Vöslauer: Birgit Aichinger: Prickelnd statt s...
 
Vöslauer

Birgit Aichinger: Prickelnd statt still

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Birgit Aichinger: "Wir akzeptieren Fehler, die auf der Suche nach Neuem einfach vorkommen."
Birgit Aichinger: "Wir akzeptieren Fehler, die auf der Suche nach Neuem einfach vorkommen."

An starken Frauen in der Mineralwasser-Branche mangelt es nicht, doch die heimische Marktführerschaft liegt einzig bei Vöslauer und somit bei Geschäftsführerin Birgit Aichinger. Im CASH-Gespräch gibt sie einen Einblick in die Firmenkultur und zeigt, warum Scheitern zum persönlichen Wachstum dazu gehört.

CASH: Frau Aichinger, die richtigen Führungskräfte für das Unternehmen zu finden ist nie einfach. Wie wählen Sie also aus? Welche menschlichen und fachlichen Kriterien sind für Sie ausschlaggebend?
Birgit Aichinger: Menschen, die für Vöslauer arbeiten, müssen „zu uns passen“, das heißt, sie sollten unser gemeinsames Verständnis für unsere Werte und unsere Mission teilen, neugierig und mutig sein, eigenverantwortlich arbeiten, offen für Neues sein und gern über den Tellerrand blicken. Vor allem aber sollten sie Herzblut haben, für das, was wir hier tun. Wenn sich Menschen, die bei uns arbeiten wollen, damit gut identifizieren können und nachhaltiges Engagement gut finden, dann sind sie bei uns richtig. Abgesehen vom fachlichen Know-how natürlich. Das trifft aber auf alle zu, nicht explizit auf Führungskräfte. Wir schätzen außerdem Kolleginnen und Kollegen, die kreativ und eigeninitiativ sind, daher ist es auch durchaus möglich, dass sich die Menschen innerhalb des Unternehmens zu Führungskräften entwickeln. Das ist natürlich auch in Hinblick auf die fachliche Kompetenz ein riesiger Vorteil, wenn die beruflichen Erfahrungen innerhalb des Unternehmens gesammelt wurden.

Wie würden Sie dabei Ihren eigenen Führungsstil beschreiben?
Unsere Mission „Die Quelle ist unser Ursprung. Wir schaffen Wohlbefinden und löschen den Durst der Zeit“ ist die Basis unseres Tuns und bestimmt damit maßgeblich die Arbeits- und Führungskultur mit. Damit alle am selben Strang ziehen und wir unsere Unternehmensziele erreichen, ist es wichtig zu wissen, woher man kommt, wo unsere Wurzeln sind und wohin die Reise gehen soll. Dieses Wissen quer durch alle Unternehmensbereiche zu vermitteln sehe ich als meine und die Aufgabe einer Führungskraft generell. Also das Herstellen eines gemeinsamen Verständnisses durch offene, klare und transparente Kommunikation. Wesentliche Führungsaufgabe ist es auch Innovationen zu treiben und vor allem sie umzusetzen, also Realität werden zu lassen. Uns ist es gelungen eine Kultur und Struktur zu schaffen, wo das möglich ist. Unsere Kollegen und Kolleginnen haben nicht nur innovative Ideen, sondern agieren auch enorm umsetzungsstark und eigenverantwortlich. Und wir Führungskräfte geben Raum dafür.

Was macht Vöslauer einzigartig beim Umgang mit den Mitarbeitern und was davon wird Ihrer Meinung nach am meisten geschätzt?
Wie gesagt, orientieren wir uns an unseren Werten und an unserer Mission, legen Wert auf Flexibilität, Agilität, Eigenverantwortlichkeit, Offenheit und Mut für Neues. Im Detail bedeutet das – und das unterscheidet uns auch im Wesentlichen von anderen großen Unternehmen –, dass wir sehr flexibel und agil arbeiten und aufgrund sehr flacher Hierarchien kurze und rasche Entscheidungswege haben. Das erfordert neben großer Eigenverantwortlichkeit auch Vertrauen und entsprechende Strukturen, Prozesse und eine dementsprechende Unternehmenskultur, fördert aber letztlich auch Innovationen. Zudem ist Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei uns kein Lippenbekenntnis, sondern wir haben uns ernsthaft damit auseinandergesetzt und Schlüsselpersonen in die Diskussion mit einbezogen. Damit wollen wir die besten Voraussetzungen für Motivation und Loyalität schaffen.

Wie gehen Sie mit Fehlern und Scheitern um?
Wir glauben an ehrliche und offene Kommunikation, intern wie extern. Wir setzen uns ehrgeizige operative Ziele, wenn wir sie erreichen freuen wir uns. Wenn wir sie nicht erreichen, suchen wir nach Verbesserungen. Wir akzeptieren Fehler, die auf der Suche nach Neuem einfach vorkommen – hoffentlich nur einmal. Wir haben aber auch den Mut, auf Fehler hinzuweisen. Wir wachsen mit unseren Aufgaben und wollen uns stetig weiterentwickeln und das geht meist dann am besten, wenn Dinge nicht so gut klappen. Man könnte das auch als eine Art „lustvolles Scheitern“ bezeichnen.

Positives Feedback ist ja auch wichtig – wie und wann loben Sie?
Das ergibt sich automatisch aus der Zusammenarbeit heraus und hier ist rasches wie direktes Feedback wichtig, vor allem positives. Wie ich das tue? Offen, ehrlich und aufrichtig. Wir legen alle sehr viel Herzblut, in das, was wir hier tun und das gehört auch gewürdigt.

Frau Aichinger, danke für das Gespräch.

Über Birgit Aichinger
Die Vöslauer-Geschäftsführung hat 2000 im Unternehmen als Marketingleiterin begonnen – in dieser Funktion wurde sie 2014 als „MarketerIn des Jahres“ ausgezeichnet. In weiterer Folge war die 50-Jährige mit den Bereichen Produktentwicklung und Verkauf Inland tätig, bevor sie 2018 den Chefposten übernommen hat. Vor Vöslauer hat sie beim Marketing der Inzersdorfer Pannonia VertriebsgmbH mitgewirkt. Aichinger ist verheiratet und hat ein Kind.

 

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