Dossier: Reis, Getreide, Hülsenfrüchte : Klei...
 
Dossier: Reis, Getreide, Hülsenfrüchte

Klein, aber oho

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Das kleine, weiße Korn und seine Mit-Beilagen, Hülsenfrüchte und Co. haben auf unseren Tellern an Bedeutung gewonnen. In ihnen stecken wahre Kraftpakete, die längst zu einem Millionenbusiness geworden sind.

Knapp 510 Millionen Tonnen (geschälter) Reis landet in diesem Jahr weltweit auf den Tellern. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch weltweit liegt bei voraussichtlich knapp 50 kg Reis pro Jahr. Die Mehrheit der weltweiten Reisbestände wird in asiatischen Ländern angebaut. Die Liebe zum Korn geht sogar so weit, dass es in vielen asiatischen Sprachen ein und dasselbe Wort für "Reis" und "Essen" gibt. Auch in den Umsätzen der Top-5-Märkte (Asien) schlägt sich die Bedeutung des Korns im Zeitverlauf nieder.



Doch längst auch in Europa hält Reis, mit seinen knapp 10.000 Sorten, Einzug in die heimischen Küchen. Insbesondere der Basmati- oder Jasminreis, aber auch spezieller Risotto-Reis oder Österreich Reis sind hierzulande beliebt. Als nördlichstes Anbaugebiet von Reis gilt daher Österreich; hierzulande kultiviert beispielsweise Erwin Unger für Ja!Natürlich Langkornreis, roten indischen oder auch schwarzen Reis aus China, und das im burgenländischen Seewinkel. Damit zählt Reis zu den beliebtesten Getreide-Sorten in unseren Breitengraden neben Mais,  Weizen und Gerste, wenn man die globalen Erntemengen, laut US Department of Agriculture, heranzieht.



Auch in Österreich ist der menschliche und tierische Verzehr an Getreide in den vergangenen Jahren gestiegen, wobei nur rund ein Viertel der Produktionsmenge für den menschlichen Verzehr verwendet wird. Der Großteil wird als Tierfutter und Saatgut verwendet oder zu Stärke oder in Bioethanol verarbeitet. Die Getreideanbauflächen ohne Mais sind in Österreich im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr aber um fünf Prozent auf 516.445 Hektar gesunken, so eine Statista-Erhebung. Doch auch beim Getreide scheint sich der ernährungsbewusste Trend durchzusetzen. Denn das dickste Anbauflächen-Plus verbuchte Dinkel für sich - diese stiegen um 33 Prozent gegenüber 2020 auf über 5.000 Hektar. Doch längst ist der vorher erwähnte Getreide-Reigen nicht der alleinige Star auf den Beilagen-Tellern.

Vom "Armen-Essen" zum "Boom"

Hülsenfrüchte hatten früher das Image von einem "Armen-Essen". Wie Phönix aus der Asche mauserte sich die mit Proteinen und Ballaststoffen angereicherte Hülsenfrucht zum neuen Star auf dem Beilagen-Parkett. Im zubereiteten Zustand liefern Hülsenfrüchte sogar zwischen fünf und zehn Prozent Eiweiß, Soja sogar elf Prozent. Hülsenfrüchte schmecken und tun wohl: Das geht sogar so weit, dass Erbse, Bohne und Co. sich, dank der vegetarischen und veganen Trends, als großer Teil der Fleischersatzprodukte in die Steaks und Schnitzel der Welt vordringen. Dem Trend folgend zeigt auch der Pro-Kopf-Konsum von Hülsenfrüchten in Österreich steil bergauf. In nur 10 Jahren verdreifachte sich der Hülsenfrüchte-Konsum beinahe auf knapp 11 Tonnen.



Hanni Rützler, Ernährungswissenschaftlerin und Food-Trend-Guru widmet in ihrem aktuellen Food Report 2022, einige Passagen der Hülsenfrucht, unter anderem zeigt ihr Blick in die Food-Zukunft, dass die "echten Allesesser" nach ausgewogenen und vielfältigen Möglichkeiten suchen, ihre Ernährungsweise mit neuen Entwicklungen im Food-Bereich anzureichern, schreibt sie. Diese Real Omnivores zeichnen sich vor allem auch durch das Weglassen als problematisch wahrgenommener Lebensmittel aus und verbinden Genuss souverän mit Verantwortung, so ihr Report. Eines der wesentlichen Lebensmittel-Bestandteile dieser "Esser der Zukunft" sind Hülsenfrüchte, genauer Erbsen, Bohnen, Kichererbsen, Lupinen und Soja.
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