Österreichisches Sektkomitee: "Hervorragende ...
 
Österreichisches Sektkomitee

"Hervorragende Produkte allein sind nicht genug"

Schlumberger
Benedikt Zacherl hat Ende Februar 2022 den Vorsitz im Österreichischen Sektkomitee übernommen.
Benedikt Zacherl hat Ende Februar 2022 den Vorsitz im Österreichischen Sektkomitee übernommen.

Anlässlich des Österreichischen Tag des Sekts hat CASH bei Benedikt Zacherl in seiner neuen Funktion als Vorsitzender des Österreichischen Sektkomitees nachgefragt, wie es um den österreichischen Sekt, gerade auch in Zeiten der Teuerung, steht und was seine Pläne sind.

CASH: Sie waren maßgeblich an der Gründung des Österreichischen Sektkomitees beteiligt und mehrere Jahre Geschäftsführer. Was bedeutet es Ihnen, nun den Vorsitz innezuhaben, den Sie ja Anfang des Jahres von Herbert Jagersberger übernommen haben.
Benedikt Zacherl: Mit der Gründung des Österreichischen Sektkomitees vor zehn Jahren ist es uns ein wichtiger Schritt in Sachen Bewusstseins- und Imagebildung für heimischen Sekt gelungen. Gleichzeitig haben die österreichischen Sekthersteller mit dieser Interessenvertretung eine gemeinsame und starke Stimme erhalten. Die positive Entwicklung der österreichischen Sektbranche, die steigende Anzahl an Herstellern sowie die wachsende Vielfalt und hohe Qualität österreichischer Sekte zeigen, dass die Arbeit des Sektkomitees Früchte trägt. Als überzeugter Verfechter österreichischen Sekts war und ist das Sektkomitee eine echte Herzensangelegenheit. Dementsprechend freut und ehrt es mich persönlich sehr, dass ich nach sechs Jahren Tätigkeit als Geschäftsführer und zweijähriger Pause heuer den Vorsitz übernehmen durfte.


Sowohl das österreichische Sektkomitee, als auch der Tag des österreichischen Sekts sollen die heimische Sektbranche stärken und österreichischen Sekt entsprechend positionieren. Wie gelingt das? Was bedeuten den Konsumenten regionale Produkte im Schaumweinregal? Marktführer ist ja dennoch ein global agierendes Unternehmen mit einem internationalen Schaumwein-Portfolio und auch die italienischen Produkte sind bei uns stark.
Wir haben in den vergangenen Jahren unter anderem mit der Profilschärfung von österreichischem Sekt, der Einführung einer Qualitätsstufenpyramide für heimische Sekte, der Kennzeichnung durch die rot-weiß-rote Banderole und dem wachsenden Interesse in der heimischen Gastronomie sowie beim Endkonsumenten bereits wichtige Schritte und Maßnahmen erfolgreich umgesetzt. Eine kürzlich beauftragte Studie zum Thema Schaumwein hat ergeben, dass heimische Qualität die Kaufentscheidung der Konsumentinnen und Konsumenten maßgeblich beeinflusst. Mittlerweile herrscht ein breites Interesse an Sekt in unserer Gesellschaft und wir kommen unserem Ziel, vom reinen Anlassgetränk hin zu einem etablierten Produkt mit zahlreichen Verwendungsanlässen - Stichwort Speisenbegleitung - Schritt für Schritt näher. Nun geht es darum, mit Unterstützung der Österreich Wein Marketing (ÖWM) die Herkunft und Qualität, ebenso wie die Vorzüge und vielfältigen Genussmomente unserer erstklassigen heimischen Sekte noch breiter und intensiver zu kommunizieren.

Um grandiosen Schaumwein zu genießen, muss man schon seit einiger Zeit nicht mehr über die Landesgrenzen hinausblicken. Seit 2009 ist der österreichische Schaumweinmarkt im Handel um 30 Prozent gewachsen, wovon auch österreichische Marken verstärkt profitieren. Auch in der Gastronomie, in der vermehrt zu heimischen Schaumweinprodukten gegriffen wird, sehen wir diesen Trend. Darauf dürfen wir stolz sein und dieses Bewusstsein wollen wir verstärkt in der österreichischen Gesellschaft verankern.


Welche Rolle spielen dabei die neue Sektverordnung und die Namensänderung auf "Sekt Austria"? Warum war das ein wichtiger Schritt?
Die Umbenennung in "Sekt Austria" erfolgte Anfang 2022 – der schlichtere Name soll auch im Hinblick auf internationale Konsumentinnen und Konsumenten für leichtere Erkennbarkeit sorgen. Neben dem Namen ändern sich auch einige Parameter für die unterschiedlichen Qualitätsstufen: So beträgt die Mindestlagerzeit des Sekts auf der Hefe bei der Großen Reserve nun 36 statt bisher 30 Monate und hat den berechtigten Anspruch, sich mit den besten Schaumweinen der Welt auf Augenhöhe zu messen, wie zum Beispiel mit Champagner. Die Qualitätspyramide für Sekt Austria (Anm.: bisher Österreichischer Sekt geschützten Ursprungs) ist mittlerweile schon mehr als einem Viertel aller Sekttrinkerinnen und Sekttrinker ein Begriff. Sie dient vor allem als Orientierungshilfe beim Kauf und kennzeichnet österreichische Sekte in drei unterschiedlichen Qualitätsstufen - Klassik, Reserve, Große Reserve - mit der rot-weiß-roten Banderole.
„Seit 2009 ist der österreichische Schaumweinmarkt im Handel um 30 Prozent gewachsen.“
Höhere Qualität geht meistens auch mit einem höheren Preis einher. Wie wirkt sich das aber auf das Konsumverhalten in Zeiten der Teuerung aus?
Im Jahr 2021 haben wir bei österreichischen Trauben eine Teuerung über alle Rebsorten und Qualitäten von 25 bis 30 Prozent erlebt. Das Haus Schlumberger setzt beispielsweise grundsätzlich auf langfristige Verträge mit seinen Partnern – hier sprechen wir von jahrzehntelangen, guten Partnerschaften mit unseren Grundwein-Lieferanten, die uns dabei helfen, Preisschwankungen teilweise auszugleichen. Insgesamt erreichen die steigenden Rohstoffpreise und -verfügbarkeiten jedoch ein noch nie da gewesenes Ausmaß und umfassen beinahe jeden Bereich. Ich bin der festen Überzeugung, dass starke Marken weiterhin ihre Fans haben werden. Eine starke Marke steht für Qualität und Vertrauen, das unsere KonsumentInnen in uns setzen.

Was sind Ihre Pläne für die nächsten Jahre im Österreichischen Sektkomitee?
Es reicht nicht mehr, "nur" hervorragende Produkte auf den Markt zu bringen: Soziale Verantwortung, Stabilität sowie ein starker Fokus auf heimische Wertschöpfung gewinnen gerade in unsicheren Zeiten immer mehr an Bedeutung. Wir wollen Endkonsumentinnen und Endkonsumenten noch gezielter und direkter anzusprechen, wie zum Beispiel durch eine verstärkte Nutzung des Onlinebereichs zur Kommunikation und Information. Unsere Initiativen, wie das neue Veranstaltungsformat Sekt o'clock oder der Tag des Österreichischen Sekts, welcher heuer bereits zum 14. Mal stattfindet, beziehungsweise eine generelle Ausweitung des Event-Angebots sollen diesem Ziel ebenfalls gerecht werden. 

Hier geht es zum Dossier "It's Sekt o’clock!" rund um den Tag des Österreichischen Sekts.

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