Fachverband der Lebensmittelindustrie: Herkun...
 
Fachverband der Lebensmittelindustrie

Herkunftskennzeichnung löst nicht Lohndumping

Jai79/pixabay.com

Der Fachverband der Lebensmittelindustrie betont, dass prekäre Arbeitsverhältnisse inkl. Covid-19-Ausbrüchen in einigen deutschen Schlachthöfen und eine rein national verpflichtende Herkunftskennzeichnung zwei Paar Schuhe sind.

"Die Forderung, arbeitsrechtliche Defizite in Deutschland mit lebensmittelrechtlichen Vorgaben in Österreich zu lösen, ist populistisch, sachlich nicht begründbar und strikt abzulehnen", betont Mag. Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des Fachverbands der Lebensmittelindustrie. Sie stellt sich damit gegen die ab dem Jahr 2021 in Österreich geltende Herkunftskennzeichnung von bestimmten Primärzutaten in Lebensmitteln. Deren Notwendigkeit wurde zuletzt von Teilen der heimischen Agrarpolitik auch mit den Arbeitsbedingungen (Lohndumping mittels Werkverträgen, beengte Unterkünfte etc.) für die zumeist aus Rumänien, Bulgarien und Polen stammenden Arbeitskräfte in deutschen Schlachthöfen begründet.

Weiters hält Koßdorff fest, dass Österreichs Landwirtschaft nur für sehr wenige Produktgruppen - z.B. Zucker, Milch und Rindfleisch - genug heimische Lebensmittel herstellt. So mussten etwa im Jahr 2018, auch dank der Exporterfolge der rot-weiß-roten Fleischindustrie, 175.727 Tonnen Schweinefleisch (Schlachtgewicht) eingeführt werden. "Ohne Importe wären also immer wieder einzelne Regale in den Supermärkten leer und die Versorgung des Landes nicht sichergestellt", so Koßdorff, die abschließend festhält: "Heuer feiern wir 25 Jahre Binnenmarkt, was uns Wohlstand und eine große Produktvielfalt gebracht hat. Die Basis dafür sind gleiche Spielregeln für alle Marktteilnehmer und keine Schlechterstellung der heimischen Lebensmittelhersteller. Dafür werden wir uns weiter einsetzen." 
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