Koelnmesse: 2021 geht's süß weiter
 
Koelnmesse

2021 geht's süß weiter

Koelnmesse, Harald Fleissner

Trotz Messepause präsentieren die Veranstalter der Weltleitmesse für Süßwaren und Snacks, die wichtigsten Trends, die sich in der Branche abzeichnen und kündigen bereits erste Pläne für die ISM 2022.

Lange Zeit hat die Koelnmesse an einer Lösung getüftelt, wie die süßeste Messe der Welt 2021 doch noch stattfinden könnte. Neben einer Reduktion der Besucher- und Ausstelleranzahl, standen dabei auch umfassende Schutz- und Hygienekonzepte, zu denen unter anderem ein durchgängig geltendes Online-Ticketing mit vollständiger Registrierung sowie deutlich verbreiterte Gänge gehörten, auf der Agenda. Mit dem digitalen Branchentool Matchmaking 365+ wurde zudem eine Möglichkeit für ein hybrides Messeerlebnis geschaffen, das über die Messelaufzeit hinausgehen sollte. Doch trotz alldem wäre das Ansteckungsrisiko zu hoch, sodass die diesjährige ISM schließlich Ende November 2020 abgesagt werden musste. 

Trendkampagne & digitaler New Product Showcase

Nun möchte die Koelnmesse ihren Aussteller auch ohne physisches Event, die Möglichkeit geben, die neusten Produkte und Trends zu präsentieren und für digitale Besucher erlebbar zu machen. Dafür hat das Messeteam eine breite Neuheiten- und Trendkampagne ins Leben gerufen. Die Kampagne soll über mehrere Monate laufen und einen Mix aus unterschiedlichsten Kommunikationsmaßnahmen, wie Webinaren, Fachartikeln, Interviews, Pressemeldungen und Neuheiten-Präsentationen, beinhalten. Abgerundet wird das Angebot durch eine digitale Version des New Product Showcase Awards, der jedes Jahr die Top-Innovationen der Branche kürt. "Wir wissen, dass die Süßwaren- und Snackbranche Jahr für Jahr auf die ISM hinarbeitet, um ihre neuesten, aber auch bekannten Produkte einem internationalen Publikum vorzustellen. Mit der Kampagne der ISM bieten wir unseren Kunden auch ohne Event vor Ort weiterhin die zentrale Plattform für die Süßwaren- und Snackbranche, auf der sie sich über wichtige Themen und Trends der Branche informieren sowie ihre Innovationen präsentieren können", sagt Oliver Frese, Chief Operating Officer der Koelnmesse.

ISM 2022
Die nächste ISM findet vom 30. Jänner bis 2. Februar 2022 statt.
 
Parallel dazu laufen auch bereits die Vorbereitungen für die ISM 2022, wie die Veranstalter mitteilen. Diese Ausgabe des Branchentreffs ist als eine hybride Veranstaltung geplant. Aufbauend auf der von der Koelnmesse entwickelten Digitalplattform, die bereits bei der größten europäischen Fachmesse für digitales Marketing & Werbung DMEXCO 2020 im Einsatz war, wird die ISM 2022 daher auch neue digitale Formate für Aussteller und Besucher in Ergänzung zur physischen Präsenz anbieten. Die Plattform bietet den Ausstellern unter anderem die Möglichkeit, ihre Produkte als Bild- und Textinformation innerhalb des digitalen Aussteller-Showrooms zu präsentieren und ermöglicht auch das Einbetten von Video-Content. "Darüber hinaus können Contents zu Produkten und Unternehmen in digitalen Panels oder Konferenzen einem Interessentenkreis präsentiert und natürlich über spezielle Networking-Funktionen in Chats oder digitalen Meetings vertieft werden. Neben einer Vielzahl weiterer Tools unterstützt die Plattform damit auch bei der Ansprache neuer Besucherzielgruppen und wird das Angebot der ISM dauerhaft auch über 2022 hinaus ergänzen", so die Veranstalter.

