Kellogg: Volker Tratz: "Der Cerealienmarkt is...
 
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Volker Tratz: "Der Cerealienmarkt ist explodiert"

Markus Wache
Volker Tratz
Volker Tratz

Frühstücken oder nicht frühstücken, das ist hier die Frage. Kellogg-Geschäftsführer Mag. Volker Tratz spricht im CASH-Interview über persönliche Frühstücksansichten und ein gutes Cerealienjahr, bis Corona kam und plötzlich alles Bekannte „abgeschossen“ hat.


CASH: Wie die Kellogg’s-Frühstücksumfrage 2019 zeigt, ist für fast die Hälfte der Österreicher das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages. Allerdings gilt das nur für die über 30-Jährigen. Die Jüngeren nehmen sich immer weniger Zeit für das Frühstück, jeder Vierte verzichtet sogar darauf. Wie sehen Sie das, ist es wichtig, zu frühstücken? Und frühstücken Sie selbst?
Volker Tratz:
Ich kann beides mit „Ja“ beantworten. Ich war nicht immer gerade ein exzellenter Frühstücker und habe mir das Frühstücken auch erst über die Jahre hinweg anlernen müssen. Mittlerweile geht es aber nicht mehr ohne. Genauso wie ich meinen Kaffee in der Früh benötige, brauche ich jetzt auch das Frühstück. Ich würde zwar nicht so weit gehen, das Frühstück als die wichtigste Mahlzeit des Tages zu bezeichnen, da gibt es ja auch unterschiedliche Ansichten und Studien, aber ich finde, das Frühstück ist einfach eine schöne Mahlzeit – nicht nur am Wochenende, wenn man mehr Zeit hat. Grundsätzlich bin ich ein Verfechter der Ansicht, dass man mit dem
Auffüllen des Kohlehydratspeichers in den Tag starten soll, um einfach genügend Energie zu haben und in die Gänge zu kommen, damit kann man nicht bis zum Mittagessen warten. Dahinter steckt für mich eine gewisse Logik. Was auch immer und wie auch immer man schlussendlich frühstückt, muss jeder für sich selbst entscheiden, da gibt es ja bekanntlich länder-, kultur- und generationenspezifische Unterschiede …

Große Unterschiede. Wenn man sich hier eben die jüngeren Konsumenten anschaut, greifen sie, wenn sie frühstücken, gerne zu Müsli und Cerealien. Wie hat sich das Segment im letzten Jahr
entwickelt?
Wir sehen seit Jahren sowohl in Österreich, aber auch in anderen Ländern, den Trend, dass das Marktwachstum primär aus dem Müsli-Segment kommt. Das heißt, es gab einen Shift, weg von den traditionellen Cerealien, hin zu Müsliprodukten. Der österreichische Gesamtcerealienmarkt war im letzten Jahr circa 63 Millionen Euro schwer, davon wurden fast 36 Millionen mit Müsli erwirtschaftet. Damit ist dieser Bereich mittlerweile sogar das größere Untersegment. Jetzt wäre es ein Leichtes zu sagen, dass das kein Wunder ist, weil die Menschen ernährungsbewusster werden. Das stimmt aber nur zum Teil, denn wenn man genauer hinsieht, greifen die Konsumenten vermehrt zum Knuspermüsli und weniger zu Haferflocken oder Birchermüsli. Zucker- und Energiegehalt sind beim Knuspermüsli und bei den Cerealien durchaus vergleichbar. Bei den Knuspermüslis zeigt sich zudem, dass die Varianten mit Schokoanteil besonders beliebt sind.

Und was heißt das konkret für Kellogg?
Kellogg hat von diesem Wachstum des Müslimarktes sehr stark profitiert. Während der Schütt- oder Flockenmüslibereich fast zu 100 Prozent in den Händen der Eigenmarken liegt, fokussieren wir uns, wie übrigens die meisten Markenhersteller, de facto auf die Knuspermüslis. Hier konnten wir auch etwas dazu gewinnen, während wir bei Cerealien unseren Marktanteil gehalten haben. Der Gesamtmarkt
lag 2019 bei circa plus vier Prozent, hier lag auch in etwa Kellogg. Unsere Marktführerschaft konnten wir im Gesamtmarkt verteidigen.

Das gesamte Interview zum Nachlesen gibt's im E-Paper.

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