Dossier: Nachhaltiges aufs Brot
 
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Dank des Veggie-Trends halten vegetarische und vegane Brotaufstriche längst auch Einzug in den Lebensmittelhandel.
Dank des Veggie-Trends halten vegetarische und vegane Brotaufstriche längst auch Einzug in den Lebensmittelhandel.

Vegetarische und vegane Brotaufstriche gab es früher nur in Reformhäusern und Naturkostläden. Dank Veggie-Boom drängen die pikanten Streichgenüsse längst in den Lebensmittelhandel, in einer Vielfalt, die sich sehen lässt. Was aktuell am heimischen Markt von den Herstellern angeboten wird, hat CASH zusammengetragen.

Mit der Veggie-Bewegung haben Hersteller von Brotaufstrichen auch schon längst die Bedürfnisse der Konsumenten nach pflanzlichen und nachhaltig produzierten Lebensmitteln erkannt. Früher galten vegetarische Brotaufstriche als Nischenprodukt und waren teils nur in Reformhäusern erhältlich. Der Veggie-Trend hat Hersteller dazu bewogen, viele neue vegetarische oder vegane Brotaufstriche auf den Markt zu bringen. Ein ansprechendes, vielfältiges Sortiment sorgt auch für zahlreiche Abnehmer.

Vegetarische und vegane Brotaufstriche findet man überwiegend im Trockensortiment, manche Hersteller bieten auch frische Aufstriche im Kühlregal an, wie etwa Oatly, im Speziellen die pflanzlichen Alternativen zu Frischkäse. Besonders die Geschmacksrichtungen Natur oder Kräuter sind bei den Konsumenten besonders beliebt, sagt Roland Griesebner, Sales Director D-A-CH, "vielleicht weil der Geschmack gelernt ist und an die klassischen Frischkäse aus Kuhmilch erinnert." Oatly bietet in Österreich fünf verschiedene Aufstriche in folgenden Geschmacksrichtungen an: Natur, Kräuter der Provence, Gartenkräuter, Tomate & Basilikum und Gurke & Knoblauch.

Bewusster Konsum im Produkt spürbar

Darüber hinaus reichen die Grundzutaten eines vegetarischen Brotaufstrichs von Hülsenfrüchten, Ölsaaten, verschiedenen Gemüse- und Getreidesorten, Nüssen und zu Hummus. Einer der Hersteller ist das deutsche Unternehmen Rettergut, dessen Brotaufstriche auch in Österreich, genauer bei Billa, erhältlich sind. Der bewusste und nachhaltige Konsum ist der Mega-Trend, der sich durch das Segment der vegetarischen Brotaufstriche zieht. Das sieht auch das deutsche Unternehmen Rettergut so, denn der "klimabewusste Belag aufs Brot" spielt eine immer größere Rolle, heißt es aus dem Unternehmen auf CASH-Nachfrage. Pikante Brotaufstriche auf pflanzlicher Basis mit Tomaten-Kombis seien dabei sehr gefragt, wie der Bio-Aufstrich pikant Paprika, oder auch Tomate und Grillgemüse. Letzteres sei besonders beliebt, auch weil hier nachhaltig produziert wird. In dem Aufstrich wird Gemüse verwendet, das vor der Lebensmittelverschwendung gerettet wird, und das in 100-prozentiger Bio-Qualität.

 


Wenn man an Lebensmittel auf Pflanzenbasis denkt, fällt gleich der Trend hin zu Fleischersatzprodukten ein. Auch Tartex, aus der Allos Hof-Manufaktur, bedient sich dieser Entwicklung, gerade weil sich "Verbraucher auch Abwechslung beim Essen wünschen", sagt Sandra Spremberg, Marketing Director D-A-CH. Besonders beliebt seien die Brotaufstriche von Tartex nicht nur aufgrund ihrer Sortenvielfalt, sondern auch wegen ihrer Gläserdesigns (siehe Galerie). Eines der neuesten Produkte von Tartex sind die Tartex Nix Vurst Abendbrotaufstriche, die durch einen rauchigen, deftigen Geschmack und der Textur "eher wurst-ähnlich" sein soll. Der Aufstrich ist allerdings rein auf pflanzlicher Basis von Linsen, ohne künstliche Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker, hergestellt.

Alnatura bestätigt den aktuellen Trend zu ungekühlten Aufstrichen ebenso. Davon bietet Alnatura etwa 40 verschiedene Produkte an, beispielsweise unterschiedliche Hummus-Varianten, Pasteten, Gemüseaufstriche, Streichchremes und vieles mehr. Diese werden, sagt Irmgard Schuhmann-Lucny, Standortverantwortliche Alnatura Österreich, "gerne von unseren Kundinnen und Kunden gekauft, da sie abwechslungsreich einsetzbar sind, beispielsweise auch zum Kochen oder für Dips verwendet werden und lange haltbar sind." Des Weiteren sei ein Trend in Richtung pflanzliche, proteinreiche Aufstriche zu beobachten. Seit kurzem führt Alnatura hier einen Aufstrich auf Hülsenfrucht-Basis - Berglinse-Tomate-Balsamico-Aufstrich - in seinem Produktsortiment. Mit seinem würzig-fruchtigen Geschmack kann der Aufstrich sowohl aufs Brot geschmiert, als auch als Dip genossen werden.

Alles Hummus, oder was?

Apropos Dip: auch bei deli dip bietet eine abwechslungsreiche Produktpalette. Hier insbesondere auf Hummus-Basis, die hierzulande sowohl als Dip, als auch als Brotaufstrich gerne gegessen wird. Laut der neuesten von deli dip in Auftrag gegebenen GfK Umfrage (GfK eBus, November 2022) greifen 42 Prozent der Befragten vor allem wegen seiner Streichfähigkeit zu Hummus. Mit den unterschiedlichen Hummussorten trifft deli dip den Geschmack von klassischen Hummusliebhabern und bietet mit den Sorten Pinienkerne und Zahtar, Shakshuka, Koriander und Chili auch Abwechslung für alle, die sich durch den Geschmack des Orients kosten wollen. Wegen ihres intensiven Geschmacks punkten vor allem die Sorten Hummus Chili und Hummus Koriander. Hummus hat inzwischen die Küchen vieler österreichischer Haushalte erreicht und wird vor allem gerne zum Abendessen gegessen (GfK eBus, November 2022).

In Sachen Hummus ist Habibi & Hawara auch groß im Geschäft. Martina Steinberger-Voracek ist für die Handelsbetreuung beim Unternehmen zuständig und verrät: "Wir sehen, dass Konsumenten sehr gerne neue Sorten ausprobieren." Neben dem klassischen Hummus sei auch die Komponente Saisonalität im Sinne von Nachhaltigkeit sehr wichtig. Und dabei hören die Hummus-Innovationen hier keineswegs auf: Anfang Dezember führt der Hummus-Hersteller drei neue Sorten ein. Derzeit am Markt erhältlich sind die Humussorten Lorenzo, Istwan, Samina, Nadira und Alisha.
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