Fachverband der Lebensmittelindustrie: Der Dr...
 
Fachverband der Lebensmittelindustrie

Der Druck steigt

Anastasiia Chepinska - unsplash.com

Die Schließung von Gastronomie, Tourismus und Events bis Jänner 2021 setzt den Zulieferern der Lebensmittelbranche massiv zu.

"Die Verlängerung des Lockdowns in Gastronomie, Hotellerie, Gemeinschaftsverpflegung und Eventbranche über den Jahreswechsel hinaus bringt die Zulieferer aus der Lebensmittelindustrie wirtschaftlich zunehmend in Bedrängnis. Viele Betriebe aus der Lebensmittelindustrie sind wirtschaftlich stark von ihren Lebensmittellieferungen in die Gastronomie, Hotellerie und Eventbetriebe abhängig. Das Geschäft ist nun bereits das zweite Mal in diesem Jahr massiv eingebrochen. Jetzt ist bei den Zulieferern Feuer am Dach", beklagt Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des Fachverbands der Lebensmittelindustrie.

Wer über den LEH vertreiben oder Ware exportieren kann, ist weniger betroffen - alle anderen Lieferanten können die Umsatzeinbrüche nur schwer kompensieren. Daher fordert Koßdorff: "Den Betrieben, die aktuell Verluste schreiben, muss jetzt geholfen werden." Die betroffenen Kategorien sind breit gefächert - für Hersteller von heißen und kalten Getränken mit und ohne Alkohol, Süßwaren und Fertiggerichte und Beilagen in Großgebinden ist die Lage besonders prekär. Ausfallende Weihnachtsfeiern und die ausbleibende Ball-Saison dürfte die heimischen Sekt- und Schaumweinproduzenten besonders hart treffen. Koßdorff appelliert daher an die Politik: "Für die Lebensmittelzulieferer der geschlossenen Bereiche Gastronomie, Hotellerie, Events wird die Luft immer dünner. Die betroffenen Unternehmen aus der Lebensmittelindustrie benötigen jetzt dringend ein klares Signal für eine wirtschaftliche Unterstützung in ihrer prekären Situation, damit die Jobs und die Wertschöpfung erhalten bleiben."

Auch Einzelhandel betroffen

Die WKÖ warnt unterdessen, dass Einzelhandels-Betriebe wie Bäcker, Fleischer und Konditoren ebenfalls unter signifikanten Einsatzumbrüchen leiden. Willibald Mandl, Bundesinnungsmeister der Fleischer in der Wirtschaftskammer, zur Situation: "Wir haben Mitgliedsbetriebe, wo fast der gesamte Umsatz auf die Belieferung von Restaurants und Hotels entfällt. Sie sind zwar nicht von Gesetz wegen, aber faktisch von einem kompletten Lockdown betroffen und haben dafür bisher keine Umsatz-Kompensation erhalten."

Dem fügt Josef Schrott, Bundesinnungsmeister der Bäcker, hinzu: "Gerade die kleinen Traditionsbetriebe, die sich über die Gastronomie ein wichtiges Standbein aufgebaut haben, stehen vor massiven finanziellen Problemen. Es geht nicht mehr, unsere Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand. Viele konnten noch irgendwie die Weihnachtsgelder auszahlen, jetzt werden die Liquiditätsengpässe erdrückend. Wir brauchen jetzt die versprochene rasche und unbürokratische Hilfe für die von der Sperre betroffenen Zulieferer und Dienstleister."

In Österreich gibt es aktuell 1.448 Bäcker, 1.215 Fleischer und 1.332 Konditoren.

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