Ritter Sport: Wirbel um Schoko-Rarität
 
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Wirbel um Schoko-Rarität

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"Cacao y Nada": Eine Schokolade, die Kakaofruchttafel genannt werden muss.
"Cacao y Nada": Eine Schokolade, die Kakaofruchttafel genannt werden muss.

Ritter Sport gelingt mit der neuen limitierten Sorte "Cacao y Nada" eine kleine Produktsensation, doch laut österreichischem und deutschem Lebensmittelrecht, darf das Produkt nicht als Schokolade bezeichnet werden.

Eine Schokolade, die nicht als solche bezeichnet werden darf, bewegt derzeit die Gemüter und sorgt für Gesprächsstoff in der Branche weltweit. Das Thema schlägt hohe Wellen und macht sogar The Guardian und die New York Times auf sich aufmerksam. Die Hintergründe sind skurril und dem veralteten Lebensmittelrecht geschuldet.

„Wenn Wurst aus Erbsen sein darf, braucht Schokolade auch keinen Zucker. Das ist die neue Realität!“
Andreas Ronken, CEO Ritter Sport
Die Neuheit des deutschen Familienunternehmens Alfred Ritter, die den Namen "Cacao y Nada" trägt, besteht zu 100 Prozent aus Kakao. Das Besondere daran ist, dass selbst zum Süßen natürlicher Kakaosaft, den Ritter in einem innovativen und aufwändigen Verfahren auf der eigenen Plantage El Cacao in Nicaragua gewinnt, verwendet wurde. Der Schokoladenhersteller darf die streng limitierte Innovation nach geltendem deutschen Recht jedoch nicht als Schokolade bezeichnen, da Schokolade ohne Zusatz von Zucker in Deutschland nicht so heißen darf. Ritter Sport CEO Andreas Ronken bezeichnet diesen Umstand als "absurd". "Unser Lebensmittelrecht muss mit Innovationen dieser Art Schritt halten. Wenn Wurst aus Erbsen sein darf, braucht Schokolade auch keinen Zucker. Das ist die neue Realität", fordert Ronken. 

Auch österreichisches Recht hinkt hinterher

In Österreich sieht es ähnlich aus, sodass die Bezeichnung Schokolade an der Definition des Zuckerbegriffs scheitert. Laut Rechtsvorschrift für Schokoladeverordnung, bezeichnet man als Schokolade ein "Erzeugnis aus Kakaoerzeugnissen und Zuckerarten, das vorbehaltlich mindestens 35 Prozent Gesamtkakaotrockenmasse, einschließlich mindestens 18 Prozent Kakaobutter und mindestens 14 Prozent  fettfreie Kakaotrockenmasse enthält". Zwar falle der Kakaosaft zwar ebenfalls unter Zucker, da die enthaltene Süße aus der Fructose des natürlichen Kakaosafts stammt, der Zuckeranteil im Endprodukt sei aber zu gering, klärt Ritter Sport Marketing Managerin Silvia Blahacek auf. Im Übrigen ist der Saft der Kakaofrucht in der EU auch erst seit rund einem Jahr als Lebensmittel zugelassen. Ritter Sport bezeichnet seine Innovation daher auch hierzulande notgedrungen erstmals als Kakaofrucht-Quadrat. 

"Cacao y Nada" ist ab Mitte Februar als 57 Gramm Quadrat in streng limitierter Auflage bei Meinl am Graben erhältlich.

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