Alfred Schrott/Manner: Süße Versuchung
 
Alfred Schrott/Manner

Süße Versuchung

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Alfred Schrott, Manner-GF® Josef Manner & Comp AG
Alfred Schrott, Manner-GF® Josef Manner & Comp AG

Ex-Unilever Österreich-Boss Dr. Alfred Schrott ist bei der Josef Manner & Comp. AG gelandet. Im CASH-Interview verrät der neue Marketing- und Verkaufsvorstand seine Leidenschaft für die hauseigenen Nuss-Würfel und spricht über die Pläne für die Zukunft.

CASH: Herr Dr. Schrott, seit September zeichnen Sie bei Manner für den Posten des Marketing- und Verkaufsvorstands verantwortlich. Welche Ziele haben Sie sich für das verbleibende Geschäftsjahr 2009 und für 2010 gesetzt?



Alfred Schrott: Vorerst steht natürlich eine erste Phase des Kennenlernens auf dem Plan. Mir ist zwar der gesamte FMCG-Bereich schon bekannt, aber Süßware ist eine der wenigen Kategorien, die ich noch nicht ganz so intensiv kenne. Es geht nun darum, die Markenwelt, das Unternehmen und die Strukturen kennenzulernen und das Geschäft so weiterlaufen zu lassen und zu stabilisieren, wie es jetzt ist. Außerdem legen wir großes Augenmerk auf die Markenpositionierungen der Kernmarken Manner und Casali und konzentrieren uns auf den Ausbau unserer Expansion. Hier lag der Fokus zuletzt auf Tschechien, wo wir ja heuer eine Niederlassung gegründet haben, die sich in den letzten Wochen umsatzmäßig sehr gut entwickelt hat.

Nach Ihrem Wechsel vom internationalen Konzern Unilever zu einem traditionellen österreichischen Familienunternehmen sind Sie nun, wie bereits angesprochen, mit neuen Strukturen konfrontiert. Haben Sie jetzt im Vergleich zu vorher auch mehr Handlungsspielraum?



Also die Rolle ist eine ganz andere. Das Unilevergeschäft ist ein sehr großes und auch schönes Geschäft mit tollen Marken, aber es ist ein international gesteuertes. Natürlich bietet die Einbettung in einen internationalen, starken Konzern auch viele Vorteile, aber ich habe nach einer neuen Herausforderung gesucht und wollte eine ganz andere Unternehmensstruktur kennenlernen. Im Falle Manner ist die Zentrale hier in Wien und die Welt rundherum ist vielleicht eine Spur kleiner, aber sie wird von hier gemacht, was wiederum Freiräume und auch andere Möglichkeiten in der Markengestaltung gibt.

Bedeutet mehr Handlungsspielraum auch, dass Sie etwas an der Preispolitik verändern werden? Manner Schnitten sind ja oft in Aktion.



Das wiederum hat eigentlich wenig mit Preispolitik zu tun, denn gerade im Süßwarenbereich sind die Preise rohstoffabhängig.Wenn also die Rohstoffpreise – und da sind die Zeichen derzeit gegeben – von beispielsweise Kakao oder Haselnüssen wieder steigen, dann werden wir aus diesem Grund reagieren müssen. Wenn sich die Situation auf dem Rohstoffmarkt aber entspannt, dann werden wir das nicht tun. Denn es ist ganz klar die Philosophie des Hauses und des Gründers, Süßwaren zu leistbaren Preisen anzubieten. In einer Zeit in der wir von Krise sprechen, wäre es absolut der falsche Weg, die Preise anzuheben – wenn es sich vermeiden lässt.

Sie haben gerade die Krise angesprochen. Wie geht es Manner denn angesichts der wirtschaftlich schwierigen Bedingungen?



Im Export spüren wir die Krise schon, wobei man hier auch wieder differenzieren muss, denn in Deutschland etwa geht es uns gut. Da wachsen wir mit der Marke Manner nielsengemessen um 30 Prozent und können in Summe auch volumsmäßig zulegen. Ebenfalls gut, weil zweistellig im Umsatz, ist die Entwicklung in Slowenien. Je weiter wir aber in den Osten – nach Rumänien, Bulgarien und auch nach Ungarn – gehen, desto schwieriger ist die Situation, weil die Menschen dort von der Krise einfach stärker betroffen sind. Als internationaler Markenartikler müssen wir aber unsere Produkte auch dort auf einem ähnlichen Preisniveau halten.

