AMA Marketing: Tierwohl im Rampenlicht
 
AMA Marketing

Tierwohl im Rampenlicht

AMA/Mayr
Das AMA Milchsymposium fand am 25. Mai im Raiffeisenforum in Wien statt.
Das AMA Milchsymposium fand am 25. Mai im Raiffeisenforum in Wien statt.

Haltungsformen und Tierwohl standen im Fokus des AMA-Milchsymposiums, das am 25. Mai 2022 stattfand. 

Unter dem Motto "Zum Wohle des Tieres, lasst uns unsere Haltung ändern", lud die AMA Marketing zum diesjährigen Milchsymposium. Dieses fand nach Corona-bedingter Präsenz-Pause heuer wieder im Raiffeisenforum in Wien statt. "Wir haben eine konkrete Vision von Tierwohl und werden unseren Auftrag dahingehend stärker akzentuieren", versprach AMA-Marketing-Geschäftsführer Michael Blass in seiner Begrüßungsrede. Dass sich diese Vision noch nicht mit der Realität deckt, zeigte ein vor Kurzem vom VGT veröffentlichtes Video eines Schweinemastbetriebs, das ehemals das AMA-Gütesiegel getragen hat. Blass kritisierte die seiner Ansicht nach, einseitige Darstellung des Sachverhaltes ohne Berücksichtigung der Umstände, in denen sich der Schweinebauer befindet. "Wäre es so schlimm, wenn die Berichterstattung ein wenig mehr der Realität entsprechen und den Einsatz und die Leistung der Bauern hervorheben würde?", fragt sich Blass ironisch. Die AMA würde ihre Tierwohl-Maßnahmen konsequent weiterverfolgen. Der Schwerpunkt liege etwa auf den "breit aufgestellten Langzeitprogrammen, wie beim Masterplan Schwein", so der AMA-Marketing-Chef.

Wertschätzung für heimische Landwirtschaft

Um die Rolle der Bauern ging es auch in der anschließenden Gesprächsrunde modertiert von Stefan Lenglinger (ORF) zwischen Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger und Stefan Lindner, Aufsichtsratsvorsitzender der Berglandmilch. "Die wirklichen Tierschützer sind die Bäuerinnen und Bauern, die jeden Tag schauen, dass es den Tieren gut geht", so Moosbrugger, für den eine Wertschätzung der regionalen Versorgung maßgeblich ist. Bei der Tierhaltungskennzeichnung befürchtet der LK-Präsident indes Schwierigkeiten, wenn es darum geht, die Produktionsvielfalt der Tierhaltungsbetriebe hierzulande in ein einheitliches Kennzeichnungssystem zu gießen. Lindner forderte indes unter anderem dazu auf, die Besonderheiten der österreichischen Landwirtschaft mit all den sich daraus ergebenden Herausforderungen anzuerkennen. 

Rüdiger Sachsenhofer, Qualitätsmanager AMA-Marketing, präsentierte die Ergebnisse einer aktuellen repräsentativen Online-Umfrage von marketagent.com. Diese soll zeigen, dass die Verbraucher mit Tierwohl in erster Linie eine artgerechte Haltung, im Sinne von Auslauf ins Freie und Platz im Stall, verbinden. Weitere wichtige Faktoren sind kurze Transportwege für die Tiere und eine hohe Qualität der Futtermittel. Für das Tierwohl im AMA-Gütesiegel-Programm seien ihm zufolge die Landwirte gefolgt von den Kontrollorganen, Milchabnehmern, LEH, Konsumenten und schließlich die AMA-Marketing verantwortlich. 

Milchbranche im Ausland

Den Blick über die Grenzen Österreichs hinaus gaben Referenten aus Deutschland und der Schweiz, die unter anderem über die Rolle der staatlichen Unterstützung der Milchbranche in diesen Ländern sprachen und die Bemühungen im Bereich Tierwohl, das in diesen Ländern aber jeweils unterschiedlich definiert und umgesetzt wird.

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