Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ): Bestb...
 
Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ)

Bestbieterprinzip wird ausgeweitet

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Hermann Schultes sieht eine große Chance für die heimischen Lebensmittelhersteller (Foto: Anna Schreiner/LKÖ)
Hermann Schultes sieht eine große Chance für die heimischen Lebensmittelhersteller (Foto: Anna Schreiner/LKÖ)

Die heute vom Ministerrat abgesegnete Novelle zum Bundesvergabegesetz besagt, dass hinkünftig sämtliche Nahrungsmittel dem Bestbieterprinzip unterliegen.

Hermann Schultes, Präsident der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich, erklärt die Causa: "Täglich werden über zwei Millionen Mahlzeiten in Verwaltungsgebäuden, Schulen, Internaten, Kasernen, Krankenhäusern, Pflege- oder Altersheimen verzehrt. Künftig können dafür regionale Lebensmittel eingekauft werden, da im Ministerrat heute die Novelle zum Bundesvergabegesetz beschlossen wurde und somit das Bestbieter-Prinzip bei öffentlichen Ausschreibungen für Nahrungsmittelbeschaffungen gilt. Betroffen von dieser Neuregelung sind nunmehr alle Lebensmittel. Nun gilt es, rasch alle Beschaffungspläne des Bundes und der Bundesländer dieser neuen Situation anzupassen. Auf diese Weise können Regionalität, Frische und Nachhaltigkeit beim Lebensmitteleinkauf aktiv gelebt werden."

Zur Erinnerung: Seit 1. März 2016 gilt das Bestbieterprinzip für bestimmte Lebensmittel, nunmehr wurde es auf alle ausgeweitet. Schultes weiter: "Der Bundesgesetzgeber hat mit dieser Novelle klargestellt, dass die hohen heimischen Standards, wie Gentechnikfreiheit oder bessere Tierwohl-Regeln, die von ihm selbst für alle bäuerlichen Produzenten beschlossen worden sind, auch für die Einkäufe der öffentlichen Hand gelten sollen."

"Der teurere Bestbietereinkauf hat seine Gründe", erklärt Schultes, "in der besonderen Sorgfalt, der Qualität, der Frische, dem Tierwohl, der Hygiene und der strengen Kontrolle, die bei österreichischen Bauern geschätzt werden. Die Gäste und Kunden in der Gemeinschaftsverpflegung müssen aber auch wissen, welche Sorgfalt geübt wird. Das ist Wertschätzung für die Gäste. Deshalb ist die Information über die Herkunft eine wichtige Voraussetzung, dass die Mehrkosten verstanden und sich die Kunden über die Qualität freuen werden".

In der Praxis heisst das nichts anderes, als dass es bei der Ausschreibung um das beste und nicht ausschließlich um das billigste Angebot geht. Regionalität, nachvollziehbare Herkunft, breite Vielfalt und höchste Qualität sind die Markenzeichen vieler heimischer Lebensmittel. Mit den neuen Beschaffungsregeln öffnet man nun österreichischer Qualität die Türen in die Großküchen, weil endlich qualitativ hochwertigen Lebensmitteln der Vorrang vor Billigimporten gegeben werden kann. Schultes abschließend: "Heimische Vielfalt und Güte sind für alle da und dürfen wegen Billigangeboten niemandem vorenthalten werden."
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