E-Special Ladenbau & Retail Technik: Flexibel...
 
E-Special Ladenbau & Retail Technik

Flexibel, schnell und wegweisend

Umdasch

Die notwendigen Veränderungen in den Märkten der Handelsketten betrafen stellten sich in Nachhinein eher als Aufrüstung mit neuen Produkten als direkte bauliche Veränderungen dar. Diese Produkte reichen von klassischen Acrylglas-Scheiben bei Kassenmöbeln und Service-Countern über spezielle Hygiene Stationen zur Desinfektion bis hin zu digitalem Content und automatisierten Kundenzählsystemen.

Während nun das große Wiederhochfahren quer durch alle Handelsbranchen angesagt ist, bleibt die Frage, ob nun die Investitionen des Handels auch solche in die Zukunft waren, oder ob etwaige Rückbauten noch einmal einen Griff ins Budget bedeutet.

Umdasch

Silvio Kirchmair, CEO umdasch The Store Makers dazu: "Nach Wochen des Niederfahrens des öffentlichen Lebens versuchen Politik und die Gesellschaft generell nun das Hochfahren. Wir müssen dabei erkennen, dass das Bremsen schneller Wirkung gezeigt hat, als das Beschleunigen. Wirtschaft ist primär Psychologie und das Momentum wird derzeit noch von Angst und der Sorge um Einkommen und/oder Vermögen, um den Arbeitsplatz und nicht zuletzt um die Gesundheit geprägt."
Das alles lastet logischerweise auf den Menschen und es wird eine längere Zeit dauern, bis die Stimmung dreht. Dazu kommt, dass eine Schutzmaske schon per se kein Zeichen der Vitalität, sondern ein Symbol der Krankheit ist. Kirchmair über die Auswirkungen: "Der Handel generell wird in all seinen Dimensionen betroffen sein, manche Branchen mehr, andere weniger. Für uns als Store Makers bedeutet diese Entwicklung, dass wir unsere Pläne revidieren müssen. Die breite Aufstellung unseres Unternehmens – sowohl inhaltlich als auch geografisch – hilft und der vorhandene Kapitalpuffer erweist sich als sehr vorteilhaft."
Auch darüber, wie es der Ladenbau-Branche im allgemeinen und Umdasch im Besonderen geht, hat sich Kirchmair Gedankn gemacht: "Wir haben uns für 2020 auf drei Szenarien vorbereitet, einen Umsatzrückgang von 30 Prozent als schlechtesten Fall, ein Minus von rund zehn Prozent und ein Wachstum von etwa fünf Prozent als beste Option. Die aktuelle Entwicklung lässt die mittlere Variante als sehr plausibel erscheinen und der Vergleich mit dem Umfeld zeigt uns, dass das ein außergewöhnlich gutes Ergebnis wäre. Die Aufträge aus dem Lebemsmittelhandel stabilisieren unsere Geschäftstätigkeit jedenfalls im schwierigen zweiten Quartal, dafür sind wir sehr dankbar. Die Ladenbauindustrie wird heftig erschüttert. Die Marktnachfrage geht insgesamt zurück, erste Insolvenzen sind die Folge. Der Anbieter-Markt wird sich weiter konsolidieren, wir streben dabei eine aktive Rolle an."

Wanzl

Der an sich als Einkaufswagerl-Spezialist bestens bekannte Ladenbau % Retail Technik-Allrounder musste bereits in der ersten Märzwoche Mitarbeiter aus Risikogruppen für Home Office ausstatten. Da auch die Kunden in den ersten Wochen keinen Fokus auf das Tagesgeschäft setzten, Projekte verschoben oder abgesagt wurden und niemand wusste, wie sich die Lage weiter entwickeln würde, hat auch Wanzl Kurzarbeit angemeldet um nach der Krise als stabiles Team und ohne Kündigungen wieder dastehen zu können. In der deutschen Zentrale wurde ein neues Wegekonzept fürs Produktionswerk erarbeitet und umgesetzt - somit kann der Abstand untereinander optimal eingehalten und die potenzielle Infektionsgefahr minimiert werden.
Was sich definitiv geändert hat respektive ändern wird, ist die Tatsache, dass die Ausgangsbeschränkungen und die Schließung weiter Bereiche des stationären Handels beim Konsumenten weiterhin viele Bedenken im Bereich Onlineshopping abgebaut wurden. Dies gilt es nun auch für den Stationären Handel ausreichend zu nutzen - mit guter Vernetzung der Kanäle, cleveren Abhol- und Zustellsystemen und dem Bieten eines Mehrwerts im Gegensatz zum reinen Onlinehandel.
Ein diesbezügliches Vorzeigebeispiel ist der bereits vor zwei Jhren in Würth eröffnete 24/7-Store, wo personalloses Einkaufen rund um die Uhr möglich ist.

Technoholz

Einer der führenden heimischen Shopsystem-Hersteller, Technoholz aus Villach, bekannt unter anderem für seine hochwertigen Individuallösungen, wurde nachfragemäßig während der Coronakrise auf Atem- und Spuckschutz reduziert, ein Blick in die Zukunft sieht Geschäftsführer Reinhard Sorger eher skeptisch: "Der Ladenbau, ausgenommen LEH, wird aus unserer Sicht stückzahlmäßig minimiert, auf Grund steigender Online-Aktivitäten. Chancen sehen wir in der Umsetzung von Erlebnis- Pop-Up-Stores, welche in Verbindung mit Online-Aktivitäten gut funktionieren sollten."
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