CASH+/Coronavirus: Molkerei-Branche ist gerüs...
 
CASH+/Coronavirus

Molkerei-Branche ist gerüstet

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CASH hat sich in der Molkerei-Branche umgehört, welche wirtschaftlichen Auswirkungen das Coronavirus auf ihr Geschäft hat, ob die Nachfrage nach Milch- und Molkereiprodukten steigt und welche Vorkehrungen zur Schadensbegrenzung getätigt werden.

Das Coronavirus breitet sich laufend aus und sorgt für immer mehr Krankheitsfälle auch in Österreich. Wie die heimischen Molkereien auf die neuen Umstände reagieren, mit welchen Herausforderungen sie aktuell konfrontiert sind, aber auch welche Chancen sich dadurch eventuell aufgetan haben, lesen Sie in den nachfolgenden Statements. 
Josef Braunshofer, Geschäftsführer Berglandmilch
Die weitere Entwicklung ist schwer abschätzbar. Aktuell bemerken wir sowohl im In- als auch im Ausland eine erhöhte Nachfrage nach länger haltbaren Produkten, vor allem nach Haltbarmilch in der 1-Liter Packung.
Josef Braunshofer
Berglandmilch
Veronika Breyer, Leitung Marketing NÖM

Hier stehen alle vor einem ähnlichen Risiko, denn die Panikmache greift um sich. Auf der einen Seite lassen sich Konsumenten zu Hamsterkäufen hinreißen, hingegen auf der anderen Seite Verunsicherung zum Thema Übertragbarkeit über Handelswaren herrscht, die schlichtweg nicht gegeben ist. Hier hilft am Ende des Tages nur eine korrekte und vernünftige Aufklärung.

Michael Waidacher, Geschäftsführer Gmundner Molkerei

Wir merken eine große Sensibilisierung bei allen Marktteilnehmern und auch die Auswirkungen von Hamsterkäufen. Derzeit sind immer wieder Absatzschwankungen durch dieses kurzfristig geänderte Einkaufsverhalten spürbar. Wie sich die Situation weiterentwickelt, wird sich in den kommenden Wochen weisen. Natürlich ist durch unsere Logistikketten erhöhte Vorsicht geboten. Auch wir beobachten die laufenden Entwicklungen. 

Josef Rupp, Vorstandsvorsitzender Rupp

Durch unsere Tochtergesellschaft in China sind wir bereits von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen worden. Seit Ende Februar wird dort für den asiatischen Markt wieder produziert, so dass der wirtschaftliche Schaden – soweit wir das bis jetzt absehen können – relativ beschränkt blieb. Im europäischen Handel können wir beobachten, dass zum Teil einige unserer Handelspartner verstärkt ihren Lagerbestand mit unseren Produkten ausbauen. Ein verändertes Konsumverhalten des Endkunden konnten wir bis jetzt nicht registrieren. Für uns ist das größte Risiko, dass durch Coronafälle in geographischer Nähe zu unserer Firma beispielsweise in Süddeutschland und Tirol Quarantänemaßnahmen vorgenommen werden können, die direkt oder indirekt den Betrieb sowohl im Verwaltungs- als auch Produktionsbereich behindern können. Interne Maßnahmen wurden bereits innerbetrieblich getroffen um ein Risiko sowohl für Mitarbeiter als auch für Produktion so gering wie möglich zu halten.

Helmut Petschar, Geschäftsführer Kärntnermilch
Dass es aufgrund der aktuellen Situation natürlich eine gewisse Unsicherheit in der Bevölkerung gibt, ist klar, es kommt aber auch vermehrt zum Nachdenken, zeigt Chancen für heimische und regionale Produkte auf und trägt dazu bei, dass regionale Produktionen noch mehr gestärkt werden. 
Helmut Petschar
Markus Wache
Andrea Fuhrmann, Geschäftsführerin Savencia Fromage & Diary Österreich

Wir sind bei Savencia sehr auf die Gesundheit unserer Mitarbeiter und Konsumenten bedacht. Selbstverständlich arbeiten alle unsere Werke mit höchsten Qualitätsstandards und sind entsprechend zertifiziert. Nichtsdestotrotz haben wir die Sicherheitsmaßnahmen verschärft, um abzusichern, dass wir beiden Aspekten auch jetzt zu 100 Prozent gerecht werden. Unsere Gruppe in Frankreich verfolgt das Thema Coronavirus sehr streng und adaptiert regelmäßig die Sicherheitsvorkehrungen. Für Aussagen über entsprechende Auswirkungen ist es derzeit noch zu früh.

Andreas Gasteiger, Geschäftsführer SalzburgMilch
Aktuell sind keine Beeinträchtigungen absehbar, aber natürlich beobachten auch wir die Entwicklung sehr genau. Da in unseren Betrieben ohnehin sehr strenge hygienische Vorschriften herrschen, mussten wir bislang keine weitergehenden Maßnahmen ergreifen. Alle Mitarbeiter sind sehr gut in Hygienebelangen geschult und informiert.
Gasteiger
wildbild SalzburgMilch
Cathrin Topp, Head of Marketing Switzerland & Austria Danone

Wie genau sich COVID-19 bei weiterer Ausbreitung auf unser Geschäft auswirken wird, ist aktuell schwer abzusehen. Wir beobachten die Entwicklungen sehr aufmerksam und stehen in engem Kontakt mit den lokalen Behörden. Im Allgemeinen gehen wir für 2020 davon aus, dass die globalen wirtschaftlichen Bedingungen insgesamt sehr volatil und unsicher bleiben werden. Wir produzieren zurzeit wie vorgesehen die geplanten Mengen. Die Lieferfähigkeit unserer Produkte wird in den kommenden Wochen nicht beeinträchtigt sein. Wie es danach sein wird, können wir aktuell nicht sagen, da dies von vielen externen Faktoren abhängt, die wir nicht beeinflussen können. Unabhängig davon unternehmen wir natürlich alles, um auch langfristig lieferfähig zu bleiben.


Wolfgang Schwödt, Nationaler Vertriebsleiter Fromageries Bel

Um unsere Geschäftstätigkeit aufrechtzuerhalten, haben wir entsprechende Vorsichtsmaßnahmen implementiert. Wir haben uns dafür entschieden internationale Dienstreisen zu unterlassen. Lediglich Reisen, die für die Aufrechterhaltung des Geschäfts zwingend von Nöten sind, sind nach kritischer Prüfung durch das Management erlaubt. Mitarbeiter, die privat oder geschäftlich in Risikogebieten waren, sollen zudem sicherheitshalber die Büroräumlichkeiten beziehungsweise Produktion vorerst nicht betreten. Wir beobachten die aktuelle Lage, um auf Veränderungen sofort reagieren zu können. 

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