Und in Österreich?



In Österreich ist die Umsatzentwicklung stabil. Hier haben wir auch im Markenbereich bei Napoli mit Dragee Keksi und in manchen Bereichen von Casali deutlich Marktanteile gewonnen und können eine positive Bilanz ziehen. Aber ein Wachstum  gibt es nicht und so haben wir auch in Österreich nicht von der Krise profitiert.

Mit welcher Strategie versuchen Sie denn, der Kaufzurückhaltung der Konsumenten gegenzusteuern?



Unsere Hauptfokusländer sind natürlich jene rund um Österreich und da zeigt sich aber auch, dass man mit eigenen Niederlassungen, wie beispielsweise in Slowenien, gut entgegenwirken kann. Somit ist ein starker Auftritt als Markenartikler und ein gezielter Markenaufbau in unseren Nachbarländern Teil unserer Strategie, um die Auswirkungen der Krise etwas abzufedern.

Teil der Unternehmensstrategie von Manner ist ebenso die Produktion von Eigenmarken. Wird sich unter Ihrer Führung diesbezüglich etwas ändern?



Dass wir Handelsmarken produzieren ist ja keine Neuigkeit und das wird auch so bleiben. Klar ist aber, dass wir zukünftig den Fokus verstärkt auf die Marke legen werden. Denn wie stark die Marke Manner mit Österreich verbunden und wie beliebt sie bei den Konsumenten ist, zeigen ja auch die Ergebnisse Ihrer aktuellen Brand-Equity-Erhebung. Sich verstärkt auf unsere Markenpositionierung zu konzentrieren, ist also mit Sicherheit der richtige Weg.

Und wie schätzen Sie die Entwicklung der Eigenmarken generell ein?



Das Eigenmarkenwachstum für die nächsten Jahre ist vorprogrammiert, weil der Handel – und das ist europaweit so – nach wie vor dabei ist, immer mehr Kategorien mit Handelsmarken zu besetzen. Ob das jetzt in jeder einzelnen Kategorie funktioniert, wage ich zu bezweifeln, denn ich weiß aus meiner Historie, dass es durchaus Bereiche gibt, wo Eigenmarken schon den Sättigungspunkt erreicht haben und nicht mehr zum Umsatzwachstum beitragen.

Manner überrascht seine Fans ja immer wieder mit Innovationen. Auf welche neuen Produkte dürfen sich die Konsumenten denn heuer und im nächsten Jahr freuen?



Ganz neu im Sortiment haben wir derzeit die Manner Creme Minis, die bei den Konsumenten sehr gut ankommen. Damit greifen wir auch den Trend zu kleinerem und leichterem Genuss auf. Jeder versucht heutzutage sich figurbewusst zu ernähren, will aber nicht auf diesen kleinen Luxus zwischendurch verzichten.
Dann wird es bei der Marke Napoli wie schon im letzten Jahr wieder ein „Dragee Keksi des Jahres 2010“ als Limited Edition geben. Das „Dragee Keksi des Jahres 2009“ in der Sorte Erdbeer war ein Riesenerfolg und wir konnten hier im Wert um 16 Prozent wachsen, während der gesamte Keksmarkt ein Minus von fünf Prozent zu verzeichnen hat. Deshalb führen wir das fort und rufen Dragee Keksi-Liebhaber auf unserer Homepage sogar dazu auf, eine der Geschmacksrichtungen Chili Amarena-Kirsch, Waldbeer-Joghurt und Banane hierfür zu nominieren.

Und was naschen Sie von Manner am liebsten?



Also ich muss zugeben, dass ich mir bei Terminen immer die Nuss-Würfel aus den Naschereien raussuche. Aber natürlich dürfen die Manner Schnitten auch nicht fehlen, vor allem dann nicht, wenn die Kinder mit dabei sind.

Vielen Dank für das Gespräch.





Creme Minis Nougat® Josef Manner & Comp AG
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Creme Minis Schokolade® Josef Manner & Comp AG
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