern anschlossen. Da die Kapazitäten des Gasthauses im Laufe der Zeit nicht mehr ausreichend waren, wurde eine eigene Sennerei erbaut. Von da an ging es steil bergauf und das Milcheinzugsgebiet wuchs bis zum heutigen Tag stark an. 

Worauf ist man denn bei Ihnen im Haus besonders stolz?
In erster Linie sind wir stolz auf unser tägliches Tun. Wir verwenden für unsere Käsespezialitäten 100 Prozent Bergbauern-Heumilch. Das heißt, dass die Qualität der Milch bei uns bereits bei der Fütterung anfängt. Wie vor Jahrhunderten treiben unsere Bauern die Kühe im Sommer auf die Weiden oder zur Sommerfrische auf die Almen. Vergorene Futtermittel wie Silage stehen nicht auf ihrem Speiseplan. Durch die erstklassige Qualität dieses Rohstoffes können wir beim Käsen auf jegliche Zusatzstoffe und Konservierungsmittel verzichten und damit unsere Käse nach altbewährter bäuerlicher Tradition herstellen. Stolz sind wir selbstverständlich auf unsere Sennereien, die wir alle im Laufe der Zeit ausbauen und modernisieren konnten. Unter anderem haben wir mittlerweile zwei Verkaufsläden – unsere Rebellen-Almen in Zell am Ziller und Reutte direkt neben den Sennereien. Das Produktprogramm umfasst über 30 konventionelle und mehr als 20 Bio-Sorten im Hart-, Schnitt- und Weichkäsebereich, die wir mit verschiedenen Zutaten veredeln und deren Reifezeit variiert. Auch unsere saisonalen Käsespezialitäten bringen Vielfalt in die Käsetheke.

Wie erfolgreich waren Sie damit in den letzten Jahrzehnten?
Mit unseren Heumilch-Käsespezialitäten haben wir es geschafft, uns einen Namen an der Käsetheke zu machen und die prägnante Marke im gesamten LEH mit Bedienungstheke zu festigen. Zudem konnten wir unseren Export ausweiten, sodass wir neben Deutschland und Frankreich mittlerweile auch in viele weitere EU-Länder liefern. Auch in den USA und Australien müssen die Menschen nicht auf den besonderen Geschmack unserer Käsesorten verzichten.

Das gesamte Interview zum Nachlesen finden Sie im E-Paper.

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