WWF: Österreich ist auf Fischimporte angewies...
 
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Österreich ist auf Fischimporte angewiesen

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Jeder Österreicher konsumiert 13 kg Fisch pro Jahr. © WWF
Jeder Österreicher konsumiert 13 kg Fisch pro Jahr. © WWF

Österreich und Europa in Gänze konsumieren mehr Fisch-Produkte als in den heimischen Gewässern gefischt werden kann. Der WWF mahnt zu mehr Nachhaltigkeit und Bewusstsein.

Rein statistisch hat mit dem morgigen Tag Europa seine eigenen Fisch-Ressourcen verbraucht und hängt für den Rest des Jahres von Importen ab. Mehr als die Hälfte der Fisch-Nachfrage wird durch Importe gedeckt, wovon mehr als 50 Prozent aus Entwicklungsländern stammen. Durchschnittlich konsumiert jeder Europäer 23 kg Fisch und Meeresfrüchte pro Jahr. Nach Angaben der Food and Agriculture Organisation (FAO) verputzt jeder Österreicher 13,3 kg Fisch pro Jahr. Portugal (56,8 kg), Litauen und Spanien haben den höchsten Pro-Kopf-Fischkonsum.

Die "New Economics Foundation" (NEF) berechnet jährlich die Fisch-Import-Abhängigkeit der EU-Staaten. Danach hängen viele Länder von Importen ab, um die Nachfrage zu decken. Der sogenannte europäische Fish Dependence Day fällt in diesem Jahr auf den 13. Juli. Der Tag soll zum Ausdruck bringen, dass der Kontinent bis dahin das Äquivalent aller eigenen Fischerei-Produkte aufgebraucht hat. 

Österreich hat als Binnenland die höchste Abhängigkeit von Fischimporten. Laut Statistik der NEF ist bereits am 19. Jänner die Ausbeute an heimischen Fisch aufgebraucht. "Wir hängen stark von Importen aus Entwicklungsländern ab. Daher tragen der Gesetzgeber, Handelsbetriebe und Konsumenten große Verantwortung im Umgang mit den globalen marinen Ressourcen", meint Simone Niedermüller, Fischerei-Expertin des WWF Österreich.

Vor 30 Jahren war die Importquote noch geringer, so die Umweltschützer. ln den vergangenen Jahren sei das globale Problem der Überfischung der Meere größer geworden. Der WWF hat das europaweite Fish Forward Projekt initiiert, das informieren soll und zum Kauf von nachhaltigem Fisch aufruft: "Ob heimischer oder importierter Fisch, Konsumenten sollten sich immer für das nachhaltige Produkt entscheiden.", rät Niedermüller.
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