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Kleine Helfer waren gefragter denn je

Kenwood

Haushaltskleingeräte konnten ihren Umsatz 2020 um 14 Prozent steigern und erfreuen sich weiterhin wachsender Beliebtheit. Welche Auswirkungen das Coronavirus darauf hatte und wie die Hersteller die Vorjahresentwicklung kommentieren, lesen Sie hier. 

Home-Office, Ausgangsbeschränkungen und die Schließung der Gastronomie waren 2020 ausschlaggebend für die gute Entwicklung im Bereich der (kleinen) Küchengeräte. Pandemiebedingt stieg etwa die Nachfrage nach Kaffee(voll)automaten, Küchenmaschinen und Geräten zur Speisezubereitung stark an. "Das Home-Cooking hat im vergangenen Jahr einen deutlichen Aufschwung erlebt, der nach wie vor anhält. So sind jegliche Küchenhelfer im Bereich Frühstück, Speisezubereitung aber auch elektrisches Kochen voll im Trend. Dazu zählen beispielsweise Kaffeemaschinen, Reiskocher, Dampfgarer, aber auch Saisonware wie das Raclette oder das zur Weihnachtszeit sehr gefragte Fondue", sagt Stephanie Reiffenstuhl, Trade Marketing Manager & Sales Support Appliances bei SPB Austria (ehemals Spectrum Brands).

Laut GfK Austria generierte der weltweite Markt für technische Konsumgüter 2020 ein Umsatzwachstum von 1,9 Prozent. Während Haushaltsgroßgeräte knapp unter dem Vorjahresniveau geblieben sind, konnten Haushaltskleingeräte die Entwicklung im Vorjahr mit einem Plus von 14 Prozent mehr als deutlich übertreffen. Diese positive Performance und die Belebung der Warengruppe rund ums Kochen ist vor allem dem Eat-at-Home-Trend geschuldet. Den Marktforschern zufolge punkten dabei vor allem Produkte mit einem großen Fassungsvermögen - was unter anderem auf die vermehrten Bevorratungskäufe der Konsumenten zurückzuführen ist. Ein weiterer in diesem Zusammenhang relevanter Trend ist jener hin zu smarten und multifunktionalen ebenso wie leistungsstarken Premium-Geräten.

Küchen- und Kaffeemaschinen steigern Absatz

Im Vergleich zu 2019 wiesen im Vorjahr Küchenmaschinen und Kaffeemaschinen das höchste Umsatzwachstum bei den Haushaltskleingeräten auf. Innerhalb der technischen Konsumgüter verzeichnen die Haushaltskleingeräte hierzulande das stärkste Wachstum und übertreffen damit sogar die IT. Und auch die Haushaltsgroßgeräte erreichen in Österreich ein höheres Wachstum als durchschnittlich weltweit. Laut GfK sind demnach neben Küchen- und Kaffeemaschinen auch Entsafter die Gewinner des letzten Jahres ebenso wie Staubsauger, Dampfreiniger und Luftreiniger. Im Segment der Haushaltsgroßgeräte punkteten vor allem Gefriergeräte vor allem tendenziell Zweitgeräte zur Lagerung der Vorräte. 

Laut Robert Giesser, Product Manager Electrical Cooking bei Groupe SEB, war der Markt mit dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 erst rückläufig, und konnte sich bald darauf deutlich erholen. Zudem zeigte sich während des ersten Lockdowns "eine starke Verschiebung hin zum Internetverkauf, der auch nach der Wiedereröffnung des stationären Handels sein starkes Momentum beibehielt." Ihm zufolge weisen alle Kategorien ein signifikantes Wachstum bei den Internetverkäufen, wobei Speisenzubereitung  beziehungsweise Küchengeräte das dynamischste Wachstum erzielten. "Staubsauger und Heißgetränkemaschinen setzen ihr signifikantes Wachstum aus der jüngsten Vergangenheit fort, obwohl sie leicht unter dem Marktdurchschnitt wachsen und beide Kategorien den SDA-Markt weiterhin dominieren", so  Giesser. 

