CASH+/Schweinepest: Seuchengefahr belastet Br...
 
CASH+/Schweinepest

Seuchengefahr belastet Branche

Kevin Jackson
Vor einer Woche schleppte ein WIldschwein die Schweinepest ins deutsche Brandenburg ein.
Vor einer Woche schleppte ein WIldschwein die Schweinepest ins deutsche Brandenburg ein.

Nach Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei unserem größten Nachbarn wurden deutsche Exporte nach Asien gestoppt. In Österreich purzeln daher die Preise für Schweinefleisch. CASH hat nachgefragt, wie die heimische Branche reagiert.

Erstmals wurde die für Menschen ungefährliche Tierseuche bei einem toten Wildschwein in Brandenburg nahe der Grenze zu Polen nachgewiesen. Wie der Standard und die Lebensmittelzeitung berichten, blockt nun China Fleischexporte aus Deutschland. Dies wiederum führt zu gedrückten Preisen für Schweinefleisch am österreichischen Markt, da die deutsche Ware nun auf den EU-Märkten verteilt wird.

"Belastend für Erzeugerpreise"

Die ASP ist ein Thema, das die österreichische Fleischbranche schon seit Jahren beschäftigt. Auch bei den Marcher Fleischwerken ist man besorgt und sagt auf CASH-Nachfrage: "Die ASP rückt bedrohlich nahe an die österreichischen Grenzen heran. Es ist aus wirtschaftlicher Sicht von immenser Bedeutung, dass die Seuchenpräventionsmaßnahmen greifen und wir sind alle angehalten unser Mögliches dazu zu tun, die Seuche von Österreich fernzuhalten. Wenn sie in Österreich ausbricht, spiegeln sich die Vorfälle, die wir momentan in Deutschland sehen. Der Export in die ostasiatischen Märkte bricht zusammen und die Schweinepreise sind in Diskussion, was letztlich die Erzeugerpreise belastet."

Weniger Sorgen macht sich Mag. Rudolf Berger, Geschäftsführer von Berger Schinken: "Berger Schinken setzt seit jeher auf Rohstoffe aus Österreich. Daher sind wir von der afrikanischen Schweinepest in Deutschland und allfälligen Lieferbeschränkungen von Rohware aus Deutschland nicht betroffen. Wir gehen davon aus, dass über Wanderbewegungen von Wildschweinen die Schweinepest auch nach Österreich eindringen wird – die Auswirkungen sind aus heutiger Sicht jedoch nicht vorhersehbar."

Auch Wiesbauer-Geschäftsführer Thomas Schmiedbauer wartet noch ab: "Aufgrund der derzeit noch ungesicherten Faktenlage ist eine konkrete Stellungnahme zum Auftreten der Afrikanischen Schweinepest in einem deutschen Bundesland nicht aussagekräftig. Wiesbauer beobachtet die Situation genau und ist mit seinen Lieferanten auf die notwendigen Schritte eingestellt."

"Als reiner Verarbeitungsbetrieb sind wir nicht direkt betroffen. Da wir nur wärmebehandelte Produkte exportieren, erwarten wir keine Auswirkungen", so Dr. Franz Radatz, Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens. "Die größte Sorge ist die Volatilität des Rohstoffmarktes aufgrund übereilter Reaktionen von Spekulanten und internationalen Behörden. Unsere Branche hat in den vergangenen Monaten schon genug unter Ausschlägen des Rohstoffmarktes – insbesondere auch im Teilstückbereich gelitten."

Kein Preisverfall in Österreich

Wie die Apa berichtet, ist es der österreichischen Schweinebörse gelungen, einen drastischen Preisverfall wie in Deutschland abzuwenden. "Die über Jahrzehnte aufgebaute ausgezeichnete Gesprächsbasis zwischen Produktion, Schlacht- und Verarbeitungsbranche sowie Lebensmitteleinzelhandel ist eine österreichische Besonderheit und insbesondere in derart kritischen Phasen hilfreich. So ist es uns gelungen, einen drastischen Preisverfall von 20 Cent wie in Deutschland abzuwenden. Die in Österreich am Mittwoch beschlossenen -8 Cent/kg sind zwar ebenfalls bedauerlich für die Erzeuger, aber in Relation zum internationalen Geschehen müssen wir das als Erfolg bewerten", berichtet der Geschäftsführer der Ö-Börse, Johann Schlederer. 

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