Österreichischer Sekt: Massiver Protest gegen...
 
Österreichischer Sekt

Massiver Protest gegen beschlossene Steuer

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Sektkomitee-Geschäftsführer Mag. Benedikt Zacherl. @Schlumberger
Sektkomitee-Geschäftsführer Mag. Benedikt Zacherl. @Schlumberger

Die heimischen Sekthersteller reagieren empört auf den im Rahmen der rot-schwarzen Koalitionsverhandlungen gefassten Beschluss, die 2005 auf Null gestellte Sektsteuer wieder einzuführen.

Gerade erst wurde – zeitlich ein Zufall – auch das Österreichische Sektkomitee gegründet, um den Absatz heimischer Schaumweine weiter zu fördern, da unternimmt die Neuauflage der großen Koalition einen Anschlag auf Österreichs Sekterzeuger zum Stopfen von Budgetlöchern. So zumindest beurteilen Betroffene die Überlegung, die 2005 zwar nicht abgeschaffte, aber auf Null gestellte Sektsteuer wiederzubeleben. Einen Euro netto pro Liter soll die reanimierte Steuer betragen. Auf die typische 0,75-l-Flasche umgelegt sind das 75 Cent. Obendrauf kommt für den Endabnehmer auch noch Mehrwertsteuer. Macht also pro Flasche 90 Cent mehr. Bei einem durchschnittlich erzielten Verkaufspreis im heimischen LEH pro Flasche Sekt und Co. von nicht mal vier Euro ist das gar nicht wenig, was auch den Handel nicht freuen kann.

Laut Mag. Benedikt Zacherl, Geschäftsführer des Sektkomitee und Manager bei Schlumberger, haben Berechnungen bereits im Vorfeld der Leider-nicht-endgültig-Abschaffung der Sektsteuer im Jahr 2005 ergeben, dass die Verwaltung rund um die Einhebung einer solchen Sektsteuer mehr kostet, als diese an Einnahmen bringt (geschätzte 25 bis 30 Mio. Euro/Jahr). Abgeführt muss die Steuer übrigens von den Herstellern oder Importeuren unter das Gesetz fallender Schaumweine werden – das verursacht noch zusätzlichen Aufwand. Kurz gefasst – die Maßnahme ist eine sinnlose Belastung für die heimischen Erzeuger und die Konsumenten. Und wer – siehe auch die NoVA-Erhöhung – Autos und Sekt heutzutage noch als Luxusgüter betrachtet, muss sich ohnehin Realitätsverweigerung vorwerfen lassen, so Stimmen aus der Branche.

Künftig bestehe die Gefahr, dass durch die wettbewerbsverzerrende Maßnahme vermehrt wieder zu Billigstprodukten (vor allem aus Italien) gegriffen wird, die nicht unter die Besteuerung fallen, weil sie mit unter 3 bar Druck in der Flasche in Verkehr gebracht werden. Zum Fluch österreichischer Winzer (rund 3.000 Winzerfamilien produzieren Sekt-Grundweine) könnte auch werden, dass beim Grundweineinkauf wegen der steuerlichen Mehrbelastung manche Sekthersteller ins billigere Ausland ausweichen könnten
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