Propak: Karton-Industrie kämpft mit Engpässen
 
Propak

Karton-Industrie kämpft mit Engpässen

Mayr-Melnhof Karton AG
Verarbeitende Betriebe wie Mayr-Melnhof Karton (Foto) haben mit stark steigenden Rohstoffpreisen zu kämpfen.
Verarbeitende Betriebe wie Mayr-Melnhof Karton (Foto) haben mit stark steigenden Rohstoffpreisen zu kämpfen.

Die Versorgung der Kunden ist laut Propak zwar gesichert, die enormen Preissprünge machen den Herstellern jedoch zu schaffen.

"Bei Rohpapieren für Transportverpackungen kam es zu Preissprüngen von bis zu historischen 70 Prozent. Auch die Transport- und Energiekosten sind in den letzten drei Monaten massiv gestiegen", fasst Propak-Obmann Georg Dieter Fischer die aktuelle Situation zusammen. Durch den wachsenden Onlinehandel und den steigenden Bedarf an nachhaltigen Verpackungen sind Karton-Lösungen gefragt. Die gute Auftragslage, besonders seitens der Konsumgüterindustrie, kann dadurch kaum ausgenutzt werden. Die Lieferketten sind laut Fischer noch lange nicht auf dem Pre-Corona-Niveau angelangt, was zu Lieferverzögerungen führt. Dazu Fischer: "So paradox es klingt: Die Auftragsbücher sind vielfach voll, aber gleichzeitig kämpfen die Betriebe um die Wertschöpfung. Preissteigerungen, nicht nur bei Verpackungen, sind eine zwingende Konsequenz aus dieser Entwicklung."

Situation bleibt angespannt

Ein Ende der hohen Preise und langen Lieferzeiten sieht der Obmann erst im kommenden Jahr. Auch der Personalbedarf entpuppt sich aktuell als Sorgenkind: "Es fehlen uns teilweise gut ausgebildete Fachkräfte, und auch Lehrlinge sind schwierig zu finden. Daher setzt Propak verstärkt auf eigene Aus-/Weiterbildung, vom Verband werden entsprechende Programme als Teil einer Employer Branding Strategie für die Mitgliedsbetriebe angeboten", so Fischer.

Bei all den aktuellen Problemen hebt er die Wichtigkeit der Kartonverpackungs-Industrie hervor: "Der Anteil an recyceltem Material liegt in unsere Branche bei 75 Prozent, die Sammel- und Verwertungsquote bei Verpackungen aus Papier und Karton sogar bei 90 Prozent. Wir sind damit bereits heute klar über dem EU-Ziel von 75 Prozent bis zum Jahr 2025."

Über Propak
Der Fachverband Propak und die Vereinigung Propak Austria repräsentieren 85 heimische karton- und papierverarbeitende Betriebe. Insgesamt werden über 8.700 Mitarbeiter beschäftigt und mehr als 1,2 Millionen Tonnen an Ware jährlich produziert. Damit werden pro Jahr 2,4 Milliarden Euro umgesetzt, ein Plus von 4,4 Prozent. Damit liegt das Wachstum zwar über dem Niveau vor der Pandemie, jedoch deutlich unter dem der Gesamtindustrie.

stats