VKE: Luxuskosmetik kann nur mäßig zulegen
 
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Luxuskosmetik kann nur mäßig zulegen

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Der Zoll findet immer wieder gefälschtes Parfüm. © VKE
Der Zoll findet immer wieder gefälschtes Parfüm. © VKE

Der Verkauf selektiver Kosmetik kann 2016 um lediglich 1,8 Prozent auf 2,077 Mrd. Euro wachsen. (Basis Fabrikabgabepreis) Die Branche kämpft mit Problemen im Onlinehandel und der Markenpiraterie.

Entscheidend zum Wachstum beigetragen habe das weiterhin überdurchschnittlich starke Teilsegment Lippen (plus 4,9 Prozent). Das größte Teilsegment Damendüfte konnte den letztjährigen Abwärtstrend stoppen und plus 0,3 Prozent zulegen, so der Verband. Im Bereich der Pflegenden Kosmetik verzeichneten die Mitgliedsfirmen dagegen ein Umsatz-Minus von 3,2 Prozent. Hier hat die Selektivkosmetik gegenüber dem Konsummarkt weiter verloren.

Sorgen bereitet den vom deutschen VKE-Kosmetikverband repräsentierten 60 führenden Unternehmen des selektiven Kosmetikvertriebs das stetige Marktwachstum der Diskonter und die Konzentration im Handel. Allerdings wird die gegenwärtige allgemeine Geschäftssituation von der Mehrheit der VKE-Mitglieder als gut (49 Prozent) oder sogar als sehr gut (6 Prozent) bewertet. 33 Prozent schätzen sie immer noch als befriedigend ein. Der Verband erwartet für 2017 ein Plus von 1,5 Prozent.

Der Boom des Onlinehandels fordere den gesamten stationären Handel heraus: Flexible und innovative Handelskonzepte seien hier gefragt, um zum Konsum zu animieren. Bei der Entwicklung der Kanäle setzt die Branche weiterhin auf Parfümerieketten und die klassische Fachparfümerie. Allerdings wird die Bedeutung des Online-Vertriebs markant zunehmen. Dies spiegelt sich auch beim Medien-Mix wieder: Internet bzw. Social-Media-Aktivitäten werden mit einem Plus von 90 Prozent signifikant zulegen. TV kann seine Position halten, Print und Out of Home-Formate stagnieren eher. Knapp die Hälfte der Unternehmen planen für 2017 mit höheren Marketingausgaben. Vor allem mit Dekorativer Kosmetik, aber auch Düften und Pflegender wollen die Hersteller punkten.

Das Thema Produkt- und Markenpiraterie fordert die Kosmetikindustrie auch weiterhin. 2016 wurden an den deutschen Außengrenzen gefälschte Kosmetikprodukte im Wert von knapp 42 Mio. Euro vom Zoll beschlagnahmt. Die Anzahl sichergestellter Waren stieg um 20,5 Prozent auf 646.170 Stück. Vor allem das Internet wird von den aus China stammenden Fälschern als Absatzkanal benutzt. Hier müssten Internetplattformen für verbraucherschützende Maßnahmen stärker in die Pflicht genommen werden, fordert VKE-Geschäftsführer Martin Ruppmann.

Der VKE-Kosmetikverband vertritt die Berufs- und Fachinteressen der Distributeure bzw. Hersteller selektiv vertriebener Duft- bzw. Kosmetikprodukte in Deutschland.
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