Kern Tec: Vom Kern zur Milch
 
Christian Landl
Der Wunderkerndrink wird in über 520 Billa und Billa Plus Filialen gelistet. Über die große Nachfrage freuen sich Verena Wiederkehr, Head of Plant-Based bei Billa und Gründer Luca Fichtinger.
Der Wunderkerndrink wird in über 520 Billa und Billa Plus Filialen gelistet. Über die große Nachfrage freuen sich Verena Wiederkehr, Head of Plant-Based bei Billa und Gründer Luca Fichtinger.

Das Start-up Wunderkern rettete 2,3 Millionen Marillenkerne vor der Verschwendung - und verarbeitet sie zu Milchalternativen. Auch andere Lebensmittel aus geretteten Kernen stehen bereits auf dem Speiseplan.

500 Millionen Kilogramm Obstkerne werden jedes Jahr allein bei der Fruchtverarbeitung weggeworfen. Eine Verschwendung, fand das junge österreichische Forschungsunternehmen Kern Tec und entwickelte Maschinen, um Obstkerne zu knacken und zu veredeln. Das Ergebnis wird unter der Marke Wunderkern an den Endkonsumenten vertrieben. Eine dieser Innovationen ist der Wunderkern Drink - eine Milchalternative eben aus Marillenkernen. Und dieser scheint mit seiner dezenten Nuss-Note bei den Konsumenten anzukommen.

Seit September 2022 ist das Produkt bei Billa Plus gelistet, wodurch allein 2,3 Millionen Marillenkerne gerettet und weiterverarbeitet werden konnten. Bei 82 Kernen pro Tetra Pak ergibt das über 28.000 verkaufte Packungen. Durch das Rollout auf über 520 Billa- und Billa Plus-Märkte soll diese Zahl noch weiter steigen. "Die Nachfrage war so groß, wir kamen mit der Produktion gar nicht mehr hinterher", so Wunderkern-Gründer Luca Fichtinger. "Das verlief zwar nicht wie geplant, aber umso schöner ist es, dass sich so viele Menschen für unsere Milchalternative begeistern können!" Mittlerweile wurden die Produktionskapazitäten des Unternehmens aus der Wachau auch entsprechend angepasst, um künftige Lieferengpässe zu vermeiden.

30 Prozent weniger CO2

Der Wunderkern Drink soll aber nicht nur der Lebensmittelverschwendung entgegenwirken, sondern auch klimaschonender als andere Milchalternativen wie Hafer und Soja sein. CO2-Emissionen würden um mindestens 30 Prozent verringert werden, betont das Unternehmen. "Nachhaltigkeit und innovative Lebensmittel stehen bei Billa im besonderen Fokus. Umso mehr freuen wir uns, gemeinsam mit Wunderkern einen sinnvollen Beitrag für die Umwelt zu leisten", freut sich Verena Wiederkehr, Billa Head of Plant-Based Business Development. Verwendet werden kann die Milchalternative aus Marillenkernen wie jede Alternative auch - vom Müsli bis zum Backen und Kochen.

Vielseitig einsetzbar

Der Wunderkern Drink ist aber nicht das einzige Produkt des 2019 gegründeten Unternehmens mit Produktion in Herzogenburg. So gibt es auch eine Schoko-Kerncreme als Brotaufstrich, zum Verfeinern von Süßspeisen oder zum pur aus dem Glas löffeln (812 Stück gerettete Kerne pro Glas) sowie ein Marillenkernöl. Aber auch andere Kerne werden verarbeitete, wie die der Zwetschke oder der Kirsche. Auch hier gibt es fürs Erste Öle, die beispielsweise Einsatz bei Desserts, Eis und Backwaren finden können.

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