Beiersdorf: Vereinzeltes Wachstum
 
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Vereinzeltes Wachstum

Beiersdorf
Beiersdorf kann selbst im schwierigen Geschäftsjahr 2020 ein Umsatzplus in manchen Bereichen aufweisen.
Beiersdorf kann selbst im schwierigen Geschäftsjahr 2020 ein Umsatzplus in manchen Bereichen aufweisen.

Zwar gingen die Konzernumsätze von Beiersdorf im ersten Halbjahr um über zehn Prozent zurück, am schwierigen Hautpflegemarkt konnte sich der Hersteller jedoch behaupten.

Beiersdorf schließt das erste Halbjahr mit einem Umsatz von 3,449 Milliarden Euro ab, was jedoch einem Minus von 10,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitrum entspricht. Den Bereich Consumer Care hat es dabei schlimmer als die tesa-Sparte getroffen, bei den Pflegeprodukten beträgt das Minus 10,9 Prozent, beim Klebstoff genau 10 Prozent. Das EBIT beläuft sich auf 472 Millionen Euro.

Stefan De Loecker, Vorstandsvorsitzender der Beiersdorf AG, kommentiert das Ergebnis so: "In diesem extrem turbulenten Jahr ist auch unser Geschäft von der Covid-19-Pandemie stark beeinflusst. Der gesamte Hautpflegemarkt ging signifikant zurück. Infolgedessen waren die Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung des ersten Halbjahres 2020 deutlich spürbar. Dennoch konnte Beiersdorf in diesem herausfordernden Marktumfeld Anteile hinzugewinnen. Das zeigt die Stärke unserer vertrauenswürdigen ikonischen Marken, unsere Fähigkeit, auf die sich schnell ändernde Verbrauchernachfrage zu reagieren, sowie die Resilienz unserer Teams und des gesamten Unternehmens. Wir haben uns seit Beginn der Krise darauf konzentriert, die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter und Partner zu gewährleisten, unsere Verbraucher weiter mit unseren Produkten zu versorgen und besonders gefährdete gesellschaftliche Gruppen zu stärken."

Der Vorstandsvorsitzende geht nicht davon aus, dass die Folgen der Pandemie schnell abklingen werden, daher spricht er von "äußerst unsicheren Rahmenbedingungen", die jedoch der von Beiersdorf verfolgten Strategie "C.A.R.E.+" keinen Abbruch bereiten werden. Bemerkenswert ist, dass es trotz der Rückgänge in vielen Bereichen auch Wachstumssegmente gibt. Die Hautpflege-Sparte, zu der Eucerin und Aquaphor gehören, konnte ein Umsatzplus von 6,2 Prozent aufweisen.

Europa, Weltmarkt und Ausblick

Der Umsatz am europäischen Markt sank um 13 Prozent auf 1,382 Milliarden Euro, in Westeuropa waren es sogar 14,3 Prozent weniger. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Märkte Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien besonders stark von Covid-19 betroffen waren. Wesentlich glimpflicher kam Osteuropa davon, wo die Beiersdorf-Umsätze nur um
6,3 Prozent zurückgingen.
In Amerika blieb das Umsatzminus aus, hier konnten sogar 1,5 Prozent Wachstum verzeichnet werden. Geschuldet ist das unter anderem dem Kauf der Sonnencreme-Marke Coppertone. Der Umsatz am Sammelmarkt Afrika/Asien/Australien schrumpfte um 14,4 Prozent, wobei Indien, die Türkei, Indonesien und Japan am stärksten betroffen waren. In Australien, Malaysia und Saudi-Arabien gab es hingegen positive Zahlen.

Laut dem Halbjahresgeschäftsbericht hat sich die Vermögens- und Finanzlage des Konzerns seit Jahresende 2019 nicht wesentlich geändert. Für das laufende Geschäftsjahr geht man von einem Umsatzminus in beiden Geschäftsbereichen aus, das EBIT wird signifikant unter dem vom Vorjahr bleiben.
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