Nestlé: Über Erwarten guter Start ins Jahr
 
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Über Erwarten guter Start ins Jahr

Isaac Smith - unsplash.com
Nestlé veröffentlicht die Resultate für die ersten sechs Monate 2020.
Nestlé veröffentlicht die Resultate für die ersten sechs Monate 2020.

Das erste Halbjahr startete gut für den Nahrungsmittelkonzern Nestlé, wenngleich  im zweiten Quartal – bedingt durch die Auswirkungen von Covid-19 – ein verlangsamtes organisches Wachstum verzeichnet wurde.

Mit einem organischen Wachstum von 2,8 Prozent, einem internen Realwachstum von 2,6 Prozent und Preisanpassungen von 0,2 Prozent begann das erste Halbjahr gut für Nestlé. Unterstützt wurden diese Ergebnisse durch eine starke Dynamik in Nord- und Südamerika, Purina-Produkte für Heimtiere (hier vor allem die Premiummarken Purina Pro Plan und Purina One) und Nestlé Health Science, wo ein zweistelliges Wachstum erreicht wurde. Auch Milchprodukte wuchsen im hohen einstelligen Bereich, was der starken Nachfrage nach angereicherter Milch wie Nido und Bear Brand sowie Coffee mate zuzuschreiben war. Fertiggerichte und Kulinarikprodukte verzeichneten einen Zuwachs im mittleren einstelligen Bereich, wobei insbesondere Tiefkühlprodukte eine starke Dynamik aufwiesen, heißt es aus dem Unternehmen. Vegetarische und pflanzliche Angebote verbuchten ein Wachstum von 40 Prozent, unterstützt durch die fortlaufende Expansion von Garden Gourmet in Europa und das höhere Wachstum von Sweet Earth in den USA.

Auswirkung von Covid-19

Nach diesem über Erwarten starken Start verlangsamte sich das organische Wachstum im zweiten Quartal allerdings auf 1,3 Prozent. Gründe dafür waren die gravierenden Auswirkungen der Mobilitätsbeschränkungen auf das Außer-Haus-Geschäft sowie der teilweise Abbau der Lebensmittelvorräte bei den Konsumenten. Das zweistellige Umsatzplus von Kaffee für den Heimkonsum machte den hohen Umsatzrückgang im Außer-Haus-Kanal aber wieder wett. Die Starbucks-Produkte setzten ihr zweistelliges Wachstum fort, bedingt durch die fortlaufende weltweite Einführung und neu lancierte Produkte. 

Mark Schneider, Nestlé CEO, sagt dazu: "Covid-19 beeinträchtigt das Leben der Menschen weltweit. Wir stehen den Betroffenen zur Seite und unterstützen sie, wo immer wir können. Ich danke allen unseren Mitarbeitern für ihr außerordentliches Engagement und ihre harte Arbeit angesichts dieser enormen Herausforderungen. Unsere Prioritäten in dieser Krise bleiben unverändert – die Sicherheit unserer Mitarbeiter, die weltweite Versorgung unserer Konsumenten mit Lebensmitteln sowie die finanzielle und materielle Unterstützung unseres Gemeinwesens und unserer Geschäftspartner."

Wie aus dem Halbjahresbericht hervorgeht, hätte Nestlé schnell effektive Maßnahmen ergriffen, um der neuen Realität zu begegnen. Die Lieferketten im Unternehmen hätten sich als robust erwiesen und Produktion und Vertrieb konnten ohne nennenswerte Störungen aufrechterhalten werden. Nestlé trägt zudem dem veränderten Konsumverhalten Rechnung. So wurden Lösungen entwickelt, um der gestiegenen Nachfrage nach Produkten für den Heimkonsum, nach Nahrungsergänzungsmitteln zur Stärkung der Gesundheit und des Immunsystems sowie nach preisgünstigen Angeboten nachzukommen. Das Unternehmen hat die Digitalisierung beschleunigt und baut den E-Commerce und die Online-Kommunikation aus.

Laut Schneider entwickelte sich Nestlé in diesem rasch verändernden Umfeld stabil. Die operative Ergebnismarge konnte im ersten Halbjahr um 140 Basispunkte auf 16,9 Prozent gesteigert werden. Im ersten Halbjahr beliefen sich die durch Covid-19 bedingten Kosten auf 290 Millionen CHF, einschließlich Prämien für Mitarbeitende an vorderster Front, Aufwendungen für Sicherheitsprotokolle sowie Spenden und weitere Zuschüsse für Mitarbeiter und Kunden. Zudem übernahm die Gruppe Kosten in Höhe von 120 Millionen  CHF für Mitarbeitende und Anlagen, die von Stilllegungen während der Lockdowns betroffen waren.

Veräußerungen und Wechselkurse verringerten den Umsatz um 9,5 Prozent auf 41,2 Milliarden CHF, was hauptsächlich auf die Verkäufe des Nestlé Skin Health Geschäfts und des US-Speiseeisgeschäfts zurückzuführen ist.

Ausblick

Für das Gesamtjahr 2020 erwartet Schneider ein organisches Umsatzwachstum zwischen zwei und drei Prozent, sowie eine Verbesserung der zugrundeliegenden operativen Ergebnismarge. "Wir gehen davon aus, dass sich sowohl der zugrundeliegende Gewinn je Aktie zu konstanten Wechselkursen als auch die Kapitaleffizienz erhöhen werden. Dieser Ausblick beruht auf dem aktuellen Wissensstand über die Covid-19-Entwicklungen und geht von keiner wesentlichen Verschlechterung der aktuellen Lage aus."



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