Verband der Brauereien Österreichs: Bierausto...
 
Verband der Brauereien Österreichs

Bieraustoß 2014 stabil

Kurt Keinrath
Brauereiverbandsobmann und Ottakringer-AG-Vorstandsvorsitzender Sigi Menz mit dem neuen Aktionslogo "Bierland Österreich". ©Kurt Keinrath
Brauereiverbandsobmann und Ottakringer-AG-Vorstandsvorsitzender Sigi Menz mit dem neuen Aktionslogo "Bierland Österreich". ©Kurt Keinrath

2014 konnte Österreichs Brauwirtschaft das hohe Vorjahresniveau mit einem Gesamtausstoß von rund 9,3 Mio. Hektoliter halten. Während im Inland ein leichter Rückgang von 0,6 % auf 8,49 Mio. hl (inkl. alkoholfreiem Bier) zu verzeichnen war, zog der Export um 8 % an.

Gemeinsam mit der Geschäftsführerin des Verbandes der Brauereien Österreichs, Mag. Jutta Kaufmann-Kerschbaum, präsentierte Verbandsobmann Mag. Sigi Menz, Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor der Ottakringer Getränke AG, die Bilanz der heimischen Brauwirtschaft für 2014.

„Wir haben den Turbulenzen der europäischen Wirtschaft ebenso getrotzt wie den Kapriolen des österreichischen Wetters. Enorme Sortenvielfalt, ausgeprägte Genusskultur und starke regionale Verwurzelung tragen dazu bei, dass österreichisches Bier nach wie vor höchste Wertschätzung genießt und einen beachtlichen Wirtschaftsfaktor darstellt“, kommentierte Menz die vorgelegten Zahlen. Im Vergleich zum guten Jahr 2013 konnte das Niveau mit einem Gesamtausstoß von rund 9,3 Mio. Hektoliter gehalten werden. Den Rückgang im Inland von 0,6 % auf 8,49 Mio. hl (inkl. alkoholfreiem Bier) konnten Exportsteigerungen um 8 % kompensieren. Wichtigste Exportländer waren Deutschland, Italien und Kroatien.

Die gute Nachfrage bestätigt auch der Pro-Kopf-Verbrauch in Österreich: Mit rund 105 Liter Bier verteidigte Österreich 2014 im Europa-Ranking abermals seine Silbermedaille hinter der Tschechischen Republik (135 l) und vor Deutschland (99,5 l).

Unterschiedliche Sortenentwicklung



Lager-/Märzenbier blieb klar die beliebteste Biersorte mit rund 5,37 Mio. hl. Das entspricht einem leichten Rückgang um 0,5% gegenüber 2013 und einem Marktanteil von 63,2 %. Einbußen im Vergleich mit dem Vorjahr mussten 2014 der Radler mit Alkohol bei einer Gesamtmenge von rund 510.100 hl (-9,5%), Leichtbier mit rund 13.200 hl (-4,4%), Schankbier mit knapp 399.000 hl (-7,4%), Weizenbier mit rund 117.000 hl (-5,2%) sowie Spezialbiere mit knapp 294.000 hl (-6,5%) hinnehmen. Die Radlerrückgänge sieht Menz nicht zuletzt witterungsbedingt durch den mäßigen Sommer 2014 verursacht, gleichzeitig hätten wohl nicht alle neuen Mischungen der jüngeren Vergangenheit im Vergleich zu "klassischen" Radler auf längere Sicht die erwünschten Erfolge gebracht.

Alkoholfreies ist gefragt



Ein kräftiges Plus konnte 2014 – wie bereits im Jahr zuvor – alkoholfreies Bier erzielen: Rund 205.000 hl bedeuten eine Absatzsteigerung um 30,9 % (rund 48.000 hl). „Die Stilvielfalt und Innovationsfreude der heimischen Brauereien machen sich auch bei alkoholfreien Bieren bemerkbar“, erläuterte Kaufmann-Kerschbaum den Aufwärtstrend.

