Geflügelwirtschaft: Gentechnikfreie heimische...
 
Geflügelwirtschaft

Gentechnikfreie heimische Hühner

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Das Gros der heimischen Masthuhn- und Putenzüchter haben auf kontrolliert gentechnikfreie Fütterung umgestellt – rund 80.000 Tonnen potenziell mit GVO belasteter Soja werden durch gentechnikfreie Ware ersetzt.

Als „neuen Meilenstein für die gentechnikfreie Lebensmittelproduktion in Österreich“ begrüßt Markus Schörpf, Obmann der ARGE Gentechnik-frei, den Qualitätssprung beim heimischen Mastgeflügel: „Nachdem im Jahr 2010 bereits die komplette österreichische Milchwirtschaft und die komplette Frischeier-Produktion auf kontrollierte gentechnikfreie Fütterung umgestiegen sind, folgt jetzt ein weiterer wichtiger Sektor: Somit ist erstmals österreichisches Hühnerfleisch aus kontrolliert gentechnikfreier Produktion in den Regalen des Lebensmittelhandels zu finden (Hofer, Rewe, Spar, Zielpunkt). In den nächsten Wochen wird Hühnerfleisch aus österreichischer Produktion bei den angeführten Lebensmittelhändlern voll­ständig auf Gentechnik-Freiheit umgestellt; Putenfleisch folgt danach.“ Hühner- und Putenfleisch aus biologischer Produktion war selbstverständlich immer schon garantiert gentechnikfrei.

Für die konventionelle Landwirtschaft bedeutet dies einen gewichtigen Qualitäts-Schritt: Damit werden rund 80.000 Tonnen potenziell mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) belasteter Soja durch kontrolliert gentechnikfreie Ware ersetzt. Konsumenten erkennen die gentechnikfreie Ware am grünen Kontrollzeichen „Ohne Gentechnik hergestellt“. Nur österreichische Ware bzw. Bio-Produkte können diesen besonderen Qualitätsstandard biete

Seit Anfang Jänner 2012 wird bei den größten Geflügelbetrieben, die rund 90 Prozent des heimischen Mastgeflügelmarktes abdecken – Hubers Landhendl in Oberösterreich, Steirerhuhn-Lugitsch, Titz in der Steiermark sowie Wech in Kärnten – gentechnikfrei gefüttert. Damit kommt sechs bis acht Wochen nach Beginn der Fütterung das erste Hühnerfleisch mit der Qualitätsbezeichnung „Ohne Gentechnik hergestellt“ auf den Markt. Aufgrund der Größe und Marktrelevanz der beteiligten Lebensmittelhändler und Betriebe kann davon ausgegangen werden, dass in kürzester Zeit die gesamte Branche folgen wird. Im ersten Schritt werden Frischgeflügelfleisch und zerlegte Ware ausgelobt; für verarbeitete Ware (z.B. Wurst) und Importware wird noch an Lösungen gearbeitet.

„Kontrolliert gentechnikfreie Erzeugung ist ein besonderes Qualitätsmerkmal für österreichische Lebensmittel, das der Erwartung der Konsumenten nach hochwertigen und streng kontrollierten Lebensmitteln voll entspricht. Mit dem neuen, europaweit einzigartigen Schritt der Umstellung auf gentechnikfreie Fütterung setzen Österreichs Geflügelwirtschaft und der Lebensmittelhandel einen entscheidenden Impuls in Richtung Qualität, Rückverfolgbarkeit und Gentechnik-Freiheit“, freut sich Markus Schörpf, Obmann der ARGE Gentechnikfrei.

"In Österreich sind keinerlei gentechnisch veränderte Lebensmittel am Markt. Allerdings: Im Bereich der Futtermittel aus konventioneller Produktion muss, aufgrund der Angebotslage auf den Weltmärkten, mit gentechnisch veränderter Soja gerechnet werden. In Österreich handelt es sich dabei um ein Importvolumen von rund 600.000 Tonnen, zumeist aus Südamerika. Rund 400.000 Tonnen davon gehen in die Schweinezucht und -mast, rund 75.000 Tonnen in die Mastrinderfütterung, rund 45.000 Tonnen in die Legehennenfütterung und rund 80.000 Tonnen in die Geflügelmast. Einige Anteile – wie z.B. der Sojabedarf für die komplette heimische Legehennenfütterung – konnte bereits in den letzten Jahren auf kontrolliert gentechnikfreie Ware umgestellt werden. Wenn es nun gelingt, die 80.000 Tonnen Soja für die Mastgeflügelzüchtung ebenfalls mit kontrolliert gentechnikfreier Ware zu ersetzen, ist dies ein gewaltiger Erfolg und ein wichtiges Signal“, erklärt Markus Schörpf.


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