Beiersdorf: Trotz Umsatzminus gut aufgestellt
 
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Trotz Umsatzminus gut aufgestellt

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Die Beiersdorf Zentrale in Hamburg.
Die Beiersdorf Zentrale in Hamburg.

Beiersdorf hat im vergangenen Geschäftsjahr 7,025 Milliarden Euro umgesetzt - rund 5,7 Prozent (organisch) weniger als im Vorjahr. Durch strategische Investitionen soll der Wachstumskurs der vergangenen Jahre 2021 fortgesetzt werden.

Der Umsatzrückgang ist allerdings kein Indikator für ein schlechtes Jahr für Beiersdorf, ganz im Gegenteil: Der Konzern konnte Marktanteile bei allen Kernmarken, in allen Hautpflegekategorien und in allen Regionen gewinnen. Das Consumer-Geschäft brachte 5,7 Milliarden Euro ein, das entspricht einem organischen Minus von 6,6 Prozent. Das Ergebnis nach Steuern beträgt 636 Millionen Euro, ein Rückgang von 19,3 Prozent gegenüber 2019. Beim Klebstoff-Geschäft von tesa kamen 1,325 Milliarden Euro zusammen, ein organischer Rückgang von 1,5 Prozent. Die stärksten Rückgänge gab es im zweiten Quartal 2020, danach entwickelten sich die Geschäfte durchwegs positiv - so wuchs das Geschäft von tesa in der zweiten Jahreshälfte bereits wieder über dem Vorjahresniveau.

Abgefedert wurden die Umsatzrückgänge besonders vom Hautpflege-Segment, welches um 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen ist. In Nord- und Lateinamerika sowie Asien gab es sogar ein zweistelliges Wachstum. In Mitleidenschaft von den Reisebeschränkungen ist allerdings die im Flughafengeschäft starke Premium-Kosmetikmarke La Prairie gezogen worden - diese musste einen Umsatzrückgang von 23,9 Prozent verkraften. Durch ein zweistelliges Wachstum der Marke am chinesischen Markt ist eine Erholung allerdings schon in Sicht. Das EBIT beträgt 906 Millionen Euro, ein Minus von 17,3 Prozent. Unverändert von der Pandemie blieben die Investitionen in die Strategie C.A.R.E.+, in deren Rahmen in den kommenden fünf Jahren zusätzliche 300 Millionen Euro fließen werden. Die Schwerpunkte sind dabei Nachhaltigkeit, Digitalisierung und die weitere Erschließung von Wachstumsmärkten. 

Weiter auf Kurs

Stefan De Loecker, Vorstandsvorsitzender der Beiersdorf AG, blickt auf 2020 zurück: "Vergangenes Jahr haben sich die Kundenbedürfnisse quasi übers Wochenende geändert. Beiersdorf konnte darauf schnell und agil reagieren und die Schwerpunkte entsprechend verlagern. Dementsprechend gut sind wir auch durch das Jahr 2020 gekommen, denn wir mussten weder Mitarbeiter entlassen, noch in Kurzarbeit schicken und die Anzahl der Auszubildenden und Trainees ist gleich geblieben. Außerdem konnten wir alle geplanten Innovationen auf den Markt bringen."

Die Nettoliquidität wurde um 10,4 Prozent auf 4,690 Milliarden Euro gesteigert und das Eigenkapital wuchs um 2,8 Prozent auf 6,263 Milliarden Euro. Dazu sagt Dessi Temperley, Finanzvorständin der Beiersdorf AG: "Unsere weiterhin starke Cashgenerierung und unsere hohe Nettoliquidität zeigen die Resilienz von Beiersdorf in der globalen Pandemie. Auf dieser starken Basis konnten wir die bewusste Entscheidung treffen, unsere Investitionen in der Krise nicht zu reduzieren. Im Gegenteil: Wir haben unsere Investitionsoffensive unverändert fortgesetzt."

Auf die Geschäftsentwicklung für das Jahr 2021 blickt Beiersdorf optimistisch. "Wir haben in diesem Jahr noch einige Unsicherheiten. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir mit dem Anlauf der Impfungen in vielen Ländern bis Ende des Jahres deutliche Verbesserungen sehen werden", so Stefan De Loecker.

Stefan De Loecker, CEO von Beiersdorf

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