Heidi Chocolat AG: Niemetz Schwedenbomben und...
 
Heidi Chocolat AG

Niemetz Schwedenbomben und die Paradise Papers

Ein Datenleck unter dem Namen Paradise-Papers bringt nicht nur ans Licht, wie zahlreiche Menschen und Unternehmen geschickt Steueroasen für sich nutzen, sondern macht im Zusammenhang damit auch komplizierte Eigentümerstrukturen öffentlich. Mit einer solchen kann zum Beispiel die hierzulande so beliebten Niemetz Schwedenbomben aufwarten. Die Steuern werden allerdings dennoch zu 100 Prozent in Österreich bezahlt.

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© Michael Gruber/Heidi Chocolat AG
Die Eigentümerstruktur der Niemetz Schwedenbomben ist nicht einfach zu durchschauen. Öffentlich ist, dass die Mutterfirma Heidi Chocolat mit Sitz im Schweizer Kanton Zug das Traditionsprodukt samt Markenrechten, Rezepten und Produktionseinrichtungen im Mai 2013 im Rahmen einer Versteigerung am Handelsgericht Wien ersteigert und als neues Unternehmen wieder erfolgreich aufgebaut hat. Heidi wiederum ist ein Tochterunternehmen der Kex Confectionery in Bukarest, die sich nahezu zu 100 Prozent im Eigentum der Kex Confectionery Limited auf Malta befindet. Als Mutter dieses Unternehmens wird laut Paradise-Papers die Oryxa Capital auf den Cayman Islands angeführt, die Teil von Meinl ist.

Bei Niemetz Schwedenbomben will man sich zur Eigentümerstruktur nicht äußern. Geschäftsführer Gerhard Schaller betont allerdings, dass " selbstverständlich 100% der Steuern und Abgaben in Österreich entrichtet werden und auch weiterhin in den österreichischen Standort investiert wird." Die Produktion des Unternehmens befindet sich seit 2016 in Wiener Neudorf, zuvor wurden die Spezialitäten in Wien hergestellt. Auf die Frage, ob er durch die mediale Berichterattatung einen Imageschaden befürchte, antwortet Schaller wie folgt: "Wir gehen davon aus, dass die positiven Fakten wie die Rettung der Schwedenbombe sowie die großen Investitionen in Österreich solche Meldungen überstrahlen. Auch dass durch unseren Kauf der Niemetz Schwedenbomben 100% der Gläubigerforderungen im Insolvenzverfahren beglichen worden sind - übrigens einzigartig in Österreichs Wirtschaftsgeschichte - sollte nicht in Vergessenheit geraten. Ich denke gerade in so unsicheren Zeiten ist die Sicherung von Arbeitsplätzen in Österreich sehr wichtig." 

Seit der Übernahme im Jahr 2013 hat der neue Eigentümer zehn Millionen Euro in die Produktion, die Infrastruktur und in die Mitarbeiter investiert, um die hierzulande als österreichisches Kulturgut sehr beliebten Schwedenbomben zu retten. Der Personalstand ist von 40 auf über 100 Beschäftigte mehr als verdoppelt worden.
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