Privatbrauerei Zwettl: Gegen Patent auf Braug...
 
Privatbrauerei Zwettl

Gegen Patent auf Braugerste

Hartmut910/pixelio.de
Meine Gerste, deine Gerste: Gerste ist für alle da © Hartmut910/pixelio.de
Meine Gerste, deine Gerste: Gerste ist für alle da © Hartmut910/pixelio.de

Die Privatbrauerei Zwettl bekämpft zwei Patente – EP2384110 und EP2373154 –, die vom Europäischen Patentamt bereits 2016 erteilt wurden, aber noch nicht rechtskräftig sind, weil derzeit Einsprüche behandelt werden müssen.

Die Privatbrauerei Zwettl kämpft gegen die Bestrebungen der Braukonzerne, Braugerste EU-weit patentieren zu lassen: Damit regionale Biere auch weiterhin erfolgreich am Markt positioniert werden können, hat Zwettler gemeinsam mit anderen heimischen Privatbrauereien beim Europäischen Patentamt (EPA) Einspruch gegen die Patente erhoben, die sich auf eine bestimmte Sorte Braugerste und ein damit verbundenes Brauverfahren beziehen und die den Braukonzernen Heineken und Carlsberg zugestanden wurden. Die Brauerei-Riesen haben sich eine natürlich entstandene Gerstensorte patentieren lassen.

„Wir müssen alles tun, um zu verhindern, dass internationale Braukonzerne lokale Brauereien im Wettbewerb benachteiligen“, sagt Karl Schwarz, Geschäftsführer und Inhaber von Zwettler. Mit dem Patent wären die beiden Konzerne die „Urheber dieser Erfindung“, was aus vielerlei Gründen zu hinterfragen sei: So dürften natürlich entstandene neue Pflanzen schlicht nicht patentierbar und damit quasi im Eigentum eines Unternehmens sein. Denn: Wenn das EPA bei seiner Entscheidung bleibt, müssen alle, die die neue, mit einigen Vorteilen versehene Braugerste sowie das entsprechende Brauverfahren anwenden, Lizenzgebühren an die Brauerei-Riesen zahlen. Abgesehen von den dadurch entstehenden Markt- und Macht-Problemen würde man dadurch dem „Einheitsgeschmack Tür und Tor öffnen“, so Schwarz in einer Aussendung. Eine ausführliche Stellungnahme findet sich auch auf der Website der Privatbrauerei Zwettl.
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