Coronavirus (Update 27.3.): Alkohol für Desin...
 
Coronavirus (Update 27.3.)

Alkohol für Desinfektionsmittel gesucht und gefunden

Chokniti Khongchum/pixabay.com
Schnapsideen und Ausnahmeregelungen gegen die Alkohol-Knappheit bei Desinfektionsmitteln.
Schnapsideen und Ausnahmeregelungen gegen die Alkohol-Knappheit bei Desinfektionsmitteln.

Bioethanol darf nun auch für Desinfektionsmittel verwendet werden, Agrana liefert seit Anfang der Woche an die Industrie. Die Vorarlberger spenden indessen Hochprozentiges. Spirituosenhersteller rüstet um.

Desinfektionsmittel sind seit Wochen Mangelware, nicht zuletzt, weil auch der Alkohol knapp wird. Nun wurde vom Umweltministerium, wie die APA berichtet, bei Erlass die Ausnahmegenehmigung zur Verwendung von Bioethanol für Desinfektionsmittel erlaubt. So darf der Zuckerkonzern Agrana den hochprozentigen Alkohol, der vorwiegend aus stärkehaltigen Getreidearten wie Weizen oder Mais sowie aus Zuckerrübendicksaft hergestellt wird, und eigentlich nur für Treibstoffe gedacht ist, an die Industrie, nicht an Apotheken liefern, um beim Kampf gegen den Coronavirus zu unterstützen. Am Montag startete der erste Tankwagen.

Destillerie Lustenau ruft zu Alkohol-Spenden auf

Auch Brennereien könnten ihren Beitrag leisten und statt Schnaps Desinfektionsmittel herstellen. Diesen Ansatz verfolgt bereits die Destillerie Freihof in Lustenau. Sie haben den Aufruf gestartet, hochprozentigen Alkohol für die Herstellung von Desinfektionsmittel zu spenden. Zahlreiche Vorarlberger seien diesem bereits nachgekommen. "Wir haben keine Ahnung, mit wie viel wir rechnen können. Das werden wir dann am Donnerstag wissen, wenn wir alles ausleeren. Am Freitag oder Anfang der Woche werden wir alles zu einem möglichst hochprozentigen Alkohol hochbrennen", so Freihof-Chef Johann Drexel gegenüber der APA und versichert, sich bei der weiteren Produktion an das Desinfektionsmittel-Rezept der WHO zu halten. Die Desinfektionsmittel sollen anschließend in Absprache mit der Gemeinde an Arztpraxen, Pflegeheime, eventuell auch an Supermärkte gespendet werden. Die Kosten von ca. 10-15 Euro pro Liter tragen zu Hälfte Johann Drexel sowie der Liechtensteiner Unternehmer Florian Fritsch, nach dessen (Schnaps-)Idee das Projekt umgesetzt wird. Alkohol-Spenden sind bei Freihof noch bis Mittwochmittag möglich.

Spirituosenhersteller Gautier-Mückstein rüstet um
(Update 26.3.)

Um die Engpässe bei Desinfektionen zu reduzieren, hat das Familienunternehmen Gautier-Mückstein seinen Spirituosenbetieb kurzerhand zur Produktionsstätte für Desinfektionsmittel umfunktioniert.  "Unsere Maschinen laufen seit Kurzem auch für die Produktion von Desinfektionsmittel. So können wir die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter sichern und gleichzeitig die Engpässe bei der Desinfektion reduzieren", zeigt sich Florian Mückstein von Gautier-Mückstein zufrieden. Den Bescheid des Bundesministeriums erhielt Gautier-Mückstein im März, seither wird das wichtige Gut streng nach den Richtlinien der WHO produziert. Die Abfüllung erfolgt in Großgebinde wie Kanister, die an verschiedene Unternehmen, Lebensmittelproduzenten sowie Apotheken geliefert werden.

Henkell Freixenet spendet hochprozentigen Alkohol
(Update 26.3.)

In enger Zusammenarbeit mit Merck Performance Materials und Aumeas unterstützt auch Henkell Freixenet die Produktion von Desinfektionsmittel. Der Alkohol stammt aus der Entalkoholisierung
von Wein für die Herstellung von alkoholfreiem Sekt und aus der Spirituosenherstellung von Henkell Freixenet. Für den Herstellungsprozess funktioniert Merck eine Anlage, in der normalerweise
hochreine Produkte für die Halbleiter-Industrie hergestellt werden, komplett um. Einen Teil der Produktion übernimmt außerdem der Wiesbadener Apothekenverbund Aumeas. "Im engen Austausch mit der Stadt Wiesbaden haben wir die Idee entwickelt, den aus der Entalkoholisierung resultierenden Alkohol an Wiesbadener Krankenhäuser und Gesundheitsabnehmer zu spenden. Gemeinsam mit Bürgermeister Oliver Franz haben wir Infraserv Wiesbaden sowie die im Industriepark Kalle-Albert angesiedelte Gesellschaft des Darmstädter Wissenschafts- und Technologieunternehmens Merck als Partner für die Herstellung des Desinfektionsmittels an Bord holen können. Zusätzlich kam als Partner der Wiesbadener Apothekenverbund Aumeas hinzu, der einen weiteren Teil der Produktion übernimmt", so Jan Rock, Kommunikationschef von Henkell Freixenet in Wiesbaden, und ergänzt: "Wir danken ausdrücklich Peter Bartholomäus von Infraserv Wiesbaden und Dr. Dirk Schmalz von Merck Performance Materials sowie Martin Hofmann von Aumeas in Wiesbaden! Mit dieser Maßnahme wollen wir gemeinsam unseren kleinen Beitrag zur Bekämpfung des Coronavirus leisten."

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