Kärntnermilch: Kärntner Milchbauern trotzen d...
 
Kärntnermilch

Kärntner Milchbauern trotzen der Milchkrise

Kärntnermilch
V.l.n.r.: Geschäftsführer Helmut Petschar, Obmann Josef Wielscher und Verkaufsleiter Wolfgang Kavalar präsentierten Produkte und Zahlen. © Kärntnermilch
V.l.n.r.: Geschäftsführer Helmut Petschar, Obmann Josef Wielscher und Verkaufsleiter Wolfgang Kavalar präsentierten Produkte und Zahlen. © Kärntnermilch

Die Molkerei Kärntnermilch muss für das Geschäftsjahr 2015 zwar ein Umsatzminus verkraften. Der Milchpreis für die Landwirte konnte allerdings oben gehalten werden. In der Milchkrise ist nun die Politik gefragt, so Geschäftsführer Petschar.

Die schwierige Lage am internationalen Milchmarkt geht an Kärnten nicht spurlos vorüber. Das Russlandembargo, die schwächelnde Wirtschaft in China und größere Milchmengen hinterlassen Spuren in der Bilanz der Kärntner Milchgenossenschaft. Der Bruttoumsatz der Molkerei Kärntnermilch ist 2015 aufgrund der schwierigen Marktsituation um 5,22 % auf  102,1 Mio. Euro gesunken.

Der Exportumsatz ist um 1,4 % auf 20,7 Mio. Euro gestiegen und beträgt mittlerweile fast 22 % des Gesamtumsatzes. Kärntnermilch erwirtschaftete ein positives Ergebnis (Basis EGT) in der Höhe von 1,3 % der Betriebsleistung. Mit einem Auszahlungspreis von durchschnittlich 38,75 Cent liegt die Kärntnermilch im oberen Bereich. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Auszahlungspreis aktuell teilweise bei rund 20 Cent. 

 „Rückblickend war das Milchwirtschaftsjahr 2015 ein Jahr der großen Veränderungen und Herausforderungen", fasst Helmut Petschar, Geschäftsführer der Kärntnermilch zusammen. Dennoch wurden im Jahr 2015 über 121 Mio. kg Rohmilch zu über 400 hochwertigen Qualitätsprodukten verarbeitet. Kärntnermilch sucht wie viele österreichische Molkereien ihr Heil in der Veredlung. So hat das Unternehmen die Produktvielfalt in den vergangenen Jahren deutlich erhöht.  

In Richtung Politik hat Geschäftsführer Petschar klare Forderungen: Ein Ende des Russlandembargos, ein klares Bekenntnis zur Förderung von regionalen Produkten in den öffentlichen Einrichtungen und weniger Bürokratie würden den heimischen Landwirten helfen. Zudem dürfe der Handel Milch nicht verramschen, so Petschar.

Für die Landwirte will Kärntnermilch auch künftig ein zuverlässiger Partner sein. In Richtung der betroffenen Betriebe apellierte Obmann Josef Wielscher: "Überstehen Sie die Krise! Es wird wieder besser."
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