Innovationen, die die Branche bewegen

In dem ersten von den Messeveranstaltern angebotenem Webinar drehte sich alles um die Branchentrends im Bereich Süßwaren, Snacks aber auch Getränke und Ernährung im Allgemeinen. Lu Ann Williams, Director of Insights & Innovation bei Innova Market Insights, skizzierte die wichtigsten Entwicklungen auf Basis zahlreicher Konsumentenbefragungen. 
Ernährung, quo vadis?
  • Trend 1: Transparenz & Information
    Die Konsumenten möchten wissen, wie die Produkte hergestellt werden und wünschen sich daher Transparenz im Bereich Inhaltsstoffe, Herstellung aber auch Verpackungen. Bei Letzterem nennt Williams die Papierverpackung von Ritter Sport als Positiv-Beispiel (mehr dazu hier)

  • Trend 2: Plant Forward
    Pflanzenbasierte Produkte gewinnen an Bedeutung und damit natürliche Inhaltsstoffe, die in Süßwaren verarbeitet werden, wie etwa Schokolade mit Superfruits oder Bonbons aus Fruchtsaft

  • Trend 3: Tailored to fit
    Maßgeschneiderte Ernährung, die dem persönlichen Lifestyle der Konsumenten entspricht und ihre Anforderungen an Lebensmitteln und Getränken erfüllt. Hier spielt auch das Bedürfnis nach weniger Zucker eine wichtige Rolle - vor allem beim Snacken. Unter den weltweiten Produkt-Neueinführungen stiegen jene mit den Auslobungen Keto- oder Plant-Based zwischen 2017 und 2020 um 86 Prozent bzw. 34 Prozent an.


  • Trend 4: New Omnichannel Eating
    Konsumenten haben sich im Vorjahr getrieben durch die Covid-Krise daran gewöhnt, Essen beziehungsweise Lebensmittel online zu bestellen. Williams zufolge gab einer von weltweit drei befragten Konsumenten an, mehr Essen aus Restaurants bestellt zu haben, als im Vorjahr. Konzepte, die hier ein besonderes Erlebnis für Zuhause bieten, haben die Nase vorn. Dazu gehören auch Restaurant-gebrandete Produkte. 

  • Trend 5: In Tune with Immune
    Functional food gewinnt an Bedeutung und dadurch auch Produkte, die das Immunsystem oder die Verdauung unterstützen. Diese Entwicklung war anfangs sehr wissenschaftlich getrieben und geht Williams zufolge heute mehr in Richtung Natürlichkeit und Superfoods, wie etwa Goji. Dieser Trend wurde lange Zeit hauptsächlich durch Molkereiprodukte getrieben (Probiotik), hält jedoch immer mehr Einzug im Bereich Süßwaren.

  • Trend 6: Nutrition Hacking
    Die technologische Entwicklung schreitet voran und ermöglicht eine Verbesserung der Nährwerte von Lebensmitteln und Getränken. Einer Umfrage zufolge vertrauen die Verbraucher den wissenschaftlichen Erkenntnissen und so sind auch jene, die sonst auf natürliche Inhaltsstoffe Wert legen, durchaus bereit, bei der Auswahl der Produkte einen Kompromiss einzugehen, um ihren Nährstoffbedarf oder Diätplan zu erfüllen.

  • Trend 7: Gemütslage
    Konsumenten wollen ihr emotionales und körperliches Wohlbefinden verbessern und suchen dahingehend auch Befriedigung durch die Nahrungsaufnahme. Produkte, die die Verbesserung der Gemütslage versprechen, sind Williams zufolge angesagt. Als Beispiel führt die Expertin Nichoa, eine Schokolademarke aus Indonesien an, die je nach Variante unter anderem besseren Schlaf, die Reduktion von Stress aber auch Unterstützung beim Work-out verspricht.

  • Trend 8: Product Mashups
    Vermischung von Trends, wie etwa hybride Innovationen oder auch Kooperation zwischen Marken werden immer beliebter. Als erfolgreiche Beispiele nennt Williams hier Pringles mit dem Geschmack von Ramen Nudeln, oder die japanische KitKat-Variante mit Mini Sakura Mochi Flavored Chocolate sowie Ben & Jerry's Ice Cream Pizza 

stats