Ökosoziales Forum: Transparenz bei Gütesiegel...
 
Ökosoziales Forum

Transparenz bei Gütesiegeln gefordert

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Stephan Pernkopf, Präsident des Ökosozialen Forums, fordert die Vereinheitlichung der Labels und die Einbindung des Handels.

Bei der Veranstaltung "Siegel gut - alles gut?" diskutierten auf Einladung des Ökosozialen Forums Vertreter aus dem Handel, der Wissenschaft, der AMA und dem Naturschutz über die Kennzeichnung von Lebensmitteln. Dabei stand im Raum, ob ein einheitliches Label für heimische Nahrungsmittel Sinn machen würde. Dafür spricht sich ÖSF-Präsident Stephan Pernkopf aus: "Wir fordern ein vereinheitlichtes, transparentes System. Wir wollen also, dass nicht nur die Produzenten kontrolliert werden, ob sie ihre Lebensmittel richtig herstellen, richtig verarbeiten und richtig beschriften. Sondern dass auch der Handel kontrolliert wird, ob die Herkunft der Lebensmittel im Regal und im Prospekt richtig angegeben und richtig ausgeschildert wird."

Dass Siegel nicht Siegel ist, betonte Siegfried Pöchtrager vom Institut für Marketing und Innovation der Universität für Bodenkultur: "Nachhaltigkeitssiegel decken jeweils nur ausgewählte Nachhaltigkeitsbereiche ab – häufig stehen ökologische Fragen im Vordergrund, manchmal ethische oder soziale Aspekte. Die Ökonomie hingegen wird meist kaum berücksichtigt."

Martin Greßl von der AMA-Marketing zeichnet ein Bild der Herausforderungen: "Um die Nachhaltigkeit eines Lebensmittels bewerten zu können, muss die ganze Lebensmittelkette berücksichtigt werden. Von den Vorprodukten wie Saatgut oder Futtermittel über die landwirtschaftliche Produktion und Verarbeitung bis zu Logistik und Handel sowie der Verwendung durch den Konsumenten. Dies stellt bereits bei Monoprodukten eine Herausforderung dar. Bei komplexer werdenden Produkten wie beispielsweise einer Fertigpizza ist dies derzeit noch sehr schwierig."
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