Besonders deutlich fiel die Steigerung beim alkoholfreien Weizenbier aus: Hier ist der Absatz von 8.300 auf 25.100 Hl gestiegen. Ebenso konnten Vollbiere (+3,7 % bzw. rund 46.000 hl) sowie Bockbier (+1,3 % bzw. rund 300 hl) Zuwächse verzeichnen.

Craftbiere als belebendes Element



Unter den mehr als 1.000 verschiedenen Bieren, die in Österreich gebraut werden – diese wurden im Vorjahr mit der Aktion des Brauereiverbandes www.wievielbierhabenwir.at erhoben – finden sich viele sogenannte Craftbiere. Diese sind „zweifellos eine Bereicherung der heimischen Bierlandschaft“, so Kaufmann-Kerschbaum. Das Plus beim Bockbier dürfte zum Teil auf diese Biere zurückzuführen sein, die oftmals einen höheren Alkoholgehalt haben als beispielsweis die Lager-/Märzenbiere. Noch würden diese Kreativbiere nicht gesondert erfasst, ihren Marktanteil taxiert der Verband im Bereich von derzeit rund einem Prozent des Gesamtausstoßes. Kommendes Jahr sollen sie aber erstmals als eigene Kategorie erfasst werden.

Der „Codex alimentarius austriacus“ (das Österreichische Lebensmittelbuch) wurde jedenfalls kürzlich bereits um die Kategorie „Kreativbiere“ erweitert worden. Das sind Biere mit außergewöhnlichen natürlichen Rohstoffen (wie Honig, Fichtennadeln, Gewürze) bzw. besonderer Herstellungsart, wobei der Basischarakter nach wie vor Bier ist. Damit ist Österreich eindeutig fortschrittlicher als Deutschland, wo nach wie vor krampfhaft am überholten Reinheitsgebot festgehalten wird

Flaschenbier am beliebtesten



Wie 2013 erweist sich die Glasflasche (Ein- und Mehrweg) mit einem Marktanteil von rund 53 % als bevorzugte Gebindeart. Mehr als 3,7 Mio. hl wurden aus der 0,5-Liter-Flasche getrunken, das bedeutet einen Marktanteil von rund 44 %. Die 0,33 l-Flasche kam auf 9 %. Leichte Absatzeinbußen erlitt das Fassbier mit minus 2,5 %. Insgesamt wurden 2014 rund 2 Mio. hl Bier vom Fass gezapft. Nach Absatzkanälen gelangen rund 30 % des heimischen Biers über die Gastronomie und rund 70 % über den LEH an die Konsumenten.

Neue Dachmarke „Bierland Österreich“



Ab sofort gibt es zudem eine neue Dachmarke für österreichisches Bier: „Bierland Österreich“ ist das neue Aktionslogo des Brauereiverbandes, das künftig bei allen Kommunikationsmaßnahmen einsetzt wird. Im Rahmen eines Kreativ-Wettbewerbes, der sich vor allem an junge Nachwuchs-Designer richtete, ging diese Wort-Bild-Marke im vergangenen Jahr unter mehr als 300 Einreichungen als Sieger-Sujet hervor. Eine Jury aus Braubranche, Gastronomie und Werbung unter Vorsitz des Werbeprofis Alois Grill kürte den Entwurf „Bierland Österreich“ des Wiener Grafikstudios zs art zur neuen Wort-Bild-Marke für alle PR- und Marketingaktivitäten des Brauereiverbandes. Um das neue Logo allen Bierliebhabern näher zu bringen, startet der Verband Mitte März 2015 (begleitet vom Social Media-Auftritt www.facebook.com/bierlandoesterreich) die österreichweite Kampagne „Ich steh auf ‚Bierland Österreich‘!“. In jeder Landeshauptstadt werden fünf übergroße Logos affichiert; mit einem Foto davor bzw. darauf können Bierfans Bierparties beim Wirt ihrer Wahl sowie Sachpreise gewinnen.
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