the female factor: Diversität als Business Ca...
 
the female factor

Diversität als Business Case

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Mahdis Gharaei (l.) und Tanja Sternbauer stehen für mehr Diversität ein.
Mahdis Gharaei (l.) und Tanja Sternbauer stehen für mehr Diversität ein.

Mehr Frauen in Führungspositionen bringen einem Unternehmen viele Vorteile, sagen Mahdis Gharaei und Tanja Sternbauer, Gründerinnen von the female factor. CASH erzählen sie, welche das sind und wie Leadership der Zukunft darauf aufbauen muss.

Mit den Worten "Meine Verbindung ist leider nicht so gut, aber ich mache kurz das Video an, dass du mich zumindest einmal siehst", werde ich von Tanja Sternbauer begrüßt, als ich mich mit ihr und Mahdis Gharaei zum virtuellen Interview treffe – sie ist mit mir gleich per Du. Remote zu arbeiten ist in Zeiten wie diesen nichts Ungewöhnliches. Für die beiden Gründerinnen von the female factor gehörte es aber auch davor schon zu ihrem Alltag, schließlich sitzt die eine in Wien, die andere in Zypern und ihr Netzwerk spinnt sich über die ganze Welt. The female factor ist eine globale Community für eine neue Ära weiblicher Führungskräfte, sie bietet maßgeschneiderte Karriere- und Geschäftsmöglichkeiten und berät Unternehmen für mehr Diversität.

CASH: In Eurem Tun setzt Ihr euch stark für Frauen in Führungspositionen ein. Abgesehen vom Gender-Gap – zum Beispiel kommen in Österreich auf 192 Vorstände nur etwa 14 Frauen – warum braucht es mehr Frauen in Führungspositionen?
Tanja Sternbauer: Es haben bereits viele Studien gezeigt, dass mehr Diversität im Führungsteam schon allein ökonomische Vorteile bringt und das ist doch das primäre Ziel der meisten Unternehmen. Frauen verbessern das Arbeitsklima und die Mitarbeiterbindung, sind kreativ und innovativ. Auf der an deren Seite machen Frauen 50 Prozent der Bevölkerung aus und wir haben eigene Interessen und Bedürfnisse. Dafür braucht es Frauen, die auf der Entscheidungsebene repräsentativ tätig sind.
Mahdis Gharaei: Wir sehen Diversität nicht mehr nur als Charity-Projekt für die Gleichstellung, sondern als einen sinnvollen Business-Case. Es geht um effektive Hiring-Prozesse, die gute Talente nicht nur finden, sondern auch halten und um eine wertschätzende Unternehmenskultur. Wenn Diversität von oben weg gelebt wird, sieht man den meisten Erfolg. Da setzen wir an, dabei können wir unterstützen.

Wenn Frauen schon allein aus ökonomischer Sicht so wichtig sind, warum gibt es noch nicht mehr Frauen in Führungspositionen beziehungsweise was braucht es, dass sie dort hinkommen?
Sternbauer: Das ist eine gute, aber sehr komplexe Frage, für die es leider keine einfache Antwort gibt. Wir versuchen das immer auf drei Ebenen herunterzubrechen. Um eine langfristige Veränderung zu bewirken, braucht es Änderungen auf gesellschaftlicher, systemischer und individueller Ebene, die aber auch zusammenspielen müssen. Das heißt: eine Abkehr von klassischen Rollenbildern, junge, weibliche Vorbilder in
Tech-Unternehmen und Vorständen und ein Aufbrechen des Patriarchats. Männer sollen genauso in Karenz gehen können, ohne belächelt zu werden. Auf individueller Ebene setzen wir auf die drei Cs: Confidence, Competence und Connection, also Selbstvertrauen, Management- und Verhandlungs-Skills sowie ein geeignetes Netzwerk.

Lesen Sie das gesamte Interview in der Juni-Ausgabe von CASH, hier im E-Paper.
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