Leadership/Ritter Sport: Wolfgang Stöhr: Aust...
 
Leadership/Ritter Sport

Wolfgang Stöhr: Austausch als Schlüssel

Martin Steiger

Ritter-Sport-Österreich-Geschäftsführer Wolfgang Stöhr pflegt nach eigenen Angaben einen amikal-kooperativen Führungsstil und legt Wert darauf, dass neue Mitarbeiter zu den Grundwerten des Unternehmens passen.

CASH: Herr Stöhr, als Geschäftsführer haben Sie vermutlich oft Personalentscheidungen zu treffen. Welche menschlichen und fachlichen Kriterien der Bewerber spielten dabei für Sie eine wichtige Rolle?
Wolfgang Stöhr: Meiner Meinung nach muss die fachliche Kompetenz immer die Voraussetzung sein, aber das ist natürlich je nach Job unterschiedlich. Am Beispiel Key Account Manager wären das Aspekte wie zum Beispiel Kundenorientierung, ein ausgeprägtes analytisches Verständnis, strategisches und zielorientiertes Planungsvermögen und gute Verhandlungskompetenz. Bei den menschlichen Kriterien ist es immer wichtig, dass die handelnden Personen zusammenpassen, beziehungsweise, dass der Kandidat oder die Kandidatin zu den Grundwerten der Firma passt. Für mich wären Kriterien wie gute Kommunikationsfähigkeit, Freude am Arbeiten und Leben, rasche Auffassungsgabe und Teamfähigkeit hier relevant.

Gelten die gleichen Kriterien auch für Führungskräfte und wo suchen Sie diese in der Regel?
Ja, auch bei Führungskräften sind diese Eigenschaften wichtig. Die Suche erfolgt am besten über das Netzwerk beziehungsweise über Mundpropaganda.

Welcher USP macht Ihr Unternehmen im Umgang mit den Mitarbeitern aus und was wird Ihrer Meinung nach am meisten geschätzt?
Dass Ritter Sport ein Familienunternehmen ist, spürt man durch alle Abteilungen und Ebenen. Der Umgang zwischen den Kollegen ist stets freundlich und wertschätzend. Jeder darf und soll seine Meinung äußern – ich bin mir sicher, dass das sehr geschätzt wird.

Wie hat sich die Coronaviruspandemie auf Ihre Mitarbeiter und den Zusammenhalt im Betrieb ausgewirkt?
Die Coronapandemie hatte und hat vor allem im Außendienst große Auswirkungen. Das liegt einerseits am partiellen Besuchsverbot beim Handel, anderseits auch an der Schließung der Gastronomie. Letzteres ist gerade im Winter, wenn man den ganzen Tag unterwegs ist, sehr unerfreulich. Im Innendienst haben wir wieder auf Homeoffice umgestellt, was grundsätzlich recht gut funktioniert. Mir persönlich ist die Anwesenheit der Kollegen im Büro aber lieber, denn der soziale Kontakt ist ein wesentlicher Aspekt, der über das reine „Funktionieren“ hinausgeht.

Wie würden Sie Ihren eigenen Führungsstil beschreiben?
Meinen Führungsstil würde ich als amikal-kooperativ beschreiben. Ich bin der Ansicht, dass sich jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin bei der Erbringung seiner beziehungsweise ihrer Leistungen auch wohlfühlen muss. Ich lege auch großen Wert auf einen engen Informationsaustausch, bei dem Dinge an- und ausgesprochen werden können. Wichtig ist mir zudem, die Rahmenbedingungen für die Entscheidungskompetenzen klar zu definieren und auch zu kommunizieren – innerhalb derer muss schließlich volles Vertrauen herrschen.

Wie zeigen Sie Ihren Mitarbeiter Ihre Wertschätzung, wann loben und kritisieren Sie?
Ich vertrete die Ansicht, dass Wertschätzung verinnerlicht sein muss. Das heißt Lob und Kritik werden nicht geplant, sondern sind Teil der Alltagskommunikation im Anlassfall.

Herr Stöhr, vielen Dank für das Interview!

stats