Nutzfahrzeuge: Hauptsache transportversichert
 
Nutzfahrzeuge

Hauptsache transportversichert

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Achtung Falle: Beim Be- und Entladen haftet nicht der Spediteur. Hier hilft nur eine Transportversicherung© Fotolia
Achtung Falle: Beim Be- und Entladen haftet nicht der Spediteur. Hier hilft nur eine Transportversicherung© Fotolia

Wenn rechtzeitig darauf geschaut wird, dass eine Warentransport-Versicherung abgeschlossen wird, kann man im Schadensfall jede Menge Konfliktpotenzial zwischen Auftraggeber und Spediteur vermeiden. Vorausgesetzt, die Summe wurde richtig gewählt.

Normalerweise werden Warentransport-Versicherungen hierzulande auf Basis der Allgemeinen Österreichischen Transportversicherungs-Bedingungen (AÖTB in verschiedenen Fassungen) abgeschlossen, wobei unter „eingeschränkter“ und „voller Deckung“ unterschieden wird. Mag. iur. Herbert Hasenhütl von der Wiener Maklergesellschaft Lutz Assekuranz, die sich auf das Thema spezialisiert hat, erklärt die Details: „Die volle Deckung ist eine All-Risks-Deckung mit taxativen Ausschlüssen. Versichert sind unter anderem Schäden infolge Brand, Blitzschlag, Explosion, Transportmittelunfall, höhere Gewalt, Diebstahl, Raub, Vernässung, Rost, Oxidation, Bruch  usw.“

Auch Vermögensschäden sind versicherbar



Darüber hinaus übernimmt der Versicherer diverse Kosten wie zum Beispiel jene für Schadensfeststellungen, Schadensminderungen oder Schadensverhütungen. Interessantes Detail am Rande: „Zumeist versicherbar“, so Hasenhütl weiter, „sind auch die Risiken Streik und Krieg, letzteres jedoch nicht am Landweg!“ Aber, weiß Hasenhütl: „In Ausnahmefällen sind auch Vermögensschäden versicherbar, zum Beispiel eine im Rahmen einer der Transportversicherungs-Polizze angefügten direkten Speditionsversicherung“. Womit unschwer zu erkennen ist, dass eine Warentransport-Versicherung durchaus ein breites Deckungsspektrum bietet. Hasenhütl: „Wobei neben dem Wert des Gutes am Abgangsort zuzüglich Zoll- und Frachtkosten auch ein erwarteter imaginärer Gewinn versichert werden kann – meist in der Höhe von zehn Prozent.“

Voller Schadenersatz nur bei Transportversicherung



Kollege Karl Jungmann macht auf weitere zu beachtende Details aufmerksam: „Eine Transportversicherung deckt im Wesentlichen verschuldensunabhängig sämtliche Gefahren von Haus zu Haus. Wichtig ist dabei, dass die Versicherungssumme dem Warenwert entspricht.“
Die Haftung des Frachtführers bestimmt sich nach den Regeln der CMR (Anm.d.Red.: Straßengüter-Beförderungs-Überinkommen). Diese sehen diverse Haftungsbeschränkungen bzw. -ausschlüsse vor. „Wenig bekannt ist auch“, so Jungmann, „dass der Frachtführer in der Regel nicht für Schäden haftbar ist,  die  beim Be- und Entladen entstehen.“
Klare Conclusio der beiden Transportversicherungsexperten: „Wer im Schadensfall garantiert vollen Schadenersatz erhalten will, sollte eine Transportversicherung abschließen, hier reicht die CMR leider nicht aus.“ Nähere Infos: www.lutz-assekuranz.at

Die Transportversicherungs-Spezialisten Herbert Hasenhütl (li.) und Karl Jungmann von Lutz Assekuranz raten in jedem Fall zu einer umfassenden Transportversicherung.© Johannes Brunnbauer
Johannes Brunnbauer
Die Transportversicherungs-Spezialisten Herbert Hasenhütl (li.) und Karl Jungmann von Lutz Assekuranz raten in jedem Fall zu einer umfassenden Transportversicherung.© Johannes Brunnbauer
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