GS1 Austria: Die Barcode-Familie bekommt Zuwa...
 
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Der GS1 DataBar wird ab 2010 den bisherigen EAN/UPC-Barcode ergänzen.© Foto: sagedata.com
Der GS1 DataBar wird ab 2010 den bisherigen EAN/UPC-Barcode ergänzen.© Foto: sagedata.com

Ein neuer Barcode wird ab 2010 den bisherigen EAN/UPC-Barcode ergänzen: der GS1 DataBar. Er bietet zusätzliche Vorteile für Hersteller, Handel und Konsumenten.

EAN/UPC-Barcodes sind seit über 30 Jahren aus dem Geschäftsleben nicht mehr wegzudenken und ein etabliertes Instrument zur Kennzeichnung von Waren. Die bisherige Darstellung der Artikelnummern (GTIN) wird jetzt um zusätzliche Informationen für den PoS erweitert: Der GS1 DataBar bietet die Verschlüsselung von relevanten Zusatzinformationen sowie die vollständige Integration der GTIN bei Gewichtsware. Ein weiteres Plus: Kleinere Symbole mit omnidirektionaler Lesbarkeit erleichtern das Handling am PoS.

Mehr Effizienz am PoS



Der Einsatz des GS1 DataBar ist nicht nur auf Endverbrauchereinheiten, sondern auch für höhere Verpackungsstufen – etwa am Überkarton – möglich. „Der neue GS1 DataBar punktet vor allem dort, wo wenig Platz vorhanden, aber viel Informationsgehalt gefragt ist. So können mehr konsumentenrelevante Daten auf den Waren platziert werden“, erklärt Projektleiter Ing. Christian Lauer von GS1 Austria die Vorteile. Mehrsprachigkeit, die Reduktion der Labelgröße und damit die Kennzeichnung von sehr kleinen Artikeln wird damit noch einfacher als bisher.

Seine Vorteile spielt der GS1 DataBar auch bei losen Frischeprodukten aus, wo ab 2010 eine Einzelkennzeichnung möglich wird. „Weniger Eingabefehler, raschere Abwicklung und ein besseres Bestandsmanagement sind nur einige Vorteile, die sich daraus ergeben“, so der GS1-Experte. Dass durch die umfassendere Kennzeichnung auch die Nachvollziehbarkeit der Lieferkette lückenlos und einfacher stattfinden kann, ist wohl einer der größten Vorteile, wenn es um die Sicherheit im Handel geht.

Als Marketingstratege wird sich der GS1 DataBar ebenfalls bewähren, kann doch eine Kennzeichnung von Coupons oder Kundenkarten künftig noch einfacher erfolgen. Dazu ermöglichen „GS1 DataBar Expanded Strichcodes“ beispielsweise die Codierung von Datumsinformationen, Chargen- oder Seriennummern, Preis- oder Gewichtsinformationen sowie Herkunfts- oder Qualitätsangaben. Eines wird der vielseitige GS1 DataBar jedoch nicht können: den bisherigen Strichcode ersetzen! „Der DataBar ist lediglich dort als Ergänzung zu sehen, wo eine Anbringung mit den neuen Features sinnvoll ist“, betont Lauer.

Technische Umsetzung und Zeitplan



Ab 2010 werden GS1 DataBar Standards für alle Handelseinheiten verfügbar sein und bei bilateralen Vereinbarungen zwischen Handelspartnern zum Einsatz kommen. Das Hauptaugenmerk wird dabei auf Frischeprodukten liegen, die am POS gescannt werden. Bis 2014 ist die flächendeckende Einführung geplant. Spätestens dann können GS1 DataBar Standards inklusive Zusatzinformationen von allen Handelspartnern in einer offenen Anwendungsumgebung eingesetzt werden.

Für den PoS wurde aufgrund der omnidirektionalen Lesbarkeit eine Einigung auf vier Symbole erzielt. Die technischen Anforderungen beschränken sich dennoch nicht nur auf die vorhandenen Scanner: Auch die Hardware wie Drucker und Waagen sowie die nötige Software müssen umgestellt werden. Lauer: „Ich rate allen Unternehmen, die den GS1 DataBar verwenden möchten, den Strichcode-Prüfservice von GS1 in Anspruch zu nehmen.“ So wie auch für bisherige Barcodes kann die optimale Lesbarkeit des DataBar bei GS1 überprüft werden. Eine Testkarte, die ebenfalls von GS1 Austria zur Verfügung gestellt wird, kann zur Überprüfung von Scannern und Software angefordert werden. „Unternehmen haben schon jetzt Handlungsbedarf, um im Wettbewerb die Nase vorne zu haben“, resümiert Lauer im Hinblick auf die Umsetzung.
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