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Christoph Thomann: Insekten zum Knuspern

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Zirp-Insects-CEO und Gründer Christoph Thomann sieht ein enormes Wachstumspotenzial für Insekten als Lebensmittel-Zutat - wenn die Gesetzgebung mitspielt.
Zirp-Insects-CEO und Gründer Christoph Thomann sieht ein enormes Wachstumspotenzial für Insekten als Lebensmittel-Zutat - wenn die Gesetzgebung mitspielt.

Einen Fleischersatz der anderen Art bietet Zirp Insects: Mit Heimchen, Heuschrecken und Buffalo-Würmern möchte CEO und Gründer Christoph Thomann den Ernährungsgewohnheiten Europas ein umweltfreundliches Update verpassen.

CASH: Herr Thomann, wie kommt man darauf, essbare Insekten herzustellen?
Christoph Thomann: Nach meinem Studium, das war 2011, gab es einen Report der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, in dem es hieß, Europa müsse langfristig die Ernährung ändern. Insekten waren darin als mögliche Nahrungsquelle angeführt. Das hat mich fasziniert und je mehr ich mich damit auseinandergesetzt habe, umso besser wurden die Gründe, diese Lebensmittel zu pushen. Zirp habe ich mit drei weiteren Gesellschaftern dann 2017 als Start-up gegründet. Nun suchen wir Investoren, um in Österreich und ganz Europa zu wachsen.

Sehen Sie Insekten als Fleischersatz?
Definitiv – und was für einer. Insekten sind das ökologisch deutlich effizientere tierische Protein für unsere Ernährung. „Klassische“ tierische Produkte werden aus dem Handel nicht verschwinden aber Insekten wären eine ideale Ergänzung oder gar ein Ersatz für etwa Rindfleisch. Der durch die Zucht verursachte CO2-Abdruck ist bei Insekten signifikant geringer.

Aber so ein direkter Ersatz sind sie dann auch wieder nicht, schließlich sind sie nicht vegetarisch.
Nein, immerhin sind Insekten Tiere und somit definitiv nicht vegetarisch oder gar vegan. Das wollen wir auch gar nicht behaupten, ganz im Gegenteil. Insekten sind quasi Fleisch, bloß eben nicht von den üblichen Nutztieren.

Wie werden Insekten eigentlich gezüchtet und woher beziehen Sie sie?
Wir züchten nicht selbst, sondern haben eigene Lieferanten. Aus Österreich erhalten wir sie von Betrieben in Vorarlberg und Kärnten, dazu werden wir aus Holland und Belgien beliefert. Grundsätzlich versuchen wir, so regional wie möglich zu sein, aber das ist wegen der wenigen Zuchtbetriebe noch eine Herausforderung. Die Insekten werden in stapelbaren Zuchtboxen gehalten, wodurch eine enorm hohe Tierdichte erreicht werden kann. Für die ist das aber natürlich, daher geht das nicht auf Kosten des Tierwohls. Gefüttert werden kann, abhängig vom Insekt, sehr vieles – wie etwa Altbrot oder Obst und Gemüse aus landwirtschaftlichem Überschuss. Die Zucht ist also extrem nachhaltig.

Das gesamte Interview zum Nachlesen gibt's im E-Paper: hierlesen
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