Österreichischer Sekt: Relevanz steigt
 
Österreichischer Sekt

Relevanz steigt

Christine Miess

Das Schaumweinregal ist international. Doch der österreichische Sekt muss sich hinter Champagner und Co. nicht verstecken. Die Anstrengungen der heimischen Sektkellereien und Sekt produzierender Winzer tragen Früchte, immer mehr Menschen greifen zum prickelnden Genuss aus Österreich.

Österreich ist ein Bierland. Dennoch entdecken immer mehr Menschen auch prickelnde Schaumweine für sich. 167,2 Millionen Euro wurden im MAT 22 bis KW 36 (Nielsen, LEH + DFH inkl. H/L) verkauft. In der Menge betrachtet ist der Markt zwar etwas rückläufig, was aber nach dem Hoch in den letzten zwei Jahren nicht wundern darf. Treiber ist nach wie vor Sekt. Marktführer ist hier der internationale Schaumweinanbieter Henkell Freixenet, der mit dem Wiener Hofburg Sekt ebenfalls einen österreichischen Sekt im Portfolio führt, dennoch können sich auch die rein österreichischen Sektkellereien und Sekt produzierende Winzer aus Österreich über wachsendes Interesse freuen, was auch bedeutet, dass die Anstrengungen der letzten Jahre für mehr Bewusstsein für Herkunft, Qualität und Vielfalt der heimischen Schaumweine Früchte tragen. "Es war ein sehr aktives Jahr – im Veranstaltungsbereich wurde allgemein viel nachgeholt, das Österreichische Sektkomitee konnte dieses Angebot sehr gut nützen, durch das Abhalten zahlreicher Masterclasses in Österreich und Deutschland, aber beispielsweise auch durch eine große Sekt Austria-Bar auf der Weinfachmesse VieVinum. Aber auch an zahlreichen Kooperationen wurde gearbeitet und Schulungsunterlagen sind in Aufbau, die Anfang nächsten Jahres präsentiert werden sollen. Es wird also an vielen kleinen Rädchen gedreht", so Dagmar Gross, Geschäftsführerin des Österreichischen Sektkomitees.

Einer jüngsten Studie von Schlumberger in Zusammenarbeit mit dem market institut zufolge achten bereits 60 Prozent der befragten Österreicher beim Kauf von Schaumweinen auf das Herkunftsland, ein knappes Drittel so gut wie immer. Für 50 Prozent ist es wichtig, dass der Schaumwein aus österreichischen Trauben hergestellt und in Österreich produziert worden ist. Begründet wird diese Entwicklung mit dem Willen, regionale Produzentinnen und Produzenten zu unterstützen, aber auch mit steigender Wertschätzung für österreichische Qualität.

Das Österreichische Sektkomitee
Das Jahr 2013 gilt als Wendepunkt in der Geschichte des österreichischen Sekts. Schon zuvor hatten sich Sektkellereien und Sekt produzierende Winzer mit gleichermaßen großem Engagement der qualitativen Weiterentwicklung des österreichischen Sekts gewidmet. Nun schlossen sie sich unter dem Dach des Österreichischen Sektkomitees zusammen, um fortan einen gemeinsamen Weg zu gehen. Derzeit gibt es 12 Mitglieder. Vorsitzender ist aktuell Schlumberger-Geschäftsführer Benedikt Zacherl, die Position der Geschäftsführerin hat Dagmar Gross inne.

Im Zuge der Neuregelung der Beitragsstruktur wurde das Österreichische Sektkomitee in die Aktivitäten der Österreich Wein Marketing integriert. Gemeinsam mit der ÖWM werden Marktforschung und Marketingmaßnahmen umgesetzt. Auch die Entwicklung weintouristischer Aktivitäten ist Teil dieser Zusammenarbeit.


Um diesem Trend noch mehr zu bestärken und den Konsumenten weitere Orientierung zu geben, erfolgte im Frühjahr 2022 die Umbenennung von Österreichischen Sekt g.U. auf Sekt Austria sowie die Adaptierung der dreistufigen Pyramide. Damit soll die 100-prozentige österreichische Herkunft verdeutlicht, aber auch den Herstellern die Möglichkeit geboten werden, sich noch deutlicher zu positionieren. "Wir freuen uns, dass die Akteure in der Branche mit Sekt Austria und den Parametern zu den drei Kategorien Sekt Austria, Sekt Austria Reserve und Sekt Austria Große Reserve inzwischen sehr gut vertraut sind und ihr Wissen als Multiplikator an die Konsumentinnen und Konsumenten weitergeben. Hier wollen wir weiter ansetzten, durch diverse Schwerpunkte die Endverbraucher auch direkt ansprechen", erklärt Gross. Eine Studie aus dem Jahr 2020 zeigt, dass gut ein Viertel der Sekttrinker bereits mit der Sekt Austria-Pyramide, die erstmals 2014 eingeführt wurde, vertraut ist. Ein Fünftel achtet beim Kauf von Schaumwein ganz bewusst auf die rot-weiß-rote Banderole.

Am Tag des Österreichischen Sekts, der 2009 vom Haus Schlumberger initiiert wurde, und am 22. Oktober stattfindet, soll auf die Qualitäten des heimischen Genusses noch einmal besonderes Augenmerk gelegt werden. Dafür öffnen Winzer ihre Weinkeller und laden Interessierte zum Besuch ein.
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