Guter Kaffee wurde 2020 selbst gemacht

Nachdem die Gastronomie einen Großteil des Jahres geschlossen war, entwickelte sich in vielen Haushalten notgedrungen ein neuer Trend, Kaffee wie auch hausgemachte Köstlichkeiten selbst zuzubereiten. Dieser sorgte auch für eine enorme Nachfrage nach Geräten, die das ermöglichen, wie etwa Kaffee- bzw. Espressomaschinen oder Küchenmaschinen. Home-Office und Ausgangssperren sorgten aber gleichzeitig auch für rückläufigere Entwicklungen im Bereich Bügeln. Und so brachte das Pandemie-Jahr laut Michael Frank, Managing Director von De’Longhi-Kenwood, keine Steigerungen im Absatz von Bügeleisen und Bügelstationen. 

Zufriedenheit bei den großen Markenherstellern

Angesichts der ziemlich positiven Entwicklungen ist es wenig verwunderlich, dass sich die großen Hersteller auf CASH-Nachfrage weitestgehend zufrieden mit dem Verlauf des Geschäftsjahres geben. Michael Frank sagt dazu: "Ergebnistechnisch konnte die De’Longhi-Kenwood GmbH 2020 das beste Jahr seit Bestehen der Firma verzeichnen. Die Nachfrage nach kleinen Haushaltsgeräten ist enorm gestiegen und dies nicht nur in Österreich. Somit war die größte Herausforderung 2020 die entsprechende Produktion und Distribution der Ware, um diese Nachfrage befriedigen zu können."

Annette Göbel, Leitung Verkaufsförderung Jura Österreich, berichtet ebenfalls von einem erfolgreichen Jahr. Über die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sagt die Managerin: "Gemeinsam mit dem Fachhandel sind wir für unsere Kunden jederzeit erreichbar und haben gezeigt, dass wir als verlässliche Marke auch in schwierigen Zeiten da sind, liefern können und vor allem den Kundenservice aufrechterhalten. Hier haben wir digitale Instrumente etabliert, wie Jura Live, um unsere Kunden weiter zu beraten und in die Geschäfte zu bringen. Auch der Fachhandel hat sich gut aufgestellt und immer konsequent an alle Gegebenheiten angepasst", so Göbel.

Auch Nespresso Österreich blickt trotz der herausfordernden Zeiten auf eine positive Entwicklung im Vorjahr zurück. "Im ersten Lockdown im März 2020 konnte Nespresso in der Online Boutique ein Plus von 50 Prozent verzeichnen. Über den gesamten Zeitverlauf seit dem ersten Lockdown gibt es eine Steigerung der Verkaufszahlen in der Online-Boutique von rund 20 Prozent", erzählt Alessandro Piccinini, Geschäftsführer Nespresso Österreich.

Für SPB Austria (Spectrum Brands) lief der Start des Geschäftsjahres 2020 (im Oktober 2019) rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft gut an, wenngleich sich bald darauf mit dem Beginn der Pandemie und damit einhergehenden Lockdowns die ersten Auswirkungen bemerkbar wurden. "Die aktuelle Situation hat natürlich ihre Auswirkungen in enorm vielen Bereichen hinterlassen. So ist sie auch an uns nicht spurlos vorübergegangen. Nichtsdestotrotz freuen wir uns, dass unsere Marken und Produkte auch während der Pandemie gefragt waren. Wir haben erfreulicherweise eine fortwährende Nachfrage im Bereich Self-Care, wo wir mit unseren Beauty- und Grooming & Shaving-Produkten präsent sind sowie auch im Segment Home-Cooking mit unserem breiten Sortiment von Russell Hobbs, gehabt", schildert Stephanie Reiffenstuhl. 

"Anfangs lag die größte Schwierigkeit eindeutig darin, plötzlich alles online zu verwalten. Letztendlich war ich aber unglaublich positiv überrascht von den prompten Reaktionen meines Teams und unserer selbstständigen Beraterinnen, die diese neue Arbeitsweise schnell angenommen haben und auch trotz virtuellem Vorführgen sehr erfolgreich und produktiv sind", erzählt Vorwerk Geschäftsführer Filippo Traú. Ihm zufolge konnte sich das Unternehmen dank seines starken Fokus auf den Direktvertrieb und die Learnings aus der Krisenzeit, mit beiden Marken am Markt stark positionieren und ist für die Zukunft bestens aufgestellt. "Mit dieser Grundlage ist es möglich, unsere ungebremste Innovationskraft weiter auszuleben und neue Produkte zu launchen: Das beste Beispiel ist unser erstes und einzigartiges kabelloses VB100 Akku-Reinigungssystem von Kobold, aber auch der Thermomix Friend, welcher im Jänner 2021 erfolgreich gelauncht wurde", sagt Traú.

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