Salinen Austria: "Salz wird zunehmend als Gew...
 
Salinen Austria

"Salz wird zunehmend als Gewürz wahrgenommen"

Markus Renner/Electric Arts
Salinen-Geschäftsführer Peter Untersperger
Salinen-Geschäftsführer Peter Untersperger

Salz macht eine Entwicklung durch, wie Peter Untersperger, CEO Salinen Austria, im CASH-Interview berichtet - nicht nur hinsichtlich Trends, sondern auch was Preise betrifft. Darüber hinaus erzählt er von Bestrebungen in internationalen Märkten.


CASH: Die Coronavirus-Pandemie hat nicht nur gesundheitliche Auswirkungen. Auch Lieferschwierigkeiten und Preissteigerungen sind Folgen, die nun durch den Krieg in der Ukraine noch einmal verstärkt werden. Welche Konsequenzen hat das für Salinen Austria? Im Dezember haben sie ja bereits begonnen, die Produktion zu drosseln?

Peter Untersperger: Die Salinen Austria AG steht durch die massiv gestiegenen Kosten für Energie, Rohstoffe, Holzpaletten und Fracht stark unter Druck. Seit Dezember 2021 wurde deshalb die Produktion um 15 Prozent gesenkt. Der Krieg in der Ukraine verschärft die ohnehin schwierige Energie- und Rohstofflage noch zusätzlich. Um die Situation bestmöglich zu meistern, wird die Salinen Austria AG weitere Energieeinsparungen und Investments, aber auch Preissteigerungen vornehmen müssen.

Das Geschäftsjahr 2020/21 war dennoch für den Salinen-Konzern ein Rekordjahr. Ist das ausschließlich der Bevorratung und den Hamsterkäufen geschuldet?
Das Rekordjahr wurde in erster Linie durch ein Kostensenkungsprogramm sowie Preiserhöhungen über alle Segmente hinweg erreicht.
Umsatzentwicklung
Im Vergleich zu 2019 konnte Salinen Austria 2021 einen Zuwachs bei der Verkaufsmenge von 10,3 Prozent erreichen.


Salz ist nicht gleich Salz. Wo sehen Sie die Trends – vor allem, wenn man bedenkt, dass das Gesundheitsbewusstsein der Konsumenten gestiegen ist?
Siedesalz ist nach wie vor mit Abstand das meistverkaufte Salz in Österreich. Gleichzeitig hat sich aber natürlich auch das Salzsortiment, wie es bereits in anderen Lebensmittelbereichen der Fall ist, ausdifferenziert. Salz wird zunehmend als Gewürz wahrgenommen und kommt auch dementsprechend unterschiedlich zum Einsatz: Unser neues Bad Ischler Gourmetsalz Salzzart mit feinen Salzflocken als Finishing für Fleischgerichte oder Patisserie, Kräutersalz für Gemüse- und Salatgerichte usw. Das heißt, man hat heute im Gegensatz zu früheren Zeiten meist mehr als nur ein Salzprodukt zu Hause. Außerdem geraten beim Kochen mehr denn je die Lebensmittel und ihre Produktion selbst in den Fokus und gerade der Konsum regionaler Produkte wird als wichtiger gesellschaftlicher Beitrag gesehen.

Hinsichtlich der Qualität der Lebensmittel lässt sich neben der Regionalität auch ein weiterer Trend deutlich erkennen: Chemische oder sonstige Zusätze in Nahrungsmitteln werden kritischer hinterfragt als früher und Naturbelassenheit gilt als besonderes Qualitätsmerkmal im Gegensatz zum mit Mikroplastik versetzten Meersalz. Unser Bad Ischler Natursalz und unser Bad Ischler Salzzart liefern auf diese Anforderungen die perfekte Antwort.

Die Salz-Manufaktur von Salinen Austria in Hallein
Salinen Austria
Die Salz-Manufaktur von Salinen Austria in Hallein
Erst vor wenigen Wochen hat Salinen Austria bekannt gegeben, dass man in Ungarn auf die Distributionskraft von Maresi setzt. Sie waren aber schon vorher im Land tätig. Warum hat man sich nun für die Zusammenarbeit entschieden?
Gemeinsam sind wir einfach stärker. Mit dem Team von Maresi vergrößern wir unmittelbar unsere Präsenz am Retailmarkt, um die Ungarinnen und Ungarn für Siedesalz aus Österreich zu begeistern. Auch im Hinblick auf den geplanten Launch der neuen Marke Bad Ischler International sehen wir großes Potenzial in der Zusammenarbeit mit Maresi.

Was sind Ihrer Meinung nach darüber hinaus die Zukunftsmärkte für das Salz von Salinen? Will man noch weiter expandieren?
Die Österreichische Salinenaktiengesellschaft ist seit Oktober 2021 an einem türkischen Salzproduzenten mit Zutritt zu den größten Salzvorkommen im Osten der Türkei beteiligt. Mit einem hohen zweistelligen Millioneninvestment aus Österreich werden die türkischen Minenstandorte weiter ausgebaut bzw. die modernste Siedesalzanlage in der Türkei gebaut. Damit schlagen wir eine Brücke zu neuen Märkten. Der türkische Heimmarkt ist durch seine Größe attraktiv, aber auch der Nahe Osten, Afrika und Südostasien rücken durch verbesserte Logistikoptionen in greifbare Nähe.

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